Antworten der Partei Bündnis 90/Die Grünenzum Thema Klimaschutz: Energetische Sanierung

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1) Bezahlbarkeit

Frage: Was planen Sie, um die Bezahlbarkeit des Wohnens für Neubau und Bestand sicherzustellen?

Antwort: Wir setzen uns für bezahlbaren Wohnraum in Neubau und Bestand ein, mit einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit und einem fairen Mietrecht. Das Bauen haben wir durch das neue Urbane Gebiet im Baurecht bereits deutlich erleichtert, es darf dort künftig doppelt so dicht und damit schneller und günstiger gebaut werden. Die größten Preistreiber sind die Spekulation mit Bauland, die hohe Nachfrage ohne Preisdeckel, und besondere Ausstattungsstandards. Die energetischen Anforderungen stehen weit dahinter zurück, zumal sie mit deutlichen Einsparungen bei den Energiekosten einhergehen. Beim Klimaschutz darf es keine Abstriche geben. Wir verdoppeln die Förderung auf insgesamt 7 Milliarden Euro, und kurbeln damit die sozial verträgliche energetische Modernisierung an.

2) Standard

Frage: Welchen Standard sehen Sie für den Neubau selbstgenutzter Eigenheime und Wohnungseigentums vor? Wie wollen Sie vermeiden, dass dieser zu einem Faktor wird, der als "Stellschraube zu weiteren Verschärfungen und Verteuerungen von Bau-und Sanierungsauflagen führt? Planen Sie zusätzlich einen Standard für Bestandsimmobilien, allgemein oder wenn diese saniert werden?

Antwort: Wir wollen, dass der von der EU vorgeschriebene Niedrigstenergie-Gebäudestandard im Neubau entsprechend dem KfW-Standard Effizienzhaus 40 definiert wird und so spätestens ab 2021 kaum noch Heizungen im Neubau zum Einsatz kommen, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Damit können wir die Klimaziele von Paris erreichen. Die Förderung für den Einbau fossiler Heizsysteme wollen wir beenden, und stattdessen erneuerbare Energien zum Heizen fördern.

3) Baukosten

Frage: Wollen Sie künftig eine echte freie Wahl von passgenauen Sanierungsmaßnahmen und entsprechender Technologieoffenheit einführen (insbesondere ohne faktischen Zwang zur Dämmung)? Wird die Berechnungsmethode hierfür vom Primärenergieverbrauch auf den CO2-Ausstoß umgestellt?

Antwort: Wir wollen den CO2-Ausstoß stärker als heute einbeziehen und bisher nicht angerechnete Einsparungen wie durch solare Wärmegewinne oder klimafreundliche Baustoffe wie zum Beispiel Holz mit anrechnen. Jedoch muss der Energieverbrauch auch in Zukunft mit betrachtet werden.

Frage: Planen Sie, dass bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit künftig verstärkt die persönliche Lebens- und Einkommenssituation des Einzelnen respektiert wird?

Antwort: Schon heute spielt diese eine Rolle. Für den Eigentümer unwirtschaftliche Maßnahmen müssen nicht durchgeführt werden. Anlasslose Modernisierungen sind darüber hinaus kaum vorhanden, und zu diesen gibt es Härtefallausnahmen.

4) Förderinstrumente

Frage: Wollen Sie die steuerliche Förderung der energetischen Sanierung von Bestandsimmobilien neu aufgreifen?

Antwort: Ja, wir wollen einen Steuerbonus für selbstnutzende Eigentümer von Wohnungen einführen, die ihre Wohnung energetisch modernisieren.

Frage: Planen Sie, die durch die KfW-Programme vergünstigten Förderkredite und Zuschüsse für Einzelmaßnahmen im Bestand fortzuschreiben oder zu erweitern?

Antwort: Ja, das werden wir. Wir wollen die Förderung für Faire Wärme auf insgesamt 7 Milliarden Euro erhöhen, dabei insbesondere ein Programm für energetische Quartierssanierung in Höhe von 2 Mrd. Euro auflegen, und Speicher ebenso wie Beratung stärker als bisher fördern.

5) Quartiersansatz

Frage: Streben Sie Kompensationsmöglichkeiten zwischen Energieeffizienz und CO2-armer Versorgung an?

Antwort: Um die Klimaziele zu erreichen ist eine deutliche Energieeinsparung unabdingbar. Jedoch wollen wir die EnEV etwas stärker als heute an der CO2-Einsparung orientieren und den Einsatz erneuerbarer Wärme stärken.

Frage: Wird eine Gesamtbetrachtung erfolgen, in der der Fokus vom Einzelgebäude auf den energetischen Quartiersansatz rückt?

Antwort: Wir wollen den Quartiersansatz stärken und den Kommunen hier eine stärkere Rolle geben. Die energetische Modernisierung von Einzelgebäuden soll daher stärker in Quartiersstrategien eingebettet und mit der klimafreundlichen Modernisierung der Energieversorgung verzahnt werden.