Hilfe für Hochwasseropfer

26. September 2002


Zahlreiche Siedlergemeinschaften aus anderen Landesverbänden haben finanzielle und materielle Hilfe angeboten. Auf Anfrage, welche Siedlergemeinschaften betroffen sind, teilt der Landesverband Sachsen folgende Anschriften mit:

Vom Hochwasser betroffene Siedlervereine

In den Siedlervereinen Dresden-Obergorbitz „Wetterscheide“ und Thalheim sind „nur“ einzelne Mitglieder betroffen, die aber sehr große Schäden haben. Bemerkt werden soll auch, dass der Siedlerverein Pirna zugunsten der anderen Betroffenen auf Spenden verzichten würde, da bereits Spenden aus befreundeten Partnervereinen eingetroffen sind.

Spontan gespendet
Für einen Leser von „Familienheim und Garten“, der seine Reise nach Dresden wegen der Überschwemmungen storniert hatte, erreichte unsere Reisefee Anja Monschau durch Entgegenkommen des Reiseveranstalters htc – das gebuchte Hotel war nicht vom Hochwasser betroffen – dass die fällige Stornogebühr erlassen wurde. Hierfür bedankte sich dieser mit dem Hinweis, dass er den bereits eingeplanten Betrag den Hochwasseropfern zukommen lassen werde.

Beispiellose Hilfe


Ein anschauliches Bild von den erlittenen Schäden aber auch von der tatkräftigen nachbarschaftlichen Hilfe vermittelt dieser Bericht von Siedlerfreund Reiner Kirsten:

Als die Bewohner der Zehistaer Siedlung von den Wassermassen der Seidewitz eingeschlossen waren, mussten auch sie ihre Häuser verlassen. Ohne Hilfe von außen war das jedoch nicht mehr möglich. So entschloss sich der Besitzer des Hotels „Zur Post“ im Bunde mit der Pirnaer Feuerwehr die Betroffenen zu evakuieren und mit Unterstützung der Gastwirtsfamilie Michel in deren Gasthaus „Heidekrug“ in Cotta unterzubringen. Trotz der Ungewissheit über das noch zu erwartende Ausmaß des Hochwassers wandelte sich die Angst in ein Gefühl der Geborgenheit.

Frau Michel trocknete unsere völlig durchnässten Sachen. Die Evakuierten erhielten kostenlos Verpflegung. Als uns Herr Michaelis am Abend mit in sein Hotel nach Zehista nehmen konnte, stand bald ein reich gedeckter, von Kerzen beschienener Abendbrottisch bereit.

Früh war dann das Wasser soweit gefallen, dass wir wieder in unsere Wohnhäuser zurückkehren konnten. Dort bot sich ein grauenvolles Bild: Die Keller voll schlammigem Wasser, teilweise überflutete Erdgeschosse, in den Gärten Schlammschichten bis ca. 50 cm Höhe, Schwemmgut aus den Siedlungsgebieten in unvorstellbarem Ausmaß, tiefe Gräben und unbrauchbare Wohnungseinrichtungen.

Wolfgang Dreßler stellte drei Mitarbeiter seines Bauunternehmens mit zwei Schaufelradladern, einen Minibagger und ein Pumpaggregat zur Verfügung. Das Aufräumen begann. Hilfe kam von den Mitgliedern des Pirnaer Siedlervereins, sowie deren Familienangehörigen, von Anwohnern, Verwandten und Freunden der Betroffenen.

Die Helfer sorgten für die Verpflegung, bereiteten uns warmes Mittagessen oder backten teilweise bis in die Nacht Kuchen; wuschen die Wäsche, da kaum noch eine Waschmaschine in der Zehistaer Siedlung funktionsfähig war.

Die Verzweiflung ging zurück wie der Wasserstand der Seidewitz. Geblieben ist die Dankbarkeit gegenüber all denen, die uns in dieser schwer zu ertragenden Situation so tatkräftig unterstützt haben. Danken möchte ich auch denjenigen, die ich wegen des begrenzten Umfanges meines Beitrages nicht nennen konnte.

Nun folgt ein neuer Abschnitt der Hochwasserbewältigung, der Wiederaufbau. Hoffentlich spüren wir auch dabei die Unterstützung eines großen Gemeinwesens.