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Finanzierungsbausteine: Staatliche Förderung

Die Quote des selbstgenutzten Wohneigentums liegt in Deutschland mit 45 Prozent (2014) auf dem vorletzten Platz in Europa. Dies wird in der Politik mitunter bedauert, dennoch bleiben nach der Abschaffung der Eigenheimzulage 2006 als staatliche Förderung nur zwei nennenswerte Bausteine übrig.

KFW-Programme

Die KfW-Förderbank bietet verschiedene Förderungen zu Bau und Erwerb sowie zur Sanierung von Bestandsimmobilien an. Auf der Internetseite www.kfw.de finden Sie übersichtlich und zielgerichtet alle in Frage kommenden Programme. Geboten werden besonders günstige Kredite, die meist unter den marktüblichen Zinsen liegen. Was vielen aber nicht klar ist: Die KfW wird nicht Ihr Darlehensgeber! Die Vergabe von KfW-Mitteln erfolgt durch die Geldinstitute des Marktes, die damit das Risiko der Darlehensvergabe tragen. Die Fördermittel der KfW stellen Fremdkapital und nicht - wie oft vermutet - Eigenkapitalersatz dar.
Zudem bietet nicht jedes Kreditinstitut alle KfW-Programme an. Wenn nun ein geeignetes KfW-Programm eingesetzt werden kann, fragt es sich, ob sich das lohnt. Dies hängt auch davon ab, welche Konditionen Ihre Bank für die übrigen Fremdmittel anbietet: Gute Konditionen ohne KfW-Mittel sind manchmal besser als schlechte Konditionen mit KfW-Mitteln.

Helmut Weigt, Finanzökonom (ebs), Finanzfachwirt (FH), Vorsitzender Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz, © Privat

Helmut Weigt, Finanzökonom (ebs), Finanzfachwirt (FH), Vorsitzender Verband Wohneigentum Rheinland-Pfalz, © Privat

Eigenheimrente ("Wohn-Riester")

Sofern Sie zum förderfähigen Personenkreis (vgl. § 10a EStG.) gehören, können Sie Ihre Eigenheimrente für die Finanzierung einsetzen, z.B. durch die Verwendung des Guthabens eines bereits vorhandenen "Wohn-Riester"-Sparvertrages, durch den Neuabschluss eines von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifizierten Annuitätendarlehens oder den Neuabschluss einer BaFin-zertifizierten Bausparfinanzierung.

  • Voraussetzung für den Erhalt der vollen Zulagen ist, dass Sie als unmittelbar förderfähige Person vier Prozent (bis maximal 2.100 Euro) Ihres Brutto-Vorjahreseinkommens für die "Wohn-Riester"-Finanzierung aufwenden. Mittelbar förderfähige Personen, z.B. Ehepartner unmittelbar Förderfähiger, müssen zusätzlich mindestens 60 Euro pro Jahr aufwenden, um die volle Grundzulage zu erhalten.

  • Die Grundzulage beträgt 154 Euro pro förderfähiger Person. Wurden Sie später als 1982 geboren und haben Sie im ersten "Wohn-Riester"-Vertragsjahr Ihr 25. Lebensjahr noch nicht vollendet, erhalten Sie im ersten Vertragsjahr eine Grundzulage von 354 Euro (sog. Berufseinsteiger-Bonus). Als Kinderzulage erhalten Sie 185 Euro für jedes bis Ende 2007 bzw. 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind. Die Kinderzulage wird für jedes Kalenderjahr gezahlt, in dem mindestens einen Monat lang Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag bestand.

  • Darüber hinaus können Sie Ihre Eigenbeiträge inklusive Zulagen steuerlich als Sonderausgaben geltend machen, was eventuell zu einem zusätzlichen Steuervorteil führen kann. Hier gilt: Maximal 2.100 Euro pro unmittelbar Förderfähigem, bei einem Ehepaar mit einem mittelbar Förderberechtigten bis maximal 2.160 Euro.

"Wohn-Riester" ist kein einfaches Finanzierungskonzept, zumal bei Umzug, Vermietung, Veräußerung, Scheidung oder Tod gegebenenfalls Zulagen zurück- oder Steuern nachzuzahlen sind.

Die nachgelagerte Besteuerung der Förderung bewirkt zudem, dass Ihre Eigenheimfinanzierung im Rentenalter noch nicht abgeschlossen ist: Entnahmebeträge aus aufgelösten "Wohn-Riester"-Sparverträgen, die geförderten Finanzierungsleistungen und die hierfür gewährten Zulagen werden auf ein sogenanntes Wohnförderkonto gebucht. Am Ende eines jeden Jahres wird der Wohnförderkontostand um zwei Prozent erhöht. Ab Rentenbeginn wird dieser Konto-Endstand durch die Anzahl der Jahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt und diese Teilbeträge - bis zum bis zum 85. Lebensjahr - Ihrem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Alternativ kann eine Einmalbesteuerung in Höhe von 70 Prozent des Wohnförderkonto-Endstandes für das erste Rentenjahr beantragt werden.

Unser Tipp: Der Einbau von KfW-Mitteln in eine Finanzierung ist in aller Regel lohnenswert.
Die von manchen behaupteten Vorteile der in ihrer Kompliziertheit kaum zu überbietenden "Wohn-Riester"-Finanzierung sollten Sie sich stets schriftlich beweisen lassen.

H.W.

Finanzierungsvergleich: Teil 8

Lesen Sie in der August-Ausgabe über den Vergleich der Finanzierungskonzepte.

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