Energieausweis darf kein Kostentreiber seinDeutscher Siedlerbund fordert unbürokratische Energieausweise und warnt vor Bevormundung der Eigenheimer


Am 29. Juni 2005 wird sich der Ausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen mit der Änderung des Energieeinsparungsgesetzes befassen. Kernstück ist die Einführung eines Energieausweises, in dem der energetische Zustand der Gebäudehülle und der Heizanlage von Häusern bewertet werden sollen. Außerdem sollen die CO/2-Emissionen gemessen werden. Der DSB bevorzugt ein Berechnungsmodell, das auf den Erfahrungswerten des tatsächlichen Verbrauchs basiert, vor einem kennwertbasierten Modell, das nur theoretisch begründete Faktoren heranzieht.

Die Befürworter der abstrakten kennwertbasierten Berechnung lassen meist eine unkritische Haltung zu Vor- und Nachteilen einer modernen Dämmstoffumhüllung des Hauses erkennen. Entsprechend fragwürdig ist die als objektiv gepriesene kennwertbasierte Berechnung. Die Fachdiskussion um gesundes Wohnklima – ohne Schimmel und ohne zusätzlich aufwendiges Belüftungssystem – mit natürlichen Mitteln wird offensichtlich übergangen. Nicht nur für Eigner denkmalgeschützter Häuser in hergebrachter Bauweise, sondern auch für diejenigen, die von der klassischen, naturnahen Bauweise überzeugt sind, muss es möglich sein durch nachweislich niedrigen Verbrauch mit einer positiven Kategorie bewertet zu werden. Dies spricht – neben dem geringeren Kostenaufwand – für das verbrauchsbasierte Berechnungsmodell.

„Es muss weiterhin in die Entscheidung des einzelnen gestellt werden, ob und welche Maßnahmen er ergreifen will und finanzieren kann“, so Alfons Löseke.

Der Deutsche Siedlerbund e.V. – Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum – ist mit rund 370.000 Mitgliedern der größte Verband der selbstnutzenden Wohneigentümer Deutschlands. Ziel des DSB ist es, den Erwerb und Erhalt von Eigenheimen und Eigentumswohnungen durch Information, Beratung und weitere Hilfen zu fördern.

V.i.S.d.P. Manfred Rosenthal, DSB