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Verbraucherfreundlicher Energieausweis

2. Oktober 2006. Der Energieausweis für Wohngebäude im Bestand sollte in diesem Jahr eingeführt werden. Ein Referentenentwurf wird schon lange erwartet, doch über Eckpunkte hinaus liegt bis heute noch nichts vor. Gestritten wird vor allem über die Möglichkeit, neben der aufwendigeren bedarfswertorientierten Berechnung auch das einfachere und billigere verbrauchswertorientierte Berechnungsmodell für Ein- und Mehrfamilienhäuser unter fünf Wohneinheiten zuzulassen.
Mitte Juli hat sich Präsident Alfons Löseke an Bundesbauminister Tiefensee gewandt und für die Optionsfreiheit geworben. Am 6. September ging die Antwort des Ministers ein, die Sie unter
Energieausweis in Arbeit lesen können.

Präsident Alfons Löseke

Alfons Löseke
Präsident
Verband Wohneigentum

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

in den vergangenen Wochen beobachten wir lauter werdende Stimmen und Stimmung gegen die Optionsfreiheit beim Energieausweis, das heißt hinsichtlich der Berechnung nach Bedarfswerten oder Verbrauchswerten.

Sie haben sich im April, gemeinsam mit Ihrem Kollegen Herrn Bundesminister Glos, dankenswerter Weise für die Freiheit des Bürgers hinsichtlich der Wahl der Berechnungsmethode ausgesprochen. Dies haben wir, als ein Verband mit bundesweit über 350.000 Mitgliedsfamilien, ausdrücklich begrüßt. Wir bauen weiterhin darauf, dass Sie an Ihren Worten festhalten. Das offenkundige Interesse der Vertreter der Dämmstoffindustrie, der Bau- und Heizungswirtschaft, des Baustoffhandels, der Handwerker, Ingenieure und sonstiger gewerblicher Energieberater an der Ausstellung komplizierter, teurer Energieausweise darf nicht Oberhand gewinnen über die Interessen des Verbrauchers an einem angemessenen Aufwand von Analyseinstrumenten zur entsprechenden Modernisierungsmaßnahme.
Bedauerlicher Weise ist in der Diskussion mittlerweile fast untergegangen, dass die grundlegende EU-Richtlinie, die das Ziel der Energieeinsparung zum Inhalt hat, selbst keine Berechnungsart bevorzugt. Dem entspricht Ihre Haltung, den Eigenheim- und Hauseigentümern die Wahlfreiheit zu belassen.

Zum Streit um den „richtigen“ Energieausweis bleibt allerdings festzustellen, dass die von der Industrielobby favorisierte kennwertbasierte Berechnung aufwendig ist, da nicht nur die Ergebnisermittlung und einige Modernisierungstipps erfolgen, sondern zunächst die Datengrundlage der Bestandsbauten erhoben werden muss. Anders ist es bei der verbrauchsbasierten Berechnung: hier liegen die Daten über mehrere Jahre bereits vor. Der Einwand des Nutzerverhaltens, das ein „objektives“ und damit vergleichbares Ergebnis unmöglich mache, ist vorgeschoben. Langjährige Energieverbrauchszahlen, die bei Häusern im Bestand – um die es hier ja geht – vorliegen, bieten eine statistisch belastbare Datenbasis. Dies gilt für Häuser jeglicher Größeneinheit.

Wir, der Verband Wohneigentum, vertreten bundesweit die selbstnutzenden Wohneigentümer. Natürlich sind unsere Mitglieder angesichts steigender Kosten daran interessiert, Energie einzusparen. Deshalb schätzen wir den Energieausweis als echtes Hilfsmittel positiv ein. Wichtig ist daher, dass praktikable und effiziente Modernisierungshinweise gegeben werden.

Sehr geehrter Herr Bundesminister, nach wie vor erwarten wir eine bürgernahe Lösung:

  • Das Minimum der EU-Richtlinie muss das Maximum der nationalen Umsetzung sein.

  • Der Pass soll unbürokratisch und kostengünstig erstellt werden und dabei aussagekräftig sein. Es sollen nicht mehr Daten als unbedingt nötig erfasst werden.

  • Die für erforderlich erachtete Gutachterqualifikation muss einen breiten Zugang verschiedener einschlägiger Berufe zulassen, um monopolartige Situationen und entsprechende Preisgestaltung zu vermeiden.

  • Die Pflicht zur Erstellung soll jetzt und in Zukunft auf Neubau, Kauf und Neuvermietung beschränkt werden. Da es um Markttransparenz geht ist ein Energieausweis bei Schenkung und Vererbung nicht erforderlich.

Wir fordern Sie auf, sich weiterhin für einen wirklich verbraucherfreundlichen und praxisgerechten Energieausweis und damit für das Optionsrecht bei allen Immobilien einzusetzen. Das für eine effektive Modernisierung notwendige Geld sollte nicht für unnötig kostspielige Berechnungsvarianten ausgegeben werden. Gerade für Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern, die gewohnt sind, manches in Eigenleistung zu erstellen, ist es wichtig, jeden für Energieeinsparung und Modernisierung zur Verfügung stehenden Euro zielgerecht dafür einzusetzen – und nicht für einen teuren und aufwendigen Energieausweis.

Mit freundlichen Grüßen

Alfons Löseke
Präsident


Die Antwort des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, lesen Sie unter Energieausweis in Arbeit .

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