Wohneigentum für die AltersvorsorgeDie Integration der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte private Altervorsorge

3. April 2005


Gero Storjohann MdB
Gero Storjohann MdB
Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Wohneigentumsförderung im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages  
Sinkende Geburtenraten, steigende Lebenserwartungen und anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sind die Ursachen dafür, dass Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherungsträger aus dem Lot geraten. Deshalb wird derjenige, der seinen Lebensstandard auch im Alter sichern will, zusätzlich privat für das Alter vorsorgen müssen. Dabei zählt für die Mehrheit der deutschen Bundesbürger die selbstgenutzte Immobilie zur beliebtesten Form der privaten Altersvorsorge. Rund 80 % der Menschen wünschen sich die eigenen „vier Wände“. Sie sind sofort nutzbar und sie sorgen für geringe Wohnkosten im Alter, so dass im Alter die Rente aufgebessert werden kann.

Im Rahmen der staatlichen Förderung der privaten Altersvorsorge wird daher nicht nur der Aufbau einer staatlichen Geldrente, sondern auch die Anschaffung oder der Bau einer selbstgenutzten Immobilie unterstützt. Allerdings wird der Immobilienerwerb nicht unmittelbar gefördert und die Voraussetzungen für die Förderung sind sehr restriktiv, kompliziert und wenig praktikabel. Mindestens 10.000 Euro, maximal 50.000 Euro dürfen entnommen werden. Der entnommene Betrag muss in monatlich gleichbleibenden Raten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahrs wieder zurückgezahlt sein. Und mit der Rückzahlung muss spätestens zwei Jahre nach Entnahme begonnen werden, was für viele Menschen wegen der gleichzeitigen Finanzierung ihrer Immobilie gar nicht möglich sein dürfte. Hohe Sparleistungen für den Rentenvertrag und eine gleichzeitige Bedienung von Darlehensverpflichtungen würden gerade für Schwellenhaushalte künftig den Weg in die selbstgenutzte Immobilie versperren. Anbieter und Anleger empfinden diese Ausgestaltung zu Recht wenig attraktiv.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag hat sich daher während der Koalitionsverhandlungen mit Erfolg dafür eingesetzt, dass nach Abschaffung der Eigenheimzulage das selbstgenutzte Wohneigentum besser in die geförderte private Altersvorsorge integriert wird. Die Diskriminierung gegenüber anderen Formen der Altersvorsorge soll im Interesse einer echten Wahlfreiheit für die Bürger beseitigt werden. Dies soll zum 1. Januar 2007 umgesetzt sein.

Angesichts der schwierigen Haushaltslage der öffentlichen Haushalte und der aus diesem Grunde abgeschafften Eigenheimzulage muss die verbesserte Förderung der selbstgenutzten Immobilie haushalterisch verkraftbar sein. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, dass nur der Erwerb beziehungsweise der Bau einer selbstgenutzten Immobilie gefördert wird.

Hierbei sind Transparenz und Einfachheit der Voraussetzungen für die Entscheidung potentieller Anleger von großer Bedeutung. Je verständlicher und überschaubarer die Bedingungen sind, um so eher entscheiden sich die Menschen für eine zusätzliche Altersvorsorge.

Die Förderung der selbstgenutzten Wohnimmobilie muss sowohl für die Anbieter als auch für die Steuerverwaltung einfach abzuwickeln sein. Die im Alter an sich erforderliche nachgelagerte Besteuerung wird durch die Gewährung abgesenkter Altersvorsorgezulagen im voraus abgegolten, um Bürgern und Finanzverwaltung die Erfassung des Wohneigentums für steuerliche Zwecke im Alter zu ersparen.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird diese Aspekte bei der Neuregelung der Integration der Wohnimmobilie in die Altersvorsorge berücksichtigen. Seien Sie versichert, dass die berechtigten Interessen der Wohneigentümer hierbei eine angemessene Berücksichtigung finden.

Gero Storjohann