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Die Wissenschaftliche Hochschule Lahr bittet um Mitwirkung bei einer Studie zur sogenannten Immobilienrente
Fragebogen
2. Mai 2010
„Wohnen im Alter“ war das zentrale Thema der Beiratssitzung des Verbands Wohneigentum. Das Gremium tagte unter dem neuen Vorsitzenden Dr. Hartwig Hamm am 18. März 2010 in Berlin. Die alten und neuen Mitglieder des Beirats sowie Tagungsgäste und Präsidium diskutierten lebhaft, wie die eigenen vier Wände den Wohnbedürfnissen im Alter angepasst werden können.
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, begrüßte die Sitzungsteilnehmer in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin – im „Haus der Häuslebauer“, so die Staatssekretärin. In ihren Eingangsworten wies sie auf den Wandel von Wohnwünschen hin. Der zu beobachtende Zuzug in die Städte von jungen Menschen mit Familie wie von älteren nach dem Auszug der Kinder, werde von der Landesregierung unterstützt. Zum einen, um den drastischen Flächenverbrauch zurückzufahren, zum anderen, um den Zentren eine Zukunft zu geben.
Nähere Ausführungen machte Staatssekretärin Gurr-Hirsch zu MELAP+, einem Folgeprojekt von MELAP „Modellprojekt zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Aktivierung innerörtlicher Potenziale“. In Landstädten sollen nun übertragbare Lösungen für nicht oder wenig genutzte innerörtliche Gebäude und Flächen erarbeitet werden. So soll durch Umnutzung, Modernisierung oder Neubau wieder Leben in die Stadtkerne einziehen. Ein Ziel sei auch, so die Staatssekretärin, Immobilienwerte zu sichern.
Um fundiert argumentieren zu können, starteten der Verband Wohneigentum e.V. und der Bauherren-Schutzbund gemeinsam die Umfrage „Wohnwünsche und barrierearmer Wohnkomfort“, die vom Institut für Bauforschung (IFB) wissenschaftlich begleitet wurde. Dipl.-Ing. Heike Böhmer, geschäftsführende Direktorin des IFB Hannover, stellte die Ergebnisse vor. Hauptziel der befragten Eigentümer sei der Verbleib in den eigenen vier Wänden (78 %). 83 % leben auf mehreren Etagen, was bei 62 % mit körperlichen Einschränkungen und 5 % mit Demenz nicht unproblematisch sei.
Rund ein Viertel der Befragten (26 %) haben Maßnahmen zur Wohnungs- bzw. Gebäudeanpassung geplant, etwa ein Viertel (28 %) hat bereits Anpassungen durchgeführt. Rund 46 %, also fast die Hälfte der Befragten, haben Maßnahmen zur Barrierereduzierung ihres Eigentums bislang weder durchgeführt noch geplant. Deutlich wurde der Bedarf an unabhängiger, kompetenter und fächerübergreifender Beratung, Betreuung und Begleitung. Einzelheiten zu den Umfrageergebnissen lesen Sie bitte hier .
„Siedlungen zukunftsfähig gestalten und entwickeln“, so lautet der Untertitel des Forschungsprojekts „Wohneigentum für Generationen“, das Beiratsmitglied Prof. Dr. Annette Spellerberg, Dozentin für Stadtsoziologie an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern, vorstellte. Das Projekt von der TU Kaiserslautern und der Effizienz Offensive Energie Rheinland-Pfalz, in Zusammenarbeit mit dem Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz e. V., wird von dortigen Landesministerien gefördert. Fünf ausgewählte Siedlungen des Verbands Wohneigentum Rheinland-Pfalz e. V. werden detailliert untersucht, und bei Problemlösungen bezüglich Infrastruktur, Werterhalt usw. wissenschaftlich begleitet. Professorin Spellererberg erläuterte die drei Säulen des Projekts: Soziales, Städtebau und Energie. Offensichtlich seien Beratung und Unterstützung wichtig. Schlüssel zum Erfolg einer nachhaltigen Entwicklung seien aber das Interesse, die Mitwirkungsbereitschaft und die finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer.Details zu dem Projekt lesen Sie auf der Webseite des Verbands Wohneigentum Rheinland-Pfalz e. V.
In seinem abrundenden Statement schlug Wolfgang Szubin, Architekt und Präsidiumsmitglied, vor, die Erkenntnisse zu bündeln und in ein verbandseigenes Projekt münden zu lassen. Er sehe einen enormen Informations- und Motivationsbedarf. Anregungen zu baulichen Maßnahmen im Eigenheim oder Fördermöglichkeiten wie die künftigen KfW-Zuschüsse müssten durch Wohn-, Bau- und Finanzierungs- bzw. Förderberatung bekannt gemacht werden. Wie sich beim Bundeswettbewerb 2009 „Wohneigentum – heute für morgen“ zeigte, haben unsere Mitglieder ein großes Potenzial, das gehoben werden müsse. Die Gemeinschaften vor Ort könnten dank der neuen Aufgaben ihren alten Gemeinschaftsgeist beleben und auch neue Nachbarn integrieren.
An barrierearmen Neubau und barrierenreduziertes Modernisieren des Bestands kann nicht früh genug gedacht werden. Nachdem anfangs eher die Wohnungswirtschaft Fördermöglichkeiten genutzt habe, kämen die Förderprogramme nun bei den „Häuslebauern“ an. In der Diskussion wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, dass der Bewusstseinswandel bei den selbstnutzenden Wohneigentümern begonnen hat. Mit Partnern aus Verbänden, Wissenschaft, Verbraucherschutz, Sozialverbänden, Wirtschaft und Politik ein breites Bündnis zu schmieden, war Konsens und Ergebnis der Beiratssitzung. Zusammen müsse sich einiges bewegen lassen.
ER
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