Springen sie direkt:

Nichts auf der Welt
ist so mächtig
wie eine Idee!,
deren Zeit gekommen ist!
VICTOR HUGO

Antwort und Geselligkeit beim Siedlerfrühschoppen! jeden Sonntag von 11-12 Uhr im Pfarrsaal der Katholischen Kirchengemeinde Neureut-Kirchfeld, Moldaustraße 18 (Eingang neben dem Kirchturm)

Chronik der Kirchfeldsiedlung mit Daten, Fakten, Geschichten Wissenswertes auch für Neubürger in Kirchfeld-Nord
Gewidmet sei die Chronik den Siedlern der ersten Stunde, die nach Flucht und Vertreibung die Kraft fanden, in der neuen Heimat ein blühendes Gemeinwesen aufzubauen, machte der Autor der Chronik der Kirchfeldsiedlung und Vorsitzender des Bürgervereins Neureut-Kirchfeld Siedlergemeinschaft, Dr. phil. Herbert Karl, bei der offiziellen Buchvorstellung des reich bebilderten Werkes deutlich.
Bereits im Dezember 2011 ist das Buch „Die Kirchfeldsiedlung-Chronik eines Ortsteils“ nach umfangreichen Vorbereitungen anlässlich des 60 jährigen Jubiläums der Kirchfeldsiedlung 2010 beim Info Verlag Karlsruhe erschienen, erklärt der studierte Historiker. „Das Besondere der Kirchfeldsiedlung ist, dass sie auf dem ehemaligen Exerzierplatz der Karlsruher Garnisonen entstanden ist und zwar insgesamt in drei großen Siedlungsmaßnahmen. Den Anfang machte die 1927 gegründete Schaffergilde, die bis 1931 aktiv war und es sich zur Aufgabe machte, für minderbemittelte, kinderreiche Familien Eigenheime zu errichten“.
Der Leser erfährt auch, dass auf dem Gelände eine Bebauung vorgesehen war, die für 10 000 Menschen Platz bieten sollte. 1950 beschlagnahmte jedoch die amerikanische Militärverwaltung große Flächen davon. Trotzdem sei auf dem Gelände, so Dr. Herbert Karl, die größte Flüchtlingssiedlung in Baden-Württemberg entstanden, wo Sudetendeutsche, Donauschwaben und Ungarndeutsche eine neue Heimat fanden. Die Intention des Buches sei, ein Kapitel deutscher Geschichte für die Erinnerung zu bewahren, das eigenartigerweise bereits heute in Vergessenheit gerät, so unterstreicht Dr. Karl besonders im Hinblick auf die zur Unterbringung tausender Flüchtlinge aus dem Landkreis Karlsruhe erstellten Neuen Siedlung. „Es ist die Geschichte auch von Millionen Heimatvertriebener und Flüchtlingen, die infolge des Zweiten Weltkrieges aus ihrer ost- und südosteuropäischen Heimat vertrieben wurden und sich in dem schwer zerstörten Nachkriegsdeutschland eine neue Heimat aufbauen mussten.
Die Chronik will historisches Geschehen aufzeigen, sie will aber vor allen Dingen deutlich machen, dass es die Menschen sind, die Geschichte gestalten!“ Sie soll kein historisches Handbuch sein sondern will Geschichten erzählen, darunter auch Amüsantes wie die „Lex Veronica“.
Ganz aktuell zeigt sich die Chronik in ihrem Teil über Kirchfeld-Nord „Nach über 50 Jahren schließt sich der Kreis“, wo die Konversion des amerikanischen Kasernengeländes beschrieben wird.
Herr Ortsvorsteher Jürgen Stober hatte bei der Buchpräsentation auf die bisherige Geschichtsschreibung über Neureut zurückgeblickt: „Als Folge der Eingemeindung 1975 wurde im Jahre 1983 mit der Ortschronik die Entwicklung von Neureut erstmals auf Grund historisch-wissenschaftlicher Unterlagen umfassend dargestellt. Es war und ist ein ganz besonderes Werk, das die Geschichte Neureuts festgehalten hat. Vorausgegangen war das im Jahr 1960 von Manfred Schwerdtfeger verfasste heimatgeschichtliche Lesebuch unter dem Titel „Zwischen Heide und Strom“. Es fand damals im Rahmen der 850-Jahrfeier von Neureut reges Interesse und war alsbald vergriffen.
Ein weiteres ortsgeschichtliches Dokument gab es auch von Neureut-Süd, von Welschneureut, aus dem Jahre 1924. Der damalige Pfarrer Friedrich Askani hatte es unter dem Titel „Welschneureut, die Waldenser-Kolonie bei Karlsruhe“ zu Papier gebracht. Leider ist auch diese interessante Broschüre längst nicht mehr verfügbar. Umso mehr freut es mich nun, Ihnen heute in Fortsetzung der historischen Darlegungen die Chronik über unsere Kirchfeldsiedlung vorstellen zu können, bzw. dabei mitzuwirken. Die Chronik ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Dokumentation des Werdens und Wachsens unserer Kirchfeldsiedlung von den Jahren ab 1927 mit der Schaffergilde und nach dem 2. Weltkrieg mit der Neusiedlung bis hin zur heutigen Konversion. Die Geschichte wird nachhaltig erhellt, und auch das Schicksal der heimatvertriebenen Menschen lebendig erhalten. Die Chronik dient so als wichtiges Nachschlagewerk, auch für die nachfolgenden Generationen“.
Mit der Herausgabe der Chronik sei ein lang gehegter Wunsch der Bewohner in Erfüllung gegangen, betonte Josef Feger, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins. Noch leben Zeitzeugen, unterstreicht er. Bisher habe es nur positive Reaktionen auf die Chronik gegeben, berichtete Feger. Es sei in dem Werk hervorragend gelungen, alle Landsmannschaften und auch die Alt-Neureuter miteinzubinden!
Erschienen ist das Buch „Die Kirchfeldsiedlung-Chronik eines Ortsteils“ im Info Verlag Karlsruhe, geschrieben von Dr. Herbert Karl, herausgegeben vom Bürgerverein Neureut-Kirchfeld Siedlergemeinschaft. Ab sofort ist das 543 Seiten umfassende Buch mit rund 150 Bildern zum Preis von 24,80 € im Buchhandel oder bei der Neureuter Ortsverwaltung erhältlich.
Bilder: CHRONIK KIRCHFELD