Tag des Wohneigentums 2022

Lohnt sich das? - Klimagerechtes Wohnen


Bundesverbandstag, 06. Oktober 2022 in Berlin

Die Teilnehmer aus Oberfranken

BV Teilnehmer
v.l.Rudolf Limmer (Präsident Landesverband Bayern), Herbert Röder (Bezirksvorsitzender), Waltraud Herdegen (stv. Bezirksvorsitzende), Theo Dietz ( stv. Bezirksvorsitzender)   © BV Oberfranken


VWE-Vizepräsident Wegner: "Klimagerechtes Wohnen möglich machen!"

VWE diskutiert mit BMWSB-Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger und Vertretern aus Politik und Verbänden über Bezahlbarkeit der Sanierungswelle im Gebäudebestand und legt Positionspapier "Wohneigentum für Generationen denken" vor

Berlin, 6. Oktober 2022 - Lösungen müssen her, um Menschen mit Wohneigentum bei der Generationenaufgabe "Energetische Sanierung" zu unterstützen! Auf der heutigen Podiumsdiskussion zum Tag des Wohneigentums, zu dem der Verband Wohneigentum (VWE) Staatssekretär Dr. Rolf Bösinger, BMWSB, und weitere Vertreter aus Politik und Verbänden eingeladen hatte, drehte sich alles um Kosten, Nutzen und Förderung klimagerechten Wohnens. Zur Veranstaltung legte der VWE zudem das umfassende Positionspapier "Wohneigentum für Generationen denken" vor.

Bundesversammlung
v.l. Dr. Rolf Bösinger (Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen), Peter Wegner (Vizepräsident VWE), Dr. Jan-Marco Luczak (MdB, CDU), Florian Becker (Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbund), Christian Huttenloher (Generalsekretär DV), Daniel Föst (MdB, FDP), Axel Guthmann (Verbandsdirektor LBS)   © Philippe Dauphin

Der Krieg in der Ukraine hat die Energieversorgung erheblich erschwert und verteuert. Ob und wie diese Krise die Klimaschutzziele unter Druck setzt, schwang in der Diskussion stets mit. Bis 2045 soll der Gebäudebestand CO2-neutral sein. Die notwendige Sanierungswelle für Eigenheime und Wohnungseigentum stellt viele Menschen vor große Herausforderungen, konstatierte Peter Wegner, Vizepräsident des Verbands Wohneigentum, zu Beginn der Diskussion. Zugleich sei die Energiewende wohl notwendiger denn je, um Energieversorgung für die Zukunft überhaupt zu sichern.

Wegners Appell an die Politik: "In Zeiten rasant steigender Energiekosten und wachsender Inflation, wo Baumaterialien, Handwerksbetriebe und Energieberater knapp sind, die Effizienzanforderungen steigen und sich die Förderungskulisse des Bundes ständig ändert, brauchen viele Menschen mit Wohneigentum ganz praktische staatliche Unterstützung!"

Welche Maßnahmen lohnen sich bei energetischer Sanierung von Bestandsgebäuden, was fordert und fördert der Staat? In seiner einführenden Keynote betont Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, dass die Bundesregierung gerade "mit Hochdruck" daran arbeite, die Förderkulisse zu vereinfachen und neu zu strukturieren: Wir wollen keine Anforderungen, die Bauen immer teurer machen, aber nichts für den Klimaschutz bringen. Fördermittel müssen dahin fließen, wo die CO2-Einsparung am größten ist."

Dem stimmt Daniel Föst, MdB FDP (bau- und wohnungspolitischen Sprecher), zu und ergänzte: "Wir fördern falsch. Wir müssen es kanalisieren, dass es da ankommt, wo es gebraucht wird. Nicht in den Neubau vom Supermarkt, sondern in die Bestandssanierung!"

Dr. Jan-Marco Luczak, MdB CDU (baupolitischer Sprecher) kam auf das auslaufende Baukindergeld zu sprechen. Eine Evaulation habe gezeigt, wie erfolgreich diese Förderung dabei geholfen habe, Schwellenhaushalten zum Wohneigentum zu verhelfen. "Man sollte über ein Folgeinstrument nachdenken. Ich denke, dass es wichtig wäre!"

Axel Guthmann, Verbandsdirektor der LBS, kritisierte, dass die von der Bundesregierung aktuell geplante Förderung von Wohneigentum sich auf eine Neubauförderung konzentriere und Erwerb von Bestandsimmobilien vernachlässige. Außerdem passe die angedachte Einkommensgrenze nicht zu den wachsenden Effizienzanforderungen.

Florian Becker, Geschäftsführer Bauherren-Schutzbund e. V., erklärte, dass aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen die Bereitschaft energetisch zu sanieren bei Menschen, die in ihrem Wohneigentum leben, signifikant zurückgegangen sei. "Ein Problem ist, dass man derzeit viel wollen, aber wenig machen kann." Becker untermauerte die VWE-Forderung nach einer flächendeckenden und niedrigschwelligen Beratungsstruktur.

Dass es derzeit an Beratungsmöglichkeiten und Transparenz bei der Förderstruktur mangele, bestätigte auch der moderierende Christian Huttenloher (Generalsekretär und Vorstandsmitglied des DV - Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.).

Gemäß dem Motto des VWE-Positionspapiers "Wohneigentum für Generationen denken" birgt klimagerechtes Wohnen die Verantwortung für künftige Generationen. "Uns allen muss daran gelegen sein, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu fördern. Und das heißt, die Mitte zu stärken. Es geht nicht darum, denen Fördergelder hinterher zu werfen, die es nicht nötig haben, sondern darum, breiten Bevölkerungsschichten auch für künftige Generationen ein selbstbestimmtes Leben und selbstverantwortliches Wirtschaften zu ermöglichen", betonte VWE-Vize Peter Wegner.
(Text: Anna Florenske - Pressesprecherin Verband Wohneigentum, Bonn)