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Verband Wohneigentum: Höhere Stromnetzgebühren setzen falsches Zeichen

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Höhere Stromnetzgebühren setzen falsches ZeichenSonderregelung für Großunternehmen benachteiligt Privathaushalte

Bonn, 1. Dezember 2011 – Privathaushalte haben im kommenden Jahr mit einer Erhöhung der Strompreise von mehr als drei Prozent zu rechnen. Grund hierfür ist eine im Sommer klammheimlich verabschiedete Sonderregelung der Stromnetzentgeltverordnung. Diese sieht eine Gebührenumverteilung von insbesondere industriellen Stromgroßkunden auf Kleinverbraucher vor. Der Verband Wohneigentum kritisiert dies scharf und fordert eine Rücknahme der Regelung.

Berichten zufolge haben Energieexperten der schwarz-gelben Koalition bei der Verabschiedung des Energiepakets zum Atomausstieg eine Änderung der Stromnetzentgeltverordnung untergebracht. Demnach werden Unternehmen mit einem kontinuierlichen Stromverbrauch von mehr als zehn Gigawattstunden pro Jahr von den Gebühren für die Stromnetze befreit. „Diese Sonderregelung haben die Regierungsfraktionen geschickt aus der öffentlichen Diskussion gehalten. Es geht aber nicht an, dass die finanzielle Hauptlast der Energiewende von den Bürgern zu schultern ist“, empört sich Hans Rauch, Präsident des Verbands Wohneigentum. Die Bundesnetzagentur schätzt, dass die Industrie bzw. die betreffenden Sonderverbraucher damit allein im nächsten Jahr um 1,1 Milliarden Euro entlastet werden. Die hierdurch entstehenden Kosten sollen im Gegenzug von Kleinverbrauchern – vor allem Privathaushalten – getragen werden. Familien mit Haus und einem jährlichen Verbrauch von 4.200 Kilowattstunden haben nach einer Rechnung des Verbands Wohneigentum demnach 2012 mit Mehrkosten für Strom in Höhe von 28 bis 35 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu rechnen, je nach Stromanbieter.

An Hauseigentümer werden laufend neue Anforderungen gestellt. Diese müssen zunächst von jedem einzelnen gestemmt werden. Dies könnte durchaus mit nachhaltigen umweltspezifischen Verbesserungen – wie die eines absehbaren Atomausstiegs – seitens der Bundesregierung noch glaubhaft argumentiert werden. „Die versteckt verabschiedete Entlastung von Großindustriellen lässt hieran jedoch ernste Zweifel aufkommen“, findet auch Detlef Erm, Justiziar beim Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen. „Gerade Großunternehmen verfügen über enorme energetische und damit auch finanzielle Einsparungspotenziale. Nach heutigem Stand der Technik sind sie in der Lage, den Wandel zu einer umweltverträglicheren und damit auch effizienteren Energiewirtschaft zu ermöglichen. Die Privilegierung der Großunternehmen geht auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger. Der Energiewandel muss von allen getragen werden!“, so Erm weiter.

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