Wohnkomfort geht uns alle an!

Nicht nur die Politik schiebt das Thema "Altersgerechtes Wohnen" auf die lange Bank. Auch der Rest der Bevölkerung setzt sich so spät wie möglich damit auseinander. Das mag menschlich sein, vorausschauend ist es nicht. Wohnkomfort heißt das Stichwort und es geht uns alle an!

Den Kinderwagen nicht mehr täglich über mehrere Stufen ins Haus hieven, viel Platz im Bad, wenn sich im morgendlichen Trubel die halbe Familie dort tummelt - herrliche Vorstellung! Für die meisten Menschen ist das allerdings ein Traum. Denn die Realität sieht anders aus. Mehrstufige Hauseingänge sind die Norm. Das mag schön aussehen, aber mal ehrlich: Ärgert man sich nicht bei jedem Einkauf darüber, ständig die Tüten die Treppe raufschleppen zu müssen?

Auch Stufen im Haus, die der reinen Optik dienen, können im Alltag unpraktisch sein: Müssen Toilette, Dusche oder Wanne wirklich auf einem schicken Podest stehen? Mag sein, dass sich der eine oder andere Nutzer dann königlich erhöht fühlt. Wer aber nachts verschlafen ins Bad tapst, den Zeh am Podest stößt oder nach einem Sportunfall an Krücken läuft, wird diese Barriere so manches Mal verfluchen.

Hürden früh abbauen

Bei den meisten Neubauten sind solche Stolperfallen einfach zu vermeiden. Man muss sich nur fragen, ob die geplanten Elemente notwendig und alltagstauglich sind.

Bei Bestandsbauten ist der Abbau von Barrieren aufwändiger und teurer. Doch irgendwann steht immer eine Renovierung an. Warum also nicht die Gelegenheit ergreifen, den Wohnkomfort erhöhen und Hürden abbauen? Wer jünger ist, hat das Glück, diese Umbauten nicht komplett auf einmal angehen zu müssen. Stück für Stück den Wohnkomfort zu erhöhen, bedeutet klug fürs Alter vorzuplanen. Häufig müssen Senioren nämlich aus ihrem geliebten Haus ausziehen, weil sich die Barrieren mit Stock oder Rollator nicht mehr bewältigen lassen. Und dann stellt sich die Frage, wohin sie ziehen sollen. Altersgerechter Wohnraum ist Mangelware und entsprechend teuer.

Natürlich ist die Erhöhung des Wohnkomforts immer eine Investition. Doch sie ist wichtig: Für das tägliche Familienleben, für die Altersvorsorge und für die Gesellschaft. Daher muss die Politik dringend finanzielle Unterstützung bieten, bevor wir wirklich nicht mehr wissen, wie und wo wir im Alter selbständig leben können.

Kh

Info-Broschüre: Wohnkomfort für alle

Die kostenlose Broschüre "Wohnkomfort für alle - Barrieren abbauen" gibt einen knappen Überblick über die wichtigsten Baustellen im Haus. Die Broschüre erhalten Sie beim Bundesverband und den Landesverbänden. Ein PDF können Sie hier herunterladen: zum Downloadbereich