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Die Wissenschaftliche Hochschule Lahr bittet um Mitwirkung bei einer Studie zur sogenannten Immobilienrente
Fragebogen
15. Januar 2009
Wer die Hausfassade beizeiten gründlich sanieren lässt, vermeidet gravierende Schäden und steigert den Wert seiner Immobilie. Für viele energetische Sanierungen, d.h. die weitgehende Vermeidung von Wärmeverlusten, können zudem Förderungen durch öffentliche Zuschüsse und zinsgünstige Kredite in beachtlichem Umfang beantragt werden.

Die Fassade prägt den Gesamteindruck des Hauses, ist wichtig für die Statik und erfüllt noch weitere Funktionen: Sie schirmt das Haus gegen Witterungseinflüsse ab, die die Bausubstanz schädigen könnten, außerdem gewährt sie Brand- und Schallschutz. Besondere Bedeutung aber kommt dem Wärmeschutz zu. Denn eine gute Wärmedämmung senkt den Energieverbrauch und reduziert damit den CO2-Ausstoß.
Von jeher spielt der optische Eindruck von Hausfassaden eine bedeutende Rolle – gemäß dem Motto „es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck“. Nach einer bestimmten Zeitspanne kann es nötig sein, die Fassade ganz oder in Teilbereichen zu renovieren, weil der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat und blätternde Farbe, bröckelnder Putz oder Feuchtigkeit einen heruntergekommenen Eindruck machen. Viele Hauseigentümer begnügen sich dann mit einer Wiederherstellung der „Optik“. Meist, weil sie die Kosten in Grenzen halten wollen, oft aber auch aus Unkenntnis darüber, dass viele Schäden mehr als nur Schönheitsreparaturen erfordern. Denn möglicherweise weist die Mauerwerksfassade Risse auf, die Feuchtigkeit eindringen lassen, oder vielleicht zeigt das Mauerwerk Zersetzungen.
Fachgerecht dämmen
Zudem ist auch im Hinblick auf die Energieeinsparung eine gründliche Fassadensanierung oft angeraten: In Deutschland wurde in den Zwischen- und Nachkriegsjahren gänzlich ohne Wärmedämmung gebaut. Und auch Gebäude, die etwa zwischen 1960 und 1985 errichtet wurden, haben zum Großteil keinen ausreichenden Wärmeschutz. Viele Hauseigentümer kämpfen heute mit hohen Energiekosten, da durch ungeschützte Wände nicht nur das Hausinnere, sondern auch das Hausumfeld geheizt wird.
Eine energetische Fassadensanierung kann den Wärmeverlust eines Hauses minimieren. Wenn größere Sanierungsarbeiten anstehen, schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) Maßnahmen zur Verbesserung des Dämmstandards bei Altbauten sogar zwingend vor: Werden über 20 Prozent einer Baufläche verändert, muss die gesamte Baufläche die neuen Anforderungen der EnEV erfüllen.
Bei Altbauten lassen sich durch eine energetische Sanierung die Heizkosten senken und der Wärmeabfluss wesentlich reduzieren. Aber Achtung: Im Zusammenhang mit nachträglichen Sanierungsmaßnahmen ist zu bedenken, dass damit in ein empfindliches bauphysikalisches Gefüge eingegriffen wird. Wenn hier nicht fachgerecht gearbeitet wird, können enorme Feuchtigkeitsschäden sowie Schimmelbildung die Folge sein!
Langsame Entwicklung
Trotz schwindender Rohstoff-Ressourcen, alarmierender Emissionswerte und explodierender Energiekosten agieren jedoch viele Hauseigentümer nur halbherzig. Sie verzichten auf energetisches Sanieren und lassen ihr Gebäude lediglich neu streichen. Schätzungen besagen, dass derzeit von fünf zur Renovierung fälligen Häusern nur ein bis zwei energetisch saniert werden. Ein Grund dafür ist, dass die Investitionen in energetische Maßnahmen häufig überschätzt werden. Dabei lässt sich recht einfach sparen: Wenn beispielsweise eine Fassade ohnehin gestrichen und instand gesetzt werden muss, fallen bei einer gleichzeitigen energetischen Sanierung nur einmal die Kosten für das Verputzen, das Gerüst und die Baustelleneinrichtung an. Außerdem kann sich eine bereits vorgenommene energetische Sanierung als vorteilhaft erweisen, wenn die Heizung erneuert werden muss – eine Maßnahme, zu der die verschärften EnEV-Anforderungen viele Eigenheimbesitzer zwingen. Sind dann schon große Bereiche des Gebäudes (Fassaden, Fenster, Dach, Keller) energetisch saniert, kann die Heizung auf einen entsprechend niedrigeren Wärmebedarf dimensioniert werden.
Inzwischen gibt es attraktive Steuerspar- und Fördermöglichkeiten, mit denen Bund und Länder sanierungswillige Eigenheimer unter anderem durch Zuschüsse und verbilligte Kredite unterstützen. Der Bund unterstützt im Rahmen seines nationalen Klimaschutzprogramms gezielt ressourcenschonendes Bauen. Zusätzlich sind seit 2006 bestimmte Handwerksleistungen steuerlich begünstigt. Dazu gehören z.B. die Instandsetzung einer Fassade mit mineralischen Edelputzen und die energetische Fassadensanierung durch Aufbringen eines Wärmedämm-Verbundsystems. Darüber hinaus gewährt die KfW-Bank im Rahmen eines Gebäudesanierungsprogramms günstige Darlehen. Im Internet können sich Privatpersonen unter www.energiefoerderung.info ausführlich über die Förderungsmöglichkeiten informieren.
Klaus Linke
Dipl.-Volkswirt
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