Zulassungsregelung für Makler und Verwalter

Meist kaufen oder verkaufen Privatpersonen nur einmal im Leben ein Einfamilienhaus oder eine selbst genutzte Eigentumswohnung.
Sie haben dabei keine eigenen Erfahrungen und kaum Kenntnisse im Bereich des Immobilienmarktes und des Immobilienrechts und beauftragen als Profi einen Makler. Jedoch: Nach aktueller Rechtslage bedarf die gewerbsmäßige Immobilienverwaltung weder eines Sachkundenachweises noch einer Erlaubnis. Das Gewerbe ist lediglich gegenüber der zuständigen Behörde anzuzeigen.


Dies will der Gesetzgeber ändern und zugunsten der Verbraucher Qualifikationsstandards einführen.

Neue Zulassungsregelung

Der Verband Wohneigentum begrüßt grundsätzlich den Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums, der ein Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum vorbereitet. Doch hat der Entwurf noch erhebliche Schwachstellen.

Nach der Änderung des § 34c der Gewerbeordnung wird für Immobilienmakler und -verwalter ein Sachkundenachweis als neue Voraussetzung für die Erteilung der gewerberechtlichen Erlaubnis eingeführt. Weitere Voraussetzung ist der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung. Zudem müssen Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse vorliegen. Angestrebt wird dadurch eine Verbesserung der Dienstleistungen: eine Stärkung des Verbraucherschutzes.

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© djd/Bauherren-Schutzbund e.V.

Keine "Alte-Hasen-Regelung"

Immobilienmakler, die vor Inkrafttreten des Gesetzes sechs Jahre lang ununterbrochen als Makler tätig waren, müssen nach dem Referentenentwurf keine Sachkundeprüfung nachweisen. Aber gerade langjährige Tätigkeit allein beweist nicht, dass sie die fachlich ausreichende Qualifikation besitzen. Nur eine Sachkundeprüfung für die Neulinge auf dem Gebiet zu fordern, sieht der Verband Wohneigentum daher kritisch.

Zu klären wird im weiteren Gesetzgebungsverfahren sein, wie der Nachweis in einer angemessenen Übergangszeit erbracht werden kann. So ließe sich sicherstellen, dass die üblicherweise erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen, und zwar nicht nur in Teilbereichen, sondern im Gesamtspektrum, vorhanden sind.

Einbeziehung Mietverwalter

Unverständlich ist, dass bisher Mietverwalter nicht unter die neue Gesetzesregelung fallen sollen. Wohnungsverwalter sind Wohnungseigentumsverwalter (WEG-Verwalter) und Mietverwalter. Daher fordert der Verband Wohneigentum, dass sämtliche Verwalter, eben auch Mietverwalter, noch in das Gesetzgebungsverfahren einbezogen werden. Sonst bestünde die Gefahr, dass sich weniger qualifizierte Verwalter zukünftig auf die Mietverwaltung beschränken.

Auswahl Immobilienmakler und -verwalter

Heute und auch in Zukunft rät der Verband Wohneigentum dazu, vorsichtig bei der Auswahl eines Immobilienmaklers oder -verwalters zu sein. Empfehlungen und Referenzen können bei der Entscheidung helfen.

Vom Koalitionsvertrag zum fertigen Gesetz

"Für Maklerleistungen wollen wir klare bundeseinheitliche Rahmenbedingungen und ebenso Qualitätssicherung." "Zudem wollen wir einen Sachkundenachweis einführen und Standards aus anderen Beratungsberufen auf das Maklergewerbe übertragen. Wir werden berufliche Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Wohnungsverwalter und Immobilienmakler verankern".

So die Zitate aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD nach der Bundestagswahl 2013. Aus dem Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums Ende 2014 wurde der Referentenentwurf für das Gesetzgebungsverfahren entwickelt. In den nun folgenden Anhörungen und im parlamentarischen Verfahren wird der Entwurf ausführlich beraten, angepasst und dann als Gesetz verabschiedet.

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Den Referentenentwurf der Bundesregierung finden Sie hier.