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    17.April 2010/17.07.2013

    Vorzeigeprojekt in Eigenheimer-Gemeinschaft

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Modell-Haus in HamburgVelux-Vorzeigeprojekt in der Siedlungsgemeinschaft Finkenried


Mitten in der Siedlergemeinschaft Finkenriek e.V. (Hamburg-Wilhelmsburg) hat die Firma VELUX ein einzigartiges Projekt verwirklicht: Unter dem Namen „Model Home 2020“ hat der weltweit größte Dachfenster-Hersteller eine Doppelhaushälfte saniert. Das Ergebnis ist ein Haus mit Vorbildcharakter – inklusive optimiertem Energiekonzept und höchster Wohnqualität.

© Velux, Objekt für Model Home 2020


Das Doppelhaus im Katenweg 41 war ein ganz normales Siedlerhaus: 1954 entstanden, verfügte es über rund 96 qm Wohnfläche auf einem 1.120 qm großen Grundstück. Es bestand aus einem Vollgeschoss, ist teilunterkellert und besaß viele kleine Räume. Das Dach wurde zuletzt 1977 neu gedeckt, die Fassadendämmung stammte aus dem Jahr 1987 und 1995 wurde eine Ölzentralheizung eingebaut. Eben ein zwar modernisierungsbedürftiges, aber trotzdem ganz normales Haus.

Bis Herbst 2010 hat der neue Eigentümer der einen Doppelhaus-Hälfte, der Dachfenster-Hersteller VELUX, seinen Teil des Gebäudes so saniert, dass es nicht nur eine optimale Energiebilanz vorweisen kann, sondern auch höchste Wohnqualität bietet. „Nachhaltiges, klimaneutrales Bauen und Wohnen ist die aktuell größte Herausforderung für die Bau- und Immobilienbranche. Bei der Umsetzung energieeffizienter Bauprojekte sollte jedoch der Mensch mit seinem emotionalen Bedürfnis nach einem Zuhause, in dem er sich rundum wohl fühlt, häufiger im Fokus stehen.“, begründet VELUX seine Vorgehensweise.

Wohlfühl-Haus

Daher berücksichtigt das Modernisierungskonzept Wohlfühl-Faktoren wie ein angenehmes Raumklima und die optimale Nutzung des Tageslichts. „Wir wollen Modernisierern, Handwerkern, Architekten und Planern an einem konkreten Fallbeispiel zeigen, wie ein integrierter Ansatz optimale Modernisierungsergebnisse liefert – im Sinne des Klimas und der Umwelt, aber auch im Sinne des zukünftigen Nutzers“, beschreibt Jesper F. Petersen, Geschäftsführer der VELUX Deutschland GmbH, die Motive des Dachfensterherstellers.

Vorbildcharakter

Europaweit umfasst das Projekt „Model Home 2020“ insgesamt sechs Bauvorhaben, bei denen VELUX gemeinsam mit wissenschaftlichen Experten neue Wege für das Wohnen und Arbeiten nach den höchsten Ansprüchen in den Bereichen Energieeffizienz und Lebensqualität sucht. Neben Objekten in Dänemark, Österreich, England und Frankreich ist das Haus in Hamburg-Wilhelmsburg nicht nur das einzige deutsche Modernisierungsprojekt, sondern auch das einzige, das sich der „Herausforderung Bestandsimmobilie“ stellt. „Auf diese Weise wird das sanierte Haus zweifachen Vorbildcharakter haben“, unterstreicht Maren Schoon, Geschäftsführerin des Verbands für Haus- und Wohneigentum Hamburg. Der Landesverband Hamburg unterstützt die Initiative des Dachfenster-Herstellers inmitten der Siedlergemeinschaft Finkenriek und hebt dessen Modellhaftigkeit hervor. „Die Modernisierung ist so konzipiert, dass andere sanierungswillige Hauseigentümer auch Segmente des Projektes übernehmen können“, so Schoon.

Kreatives Konzept

Die kreativen Impulse für das deutsche Modernisierungsvorhaben kamen von Studenten der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Im Rahmen eines geschlossenen Wettbewerbs erarbeiteten Architekturstudenten der TU Darmstadt zwischen Mai und August 2009 Entwürfe für die Umsetzung des VELUX Model Home 2020 in Deutschland. Die Fragestellung lautete: „Wie lassen sich zukunftweisende Architektur und hochwertige Materialien in idealer Weise zur Modernisierung alter Häuser einsetzen?“ Neben einer optimierten Energieeffizienz sollte auch ein hoher Nutzungskomfort für die Bewohner gewährleistet werden. Insgesamt wurden zwölf Entwürfe eingereicht.

