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Thema Badrenovierung: Nicht über den Waschtisch ziehen lassen

Werden die deutschen Privathaushalte bei Badrenovierungen jedes Jahr um Abermillionen Euro geprellt? "Dieser Eindruck drängt sich auf", meint Jost Vielhaber, Pressesprecher des Online-Fachhändlers Reuter. Denn im März 2013 hat das Bundeskartellamt mehrere Haustechnik- und Sanitär-Großhändler durchsucht.

Bad-Ausstellung

© Reuter

Bei den Durchsuchungen gingen die Behörden dem Verdacht nach, "dass Sanitärgroßhändler ein System der Preiskoordinierung betreiben, das die Preisabstimmung zwischen den Großhändlern bezweckt und zu Kartellpreisen gegenüber den Installateuren führt". Wann die Wettbewerbshüter Bußgelder verhängen werden, ist noch nicht absehbar. Experten sagen jedoch, dass ein erheblicher Anfangsverdacht vorliegen muss, damit das Kartellamt aktiv wird.

Die WDR-Sendung "Markt" hat die Hintergründe und Auswirkungen dieses Systems auf den privaten Endkunden in einer Sendung vom 28. Oktober 2013 detailliert beschrieben: Für Badprodukte gibt es in Deutschland keinen stationären Einzelhandel mit nennenswerten Umsätzen, bei dem Verbraucher Preise vergleichen könnten. Badewannen, WCs und Waschtische werden in Deutschland traditionell über den so genannten dreistufigen Vertriebsweg an die privaten Haushalte verkauft: Hersteller beliefern dabei Großhändler und diese wiederum Handwerker, die dem Kunden dann sowohl Badprodukte als auch Handwerksleistungen mit einer uneinheitlichen Mischkalkulation berechnen. Wenn Großhändler nun untereinander Preise abstimmen, um ihre Margen zu sichern, ist der Handwerker häufig zum überteuerten Einkauf gezwungen - egal welchen Lieferanten er wählt. Der Handwerker gibt die überzogenen Preise für Sanitärartikel zuzüglich eines eigenen Aufschlags an seine Kunden weiter.

Hauptprobleme

Aus Sicht der Wohneigentümer hat das System gleich zwei Probleme:

  • 1. Absolut kartellrechtswidrig wären selbstverständlich alle Arten von Preiskoordinierung. Denn sie dienen dazu, das Preisniveau unnötig hoch zu halten und gehen letztlich zu Lasten der Endkunden. Diese werden nicht nur um "Peanuts" erleichtert. Das Bundeskartellamt hat Hunderte von Studien ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass inländische Kartelle im Durchschnitt zu 25 Prozent höheren Preisen führen. Da die Sanitärbranche jährlich Erzeugnisse im Wert von rund 14 Milliarden Euro umsetzt, gewinnt man einen Eindruck von der enormen Größenordnung des Schadens.

  • 2. Der althergebrachte dreistufige Vertriebsweg mit seiner Intransparenz trägt den Keim des Problems in sich selbst, weil er keinen Preisvergleich zulässt. Große Teile der Branche sehen im preisinformierten Verbraucher eine echte Gefahr. Das Sanitär-Branchenblatt "Si Informationen" (Ausgabe 9/2013) formulierte in schöner Offenheit: "Preisinformierte Kunden aber sind mittlerweile zu einem ernsten Problem herangewachsen."

Befehdete Online-Händler

Die Wächter des dreistufigen Vertriebs haben den Hauptübeltäter längst ausgemacht: Es sind Onlinehändler wie Reuter aus Mönchengladbach, der - so die "Si Informationen" - "mit Abstand größte Online-Hai und Preis-Ausplauderer". Bereits 2011 hatte Reuter, der als Einzelhändler im Internet direkt an die privaten Endkunden verkauft, die Verbraucher mit TVWerbespots vor zahlreichen "Mitverdienern" beim Badkauf gewarnt, die dem Kunden viel Geld aus der Tasche ziehen, ohne erkennbaren Nutzen zu stiften.

Wichtiger Wettbewerb

Band-Ausstellung

© Reuter

Was heißt das für Badsanierer? Wettbewerb soll dem Verbraucher nützen. Doch Wettbewerb erfordert ein faires Nebeneinander verschiedener Anbieter und Vertriebskanäle. Die Online-Händler fordern von der Kartellbehörde, Ordnung zu schaffen. Leider hat die Branche nicht zum ersten Mal gegen Wettbewerbsregeln verstoßen. Erst Mitte September 2013 bestätigte das Europäische Gericht Millionenstrafen gegen Sanitärhersteller. Eine Alternative zum althergebrachten Badkauf beim Handwerker stellen Onlinehändler wie Reuter dar. Erst neulich stellte das Sanitär-Branchenorgan "RAS" (9/2013) fest: "Das Internet ändert alles." Es sei ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden - auch unseres Konsumentenverhaltens.

Auch für Einzelhändler und Handwerksbetriebe wären Preisvergleich und entsprechend transparente Preisgestaltungen eine Erleichterung. Dann würde die mächtige Position der großen Produzenten relativiert und sie könnten verbraucherfreundlicher sowie flexibler auf den Kunden eingehen. Auf diese Weise wäre der Wettbewerb für alle Beteiligten - Käufer wie Verkäufer - deutlich fairer und die Badsanierung erschwinglich.

Quelle: Reuter

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