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Heiße SommerBeim Bau berücksichtigen!

Bislang stand beim Bauen und Sanieren vor allem energetisch nachhaltiger Kälteschutz an oberster Stelle. Dämmen und mehrfachverglaste Fenster sparen Kosten in den vielen Monate der Heizperiode. Nach dem heißen Sommer ist nun auch sommerlicher Wärmeschutz für Gebäude in der Diskussion. Angesichts des Klimawandels muss ein Umdenken stattfinden, meint Präsidiumsmitglied Wolfgang Szubin, Architekt und Bauberater beim Verband Wohneigentum NRW.

Haus in Marokko

Paradebeispiel für gelungenen Wärmeschutz - die kühlen Häuser in Arabien. © pixabay

Der heiße Sommer in diesem Jahr hat viele von uns an die Grenzen gebracht. Manche zogen sich in die Häuser zurück, auf der Suche nach einem kühlen Plätzchen. Doch weit gefehlt: Viele Innenräume wiesen Temperaturen bis zu 30 Grad auf. Von Abkühlung keine Rede.

Aufheizen vermindern

Da wir in Deutschland etwa acht bis zehn Monate pro Jahr heizen müssen, spielten bisher Wärmedämmung und Energieeffizienz der Gebäude die wichtigste Rolle. An nachhaltige Maßnahmen gegen Hitze hat man hierzulande bisher wenig gedacht. Ein Gebäude einfach nur mit Klimageräten zu kühlen, wäre aufgrund des hohen Stromverbrauchs aber zu kurz gedacht. Auch aus Umweltschutzgründen ist diese Lösung nicht ideal.

Sich mehr mit den Ursachen der Überhitzung von Räumen und Gebäuden zu beschäftigen, könnte die Lösung bringen. Massivbauteile wurden immer schlanker, die Dämmungen dafür umso dicker. In der Folge fehlt massives Baumaterial, das Aufheizen verhindert. Darüber hinaus werden Städte und Siedlungen zunehmend versiegelt. Dies führt zu einem "Wärme-Insel-Effekt": Gebäude und versiegelte Flächen speichern Wärme tags und strahlen sie nachts ab. Das verstärkt die Aufheizung sogar noch. Wer in einen sonnenbeschienenen gepflasterten Hof oder einen sogenannten "Kiesgarten", womöglich aus schwarzem Schotter, tritt, weiß, was gemeint ist.

Umdenken ist nötig

Ein Umdenken ist dringend geboten, die Ursachen müssen beachtet werden. Das Prinzip des Treibhauseffekts im Haus ist eine davon: Durch die dünnschichtigen Außenwände können kurzwellige Sonnenstrahlen leichter in das Gebäude eindringen. Hier werden sie dann zu langwelliger Wärmestrahlung, die im Gebäude gefangen bleibt. Das bedeutet: Durch ihre physikalischen Eigenschaften gelangt die Wärme nicht mehr so leicht durch die Materialien nach außen, sondern nur durch einen Austausch der Luftmassen, also durch Lüftung. Intelligentes Bauen mit modernen Mitteln und traditionsreichen Erfahrungsschatz ist gefragt.

Von früheren Bauweisen lernen

Wäre die monolithische (einschalige) frühere Bauweise mit dicken Wänden, kleinen Fenstern, Verschattungen ein Ansatz? Viele Südeuropäer praktizieren dies noch heute: Einschalige Außenwände, Steinmaterial auf den Fußböden zur Erhöhung der Masse, Schlagläden, Vordächer, Loggien, Innenhöfe, Begrünung und helle Fassadenfarben zur Reflexion der Sonnenstrahlen. Das Prinzip dabei ist, die kurzwelligen Sonnenstrahlen gar nicht erst in das Gebäude gelangen zu lassen.

Ein Paradebeispiel hierfür sind die wunderbar kühlen Häuser in Arabien mit ihren markanten Innenhöfen und Wasserspielen, die Ursprung aller Stadtvillen in Spanien sind. Vorbildlich im Hinblick auf Wärmeschutz sind auch die Windtürme (Kamine) in den Wüstengegenden im Orient und in Asien. Bei ihnen entsteht durch Zirkulation der kühlende Effekt einer Klimaanlage. Heutzutage kann hierfür auch moderne Gebäudetechnik zur Regelung eingesetzt werden.

Mehr Wohlbefinden bei Hitze

All diese Maßnahmen tragen zu einem Wohlfühleffekt der Bewohner an heißen Tagen bei. Aber auch in unseren Breiten gibt es kühle Häuser mit hohen Räumen und dicken Außenmauern, Kastenfenstern und Blendläden - beispielsweise aus dem 19. Jahrhundert. Es gab in diesen Häusern früher keinen Strom und keine Klimaanlagen. Trotzdem war es kühl im Sommer und es ließ sich wärmen im Winter.

Ein Umdenken ist dringend geboten. Wir als Verband der Wohneigentümer möchten eine Fachdiskussion zum Thema "Klimagerechtes Bauen" anregen.
W. S.

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