Verband Wohneigentum: Wahlfreiheit für Energieausweis

20. Juni 2006


Insbesondere auch bei Gebäuden mit bis zu sieben Wohneinheiten, so auch bei Eigenheimen, würde danach zukünftig nur die teurere Variante des sogenannten "bedarfsorientierten" Energieausweises Pflicht werden und keine Wahlmöglichkeit bestehen. Das ist nicht im Interesse der mündigen Verbraucher, sondern fördert nur den bürokratischen Aufwand.

"Wir haben wiederholt gefordert, den Energieausweis als echtes Hilfsinstrument für Hauseigentümer auszugestalten und eine kostengünstige, unbürokratische Variante anzubieten", betonte Alfons Löseke, Präsident des Verbandes Wohneigentum (vormals Deutscher Siedlerbund). Es ist und bleibt im Sinne des Verbrauchers, das Optionsrecht wie angekündigt in der Energieeinsparverordnung festzuschreiben. Verbrauchswertorientierte Berechnung ist einfacher und schneller zu erstellen und somit - wie von allen Beteiligten festgestellt - preiswerter. Wir sprechen uns für die Wahlfreiheit bei der Energieverbrauchsberechnung für Bestandsbauten aus, um zwischen dem ingenieurtechnisch berechneten Energieausweis auf der Grundlage des theoretischen Energiebedarfs und dem Energieausweis auf der Grundlage des tatsächlichen Energieverbrauchs wählen zu können.

Der selbstnutzende Wohneigentümer hat ohnehin ein ureigenes Interesse an einem möglichst geringen Energieverbrauch seines Hauses und den kann er am energetischen Zustand beim realen Verbrauch und den damit verbundenen Energiekosten ablesen und nicht an theoretischen Kennwerten. Deshalb ist es uns wichtig, jeden für Energieeinsparung und Modernisierung zur Verfügung stehenden Euro auch dafür auszugeben und nicht für einen teuren und aufwendigen Energieausweis. Der Verbraucher und Wohneigentümer kann jeden Euro nur einmal ausgeben und sollte selbst entscheiden.

V.i.S.d.P. Manfred Rosenthal, Verband Wohneigentum e. V.