© Velux, Entwurf für Model Home 2020

Das Rennen in dem mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Wettbewerb machte der Entwurf „… aus eigenem Anbau“ von Katharina Fey. „Neben dem hohen Wohnwert überzeugen die energetischen Kennwerte des Entwurfs. Eine CO2-neutrale Bauweise scheint machbar.“, begründete die Fach-Jury ihre Entscheidung. Weiter wurden der Einsatz zukunftsweisender Technologien und die Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten“ gelobt. Ein Beispiel hierfür sei die „Umgestaltung der alten unterkellerten Garage zum Saisonalspeicher“. Feys Plan beinhaltet einen lichtdurchfluteten Anbau, der die Wohnfläche von 95,8 qm auf 170 qm erhöht. Auf diesem Anbau wurde eine Photovoltaikanlage und Solarthermie installiert.

Spannendes Projekt

Basierend auf dem Entwurf der studentischen Arbeiten wurde die Konzeption für das deutsche Konzepthaus vorangetrieben. Begleitet wurde das Vorhaben von dem VELUX-Kompetenzteam, bestehend aus Architektur- und Lichtplanungs-Experten wie Prof. Manfred Hegger, TU Darmstadt, und Lichtplaner Prof. Peter Andres, TU Düsseldorf. Seit Ende 2010 ist das Haus fertiggestellt.

Glücklich wohnen, Energie erzeugen, Zukunft erforschen

Eine große Wohnzufriedenheit der Testfamilie, über den kalkulierten Werten liegende Erträge der regenerativ erzeugten Energie und ein geringerer Heizwärme- und Warmwasserbedarf als vorausberechnet – mit dieser Zwischenbilanz nach dem ersten Jahr bestätigt das auf zwei Jahre angelegte, wissenschaftlich begleitete Wohnexperiment im VELUX LichtAktiv Haus, dass sich höchster Wohnwert und eine komfortable Nutzung erneuerbarer Energien auch bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden verwirklichen lassen. Nur der Stromverbrauch für die Erzeugung der im LichtAktiv Haus benötigten Heizwärme liegt über den theoretischen Berechnungen, sodass 2012 das Ziel „Energieautarkie“ noch nicht erreicht werden konnte. In den kommenden Monaten werden deshalb die beteiligten Wissenschaftler und technischen Experten die Regelung der Wärmepumpe und die Anlagentechnik optimieren. Zudem wird das Wohnexperiment über den Jahreswechsel hinaus um einige Monate verlängert. So kann der Energieverbrauch des kommenden Winters mit den beiden vergangenen Wintern verglichen und der Erfolg der Optimierungsmaßnahmen überprüft werden.

„Gemäß der Maxime ‚Ein Experiment sagt mehr als tausend Expertenmeinungen‘ entwickelt und realisiert VELUX bereits seit Jahren Konzepthäuser mit dem Ziel, Erkenntnisse für das Bauen und Wohnen der Zukunft zu gewinnen“, erklärt Dr. Sebastian Dresse, Geschäftsführer VELUX Deutschland GmbH. „Mit unserem auf zwei Jahre angelegten Wohnexperiment im LichtAktiv Haus wollen wir versuchen zu zeigen, dass bereits mit den heute verfügbaren Kenntnissen und Baumaterialien CO2-neutrale Gebäude errichtet werden können und auch bei bestehender Bausubstanz Nachhaltigkeit mit den gestiegenen Ansprüchen an Wohnqualität verbunden werden kann.“

Begleitet wird dieses Wohnexperiment durch ein umfassendes wissenschaftliches Monitoring der Technischen Universitäten Braunschweig und Darmstadt sowie der Humboldt-Universität zu Berlin, dessen Konzept erstmals quantitative und qualitative Untersuchungsmethoden verbindet. Dabei werden seit Januar 2012 kontinuierlich alle Daten zu Energieerzeugung und -verbrauch sowie das Außenklima und die entsprechenden Innenraumwerte quantitativ erfasst und dokumentiert. Parallel dazu beantwortet die Testfamilie im Rahmen von qualitativen Interviews, Gruppendiskussionen und Onlinebefragungen regelmäßig Fragen zu ihrem persönlichen Wohn- und Wohlfühlgefühl, um einen Bezug zu den quantitativen Messwerten herzustellen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die grundsätzliche Frage zu beantworten, was in Bezug auf zukünftige Wohnqualität wirklich wichtig ist und wie eine umweltverträgliche Wohnlösung konzipiert sein sollte, die seinen Bewohnern ein gesundes Raumklima und besten Wohnwert bei gleichzeitiger Minimierung des Ökologischen Fußabdrucks bietet.

Seit Februar 2013 ergänzt zudem ein Elektroauto das Wohnexperiment und erhöht die Eigennutzungsquote der solar gewonnenen elektrischen Energie. Zugleich fließen die Daten des Elektrofahrzeugs in das Monitoring der beteiligten Universitäten ein. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, inwieweit Null- oder Plusenergiegebäude in Verbindung mit Elektromobilität bereit für eine breite Nutzung sind.


Wer wissen will, wie es sich in diesem Haus lebt und welche Erfahrungen die Familie Oldendorf darin macht, kann sich im Blog www.lichtaktivhaus.de informieren.

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