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Grau statt Grün – Grün statt Grau?

Den Traum vom Häuschen im Grünen träumen anscheinend immer weniger. Immer mehr Menschen leben in Städten, in Deutschland bereits rund 75 Prozent. Und dennoch: die Sehnsucht nach Grün ist ungebrochen.

Die unaufhaltsame Verstädterung verschärft die sich abzeichnenden Klimaprobleme. In Städten werden die meisten Energieressourcen
verbraucht und damit die meisten CO2-Emissionen freigesetzt. Dichte Bebauung und zunehmender Verkehr verschlechtern die Luftqualität und verstärken den Treibhauseffekt in Städten zusätzlich. In Zusammenhang damit stehen gesundheitliche Belastungen wie Herz- und Kreislaufbeschwerden älterer Menschen in den Sommermonaten.

© Dr. Ingo Braune, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

© Dr. Ingo Braune, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Vor diesem Hintergrund ist Grün in der Stadt ein wichtiges Zukunftsthema. Grünflächen haben häufig multifunktionalen Charakter.
Die positiven Wirkungen richtig gewählter und fachgerecht ausgeführter Bepflanzung sind unbestritten. Sie

  • tragen wesentlich zur Klima- und Temperaturregulierung bei,

  • wirken als Staubfilter,

  • dämpfen Starkregenereignisse und Verkehrslärm und

  • bieten als grüne Wände Sichtschutz.

Parks und Grünanlagen

  • sind Horte biologischer Vielfalt, zum Teil sogar für seltene Pflanzen und Tierarten,

  • ermöglichen Naturerfahrung für Jung und Alt vor der Haustür sowie sportliche Aktivitäten und

  • sind Orte sozialer Begegnung.

Wertvolles Grün

Grundstücke und Immobilien werden durch Grün nicht nur optisch aufgewertet, sie werden im wahrsten Sinne des Wortes wertvoller, sprich teurer. Teuer auch deshalb, weil Fläche in der Stadt in der Regel knapp ist. Es gibt Nutzungskonkurrenz und Konflikte. Warum nicht großzügig geschnittene Siedlungsgrundstücke nachverdichten? Warum nicht die Kleingartenanlage opfern für dringend benötigten Wohn- oder Verkehrsraum? Hinzu kommt die prekäre Haushaltslage vieler Kommunen. Bei der Pflege des Grüns lässt sich der Rotstift leichter ansetzen als bei Sport oder Kultur. Grün hat selten eine lautstarke Lobby. Dass Grün auch zur notwendigen Infrastruktur einer Stadt gehört und zur Daseinsvorsorge für die Menschen, tritt dann allzu leicht in den Hintergrund bei Planern und Entscheidern.

Was dringend gebraucht wird, sind neue, intelligente Konzepte, wenn wir unser Grün nicht in Grau verwandeln oder verwahrlosen lassen wollen. Auf der anderen Seite brauchen wir auch tragfähige Konzepte für Städte, deren Bevölkerung in Zukunft weiter schrumpfen wird. Hier eröffnen sich neue Chancen für grüne Freiräume.

Erstmalig : Grünbuch

Nach dem Subsidiaritätsprinzip sind das primär kommunale Themen und Aufgaben, aber nicht ausschließlich. Deshalb haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft am 10./11. Juni dieses Jahres gemeinsam einen Kongress "Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft" durchgeführt.

Zum Kongress wurde ein gemeinsam erarbeitetes Grünbuch vorgestellt, das eine themenübergreifende Bestandsaufnahme zum städtischen Grün aus Sicht der Bundesregierung enthält. So etwas hat es bisher nicht gegeben. Im Grünbuch werden Entwicklungen und das schwierige Feld von Zuständigkeiten und Akteuren beschrieben. Mit dieser Bestandsaufnahme ist eine Grundlage geschaffen, um eine neue, integrierte Strategie für das urbane Grün zu entwickeln und umzusetzen.

Bürgergrün

Der Kongress war erst der Auftakt. Ziel ist die Vorlage eines sogenannten Weißbuchs mit konkreten Handlungsempfehlungen im Frühjahr 2017. Dabei werden sich wandelnde Kooperationsformen zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu berücksichtigen sein. Stärkere Bürgerbeteiligung bei der Planung und Gestaltung ist erforderlich, damit Maßnahmen breite Akzeptanz finden. Das kann nur und muss vor Ort geschehen. Dabei stellt sich aber die Frage: Welche Mitgestaltungsmöglichkeiten sind einzuräumen, oder welche Freiräume sind den Bürgern zu überlassen, ohne im öffentlichen Interesse notwendige Maßnahmen zu blockieren? Dies gilt beispielsweise für spontane und private Projekte des "urban gardening" (das heißt kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen).

Nicht vergessen bei der Diskussion über das Grün in der Stadt sollte man außerdem die großen Potenziale des Grüns im Besitz von Unternehmen und der vielen Privaten. Gerade die Haus- und Kleingärten, die vielerorts unsere Städte mitprägen, sind damit auch ein unverzichtbarer Bestandteil einer lebenswerten Stadt.

I.B.

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