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Energetische Sanierung: Kosten höher als Einsparung?Sanierung nützt vor allem der Konjunktur - und dem Klimaschutz

Eine aktuelle Studie der KfW Bankengruppe belegt, was längst bekannt war: Die Investitionen für die energetische Sanierung amortisieren sich nicht allein durch die Einsparungen bei den Energiekosten. Laut den Studien-Ergebnissen profitiert Deutschland trotzdem von der Energiewende, denn sie kurbelt die Konjunktur erheblich an. Leider nicht berechnet wurden: die künftige Kostenersparnis dank der Schonung der Umwelt, das heißt die Klimaschutzziele, und die Reduzierung der Abhängigkeit von Erdöl und Gas.

Die Studie, erstellt von der Prognos AG im Auftrag der KfW Bankengruppe, untersuchte die eingeschränkt berechenbaren gesamtwirtschaftlichen Effekte, die von der KfW-Förderung des energieeffizienten Bauens und Sanierens bis 2050 zu erwarten sind. Schließlich setzt die Bundesregierung vor allem beim Klimaschutz im Neubau wie im Gebäudebestand stark auf die Förderung durch KfW-Programme. 2013 und 2014 stehen dafür jährlich 1,8 Milliarden zur Verfügung.

Die wichtigsten Ergebnisse

Drei Szenarien untersuchten die voraussichtlichen Folgen der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zur Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand. Laut der Studie können bis 2050 Energiekosten von 370 Milliarden Euro eingespart werden. Das entspricht dem Dreizehnfachen der Energiekosten (für Heizung und Warmwasser) aller deutschen Privat-Haushalte in 2011. Um dieses Ziel zu erreichen, sind aber gleichzeitig wohnwirtschaftliche Investitionen von 838 Milliarden Euro notwendig. Einer Energiekosteneinsparung von 370 Milliarden Euro stünde noch ein Verlust von 468 Milliarden Euro gegenüber, der zum Beispiel über die KfW-Programme finanziert werden müsste.

Daneben würde die Umsetzung der geförderten Energiesparinvestitionen bis 2050 jährlich zwischen 200.000 und 300.000 Arbeitsplätze sichern. Insbesondere in der mittelständischen Bauwirtschaft und im Handwerk. Ebenfalls steigere dies die Produktion in der zuliefernden Industrie. "Pro Jahr erhöhten die mit den Investitionen angestoßenen gesamtwirtschaftlichen Effekte das deutsche Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 0,4 Prozent", so die KfW.

Auch die öffentlichen Haushalte profitierten laut der Studie von dem Wachstum und der vermehrten Beschäftigung, die als Folge der Energiewende erwartet werden. Per Saldo beliefen sich die Mehreinnahmen durch Steuern und Sozialabgaben bis 2050 auf 95 Milliarden Euro. "Die für Zinsverbilligung und Zuschüsse einzusetzenden Fördermittel lägen dagegen mit weniger als 70 Milliarden Euro deutlich darunter."

Außerdem, so die KfW, steigern die Sanierungs-Investitionen den Wert eines Gebäudes und erhöhen den Komfort der Bewohner. Diese Aspekte und auch der Klimaschutzeffekt selbst blieben jedoch in der Studie unberücksichtigt.

Laut KfW zeigt die Studie, dass die Energiewende zwar viel Geld kostet, aber dennoch einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen hätte. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, wies darauf hin, "dass Ausgaben im Wirtschaftskreislauf immer auch Einnahmen sind. Große Investitionen in den Klimaschutz tragen also maßgeblich zu Wachstum und Beschäftigung bei".

Wahlfreiheit statt Pauschallösung

Die Ergebnisse der Studie sind also nicht wirklich neu. Bereits 2009 kam eine Kommission des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung zu dem Ergebnis, dass die Lücke der direkten Wirtschaftlichkeit durch staatliche Subventionen geschlossen werden müsse. Dies bestärkt einmal mehr die Forderung des Verbands Wohneigentum: Energieeinsparungen im Sinne des Klimaschutzes sind wichtig - nicht nur für die Natur, sondern auch für die Konjunktur und den Wohnwert. Aber für welches Gebäude und in welchem Umfang die verschiedenen Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind, muss jeder Hauseigentümer selbst entscheiden können. Auch die Qualität der Baumaterialien und des Einbaus spielen für die Nachhaltigkeit der Sanierung eine erhebliche Rolle. Eine verordnete Pauschallösung ungeachtet der Bauphysik jedes einzelnen Hauses und des Nutzungsverhaltens seiner Bewohner ist nicht zielführend.

Kh

Studie zum Download

Auf der Website des Prognos-Instituts steht der Bericht der Studie "Ermittlung der Wachstumswirkungen der KfW-Programme zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren" kostenlos zum Download zur Verfügung:
zur Prognos-Website

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