Nach der Flut-Katastrophe


"Siedler helfen Siedlern"

Unter diesem Hilferuf wurde im Vorstand der KG Leipzig und Umgebung über Nacht eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Der Siedlerverein Kleinsiedlung Leipzig Meusdorf stellte den Saal ihres Siedlerheimes zur Verfügung. Zwanzig bis dreißig Siedlerinnen und Siedler sortierten sofort das Spendengut. Bis auf einige wenige waren alle Gegenstände wie Kaffeemaschinen, Haushaltsgegenstände, Geschirr, Bettwäsche, Bekleidung, Kinderspielzeug, Heimelektronik in gutem Zustand.

Nach vier Tagen konnten wir 10 LKW à 7,5 t voll beladen und sie zu den Flutopfer-Sammelstellen Torgau-Oschatz, Bennewitz, Deutschenbora und Püchau bringen. Unser besonderer Dank gilt unseren Siedlerfrauen und Siedlern aus den Siedlungen SV-Leipzig Meusdorf, SV-Liebertwolkwitz 24, SV-Kolmsiedlung, SV Johannishöhe, SV-Mariental-Gudrun-Siedlung, SV-Kleinsiedlung Stötteritz, SV-Grünau und nicht zuletzt unserem Landesgartenfachberater Gerhard Folke.Unser Dank gilt ebenfalls den Fuhrunternehmen die unsere Spenden schnell und kostenfrei an die Zielorte brachten: Jan Lehmann aus Wurzen (Siedlersohn aus dem SV-Johannishöhe) Fa. Dirk Lehmann, Fa.Thomas Neumann und und die Malerfirma Heino Würker.

Aus Bayern kam ebenfalls Hilfe für unsere Hochwassergeschädigten. Die Frauengruppe Unterroth sammelte für einen 40- t-Sattelschlepper Kleinmöbel, Schlafzimmer, Wohnzimmer. Eine komplette Küche und Kindersachen sowie Spielzeug, welche von der Spedition Sauter kostenlos von Unterroth nach Nassen-Ost und dann nach Deutschenbora gebracht wurden. Bei dieser Erfassung von Spenden konnten wir auch an einen total geschädigten Siedler in Eilenburg eine Geldspende übergeben. Diese Erfolgserlebnisse sind für unseren Vorstand weiter Ansporn für unsere weitere Arbeit zum Nutzen aller Siedler des DSB.

Claus Walther



Wiederaufbau nach dem Hochwasser

Während der Überflutung unserer Siedlungsgebiete Zehistaer Siedlung und teilweise Am Lindigt und Postweg am 12. und 13. August 2002 durch den Gebirgsfluss Seidewitz herrschte zunächst Ratlosigkeit. Am 14. August begannen die Aufräumungsarbeiten, getragen von den Betroffenen, in großem Umfang unterstützt durch freiwillige Helfer aus nicht oder nur teilweise überfluteten Pirnaer Siedlungsgebieten, durch Verwandte, Freunde und Anwohner. In kurzer Zeit wurde das Ausmaß der Flutschäden sichtbar: Vernichtung aller Einrichtungen in den Kellergeschossen, vor allem der Heizungsanlagen (einschließlich Öltanks), Tiefkühlgeräte und Waschmaschinen, sowie Badeinrichtungen, dauerhafte Durchfeuchtung der Wände vom Keller aus bis in die Zwischendecken zum Erdgeschoss und der Wände im Erdgeschoss, teilweise Vernichtung der Möbel in den Erdgeschossen und Verschlammung der Grundstücke und überfluteter Nebengebäude.

Ein Strom der Hilfsbereitschaft setzte ein und erreichte schnell ein nie geahntes Ausmaß. Beteiligt daran sind nicht nur regionale Institutionen, sondern in besonderem Maße Partner im gesamten Bundesgebiet, vor allem natürlich Siedlergemeinschaften.

Unser besonderer Dank gilt deshalb unseren langjährigen, vertrauensvollen Partnern in der Siedlergemeinschaft Drüschede in Iserlohn, den Mitgliedern und Freunden der Siedlergemeinschaft Hilchenbach-West, der Gemeinschaft der Siedler und Eigenheimer Hüfingen, vor 10 Jahren selbst vom Hochwasser betroffen, der Siedlergemeinschaft Grutholz in Castrop-Rauxel, der Siedlergemeinschaft Rickelshof in Lohe-Rickelshof, der Siedlergemeinschaft Parkstraße Hemer, der Siedlergemeinschaft Hemer 2 Am Damm, der Katholischen Kirchengemeinde Letmathe in Iserlohn und den Initiatoren der Hilfsaktion „Letmathe hilft Pirna“ in Iserlohn.
Weitere Hilfsangebote liegen den Pirnaer Siedlern vom Siedlerverein Görlitz und vom Siedlerverein Herrenteich Bautzen vor, die an die Kreisgruppe Dresden im Sächsischen Landesverband Siedler weitergeleitet wurden.

Es haben sich weitere Siedlergemeinschaften, z.B. aus den Landesverbänden Niedersachsen und Thüringen beteiligt. Die Spendenübergabe erfolgte teilweise direkt durch Vertreter der Spendengemeinschaften, so dass sich unmittelbare Kontakte zwischen den Partnern herausbildeten oder bestehende vertieft wurden. Diese Art der Hilfeleistung verleiht uns weiteren Mut, in einer verzweifelten Situation einen zweiten Anfang nach der Wende zu wagen.

Reiner Kirsten und Christian Thinius