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Zeitschrift für Haus- und Garteneigentümer


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Man ist sich einig. Wirklich?

Nach Jahren einer defensiven Haltung zum Wohnungsneubau nimmt die Politik zur Kenntnis, dass Mangel herrscht. Wohnraum ist nicht überall knapp, aber in den Wachstumsregionen suchen Familien, Alleinstehende und zurzeit auch Studenten eine geeignete Bleibe. Es fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen, sei es zur Miete, sei es selbstgenutztes Eigentum.

Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin Verband Wohneigentum

Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin Verband Wohneigentum e. V. © Verband Wohneigentum e.V./Kirsten

Schon länger ist ein differenzierter Blick auf die Wohnsituation in Deutschland möglich. Nicht zuletzt durch regelmäßige Studien des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Demographische Einflüsse, Zu- und Abwanderung innerhalb des Landes, Zuwanderung aus europäischen und außereuropäischen Ländern sowie die unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen führen zu Wohnungsüberschuss in den einen und Mangel in anderen Regionen. Aber selbst in so genannten Schrumpfungsregionen ist moderner, angemessener Wohnraum gefragt, abgewohnte Immobilien müssen gegebenenfalls ersetzt werden. Fachleute aus Forschung und Wohnungswirtschaft prophezeien schon länger einen wachsenden Bedarf - von mindestens 250.000 Wohneinheiten jährlich ist die Rede. Aber Investitionen passieren nicht von selbst. Diese Botschaft ist nun auch in der Wohnungspolitik angekommen. Was folgt aus dem erfreulichen Konsens?

Auf der ersten öffentlichen Veranstaltung des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen betonten die beteiligten Verbände einheitlich, dass wir mehr bezahlbare Wohnungen in Deutschland brauchen.
Aber sie nannten auch die Faktoren, die den Wohnungsbau verteuern, zu Planungsunsicherheit und zurückhaltenden Investitionen führen:

  • rapide steigende Grunderwerbsteuer,

  • Erhöhung der Qualitätsstandards,

  • Verschärfung von Auflagen rund um Grund und Boden und Gebäude,

  • rigide Baulandentwicklung,

  • Abschaffung einfacher, gut eingeführter Bauförderung und

  • Einführung komplizierterer neuer Förderprogramme.

Vertreter der Mieter monierten mangelnde Unterstützung, Vertreter der Eigenheimbesitzer klagten über zu wenig Unterstützung für Eigentümer.

Jetzt Handeln!

"Innovative Lösungen" will man, so Bundesbauministerin Hendricks, "gemeinsam weiterentwickeln". Diese Aufgabe soll noch in dieser Legislaturperiode angepackt werden. Bund, Länder und Kommunen sind die politisch verantwortlichen Adressaten. Manche komplexen Zusammenhänge bedürfen der umfassenden Abstimmung und Partizipation der Betroffenen. Anderes hingegen könnte auch ohne weitere Bündnissitzungen längst angegangen werden:

  • Senkung der Grunderwerbsteuer,

  • Augenmaß bei der Grundsteuer,

  • Entwicklung von Bauland unter sachgerechter Neudefinition von "Flächenverbrauch",

  • Verkürzen von Baugenehmigungszeitläufen,

  • Wohngeldreform,

  • effektive steuerliche Förderung des privaten Mietwohnungsbaus und des von einem Großteil der Bevölkerung gewünschten Eigenheimerwerbs.

Jetzt heißt es handeln!

Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin Verband Wohneigentum e.V.

Pressemitteilung

Die ausführliche Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zum ersten Forum des Bündnisses für bezahlbares Bauen und Wohnen finden Sie hier: hier

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