Mit Elan ins neue Jahr2019

Das zurückliegende Jahr war politisch stark vom Gedenken an das Ende des 1. Weltkrieges im Jahr 1918 geprägt. Der traurige Schlusspunkt eines Kapitels, in dem Millionen Menschen ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Familien und ihre Heimat verloren haben.

Manfred Jost
Manfred Jost, Präsident Verband Wohneigentum   © privat

Angesichts dieser Katastrophe ist es nicht verwunderlich, dass der preußische Staat erstmalig mit dem Preußischen Wohnungsgesetz vom 28. März 1918, der Verordnung über das Erbbaurecht vom 15. Januar 1919, dem Reichssiedlungsgesetz vom 11. August 1919 und später dann mit dem Reichsheimstättengesetz vom 10. Mai 1920, in die Wohnungsversorgung der Bevölkerung eingriff. Sein erklärtes Ziel war es, für die zurückkehrenden Soldaten, für Kriegerwitwen und das "besitzlose industrielle Proletariat" durch die Schaffung von bodenverbundenem Eigentum, die Kriegsfolgen zu mildern.

In der Zivilgesellschaft gründete sich parallel dazu am 10. Mai 1919 die "Freie Arbeitsgemeinschaft für Kriegersiedlungen, Sitz Dresden". Sie war die Urzelle unseres heutigen Verbandes, die in der Folge mehrere Namensänderungen erfuhr: Von "Allgemeiner Sächsischer Siedlerbund, Sitz Dresden" über "Deutscher Siedlerbund, Sitz Dresden" über "Deutscher Siedlerbund, Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum" bis zum heutigen Namen "Verband Wohneigentum" (seit 2005), der seit 1988 seinen Sitz in Bonn hat.

Natürlich hat sich der Verband in all den Jahrzehnten weiterentwickelt, hat sich modernisiert, ein zeitgemäßes öffentliches Auftreten geschaffen. Dazu gehört unsere Verbandszeitschrift Familienheim und Garten, unsere Internetauftritte - www.verband-wohneigentum.de und www.gartenberatung.de - sowie die Kanäle in den sozialen Netzwerken (wie Facebook und Twitter).

Seinen ursprünglichen Zielen als Selbsthilfeverein ist der Verband Wohneigentum stets treu geblieben.

Es war und wird wohl immer unser Anliegen sein, Familien, insbesondere junge Familien, auf ihrem Weg ins selbstgenutzte Wohneigentum, möglichst ins eigene Häuschen mit Garten, zu unterstützen und dafür Sorge zu tragen, dass das Leben im Wohneigentum dauerhaft gesichert bleibt.

Denn das selbstgenutzte Wohneigentum ist eben weit mehr als eine Handelsware, die sich ausschließlich über ihren materiellen Wert definiert. Wer jemals im Eigenheim gelebt hat, kennt die identitätsstiftende Wirkung desselben. Er kennt den Wert als Rückzugsort - Refugium - in unserer schnelllebigen Gesellschaft. Wer in "seinem Häuschen" alt geworden ist, weiß auch um die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten, die dieses in den verschiedenen Familienphasen bietet: vom Familienleben mit kleinen Kindern bis hin zum Mehrgenerationenwohnen reicht die Bandbreite.

Deshalb gilt mein Appell an die Politiker und Politikerinnen beim Bund, in den Ländern und den Kommunen:

Schaffen Sie nachhaltige Rahmenbedingungen für ökonomische und ökologische Lebensräume, die familiengerecht sind. Denn die Familien und der Zusammenhalt der Generationen sind die Zukunft unserer Gesellschaft.

Als Präsident des VWE werde ich mich auch im Jahre 2019 meiner Aufgabe stellen, in der Politik für unsere Anliegen zu werben. Ich werde der Politik vor Augen führen, dass ein "Weiter so" im Sinne von noch höheren Grunderwerbsteuern, höheren Grundsteuern, wachsenden Strassenausbaubeiträgen, verpflichtenden, nicht wirtschaftlichen Energieeffizienz-Standards falsche Ansätze sind, wenn man sich gesamtgesellschaftlich stabile politische Verhältnisse wünscht. Wir selbstnutzende Wohneigentümer kennen unsere gesellschaftlichen Verpflichtungen sehr wohl. Aber auch wir brauchen Luft zum Atmen und ein paar Euro im Geldbeutel, um zu investieren.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Angehörigen, unseren Freundinnen und Gönnern, viel Erfolg im Jahr 2019. Bleiben Sie uns gewogen, zeigen Sie weiterhin das hohe Maß an bürgerschaftlichem Engagement in Ihren Siedlungen und Gemeinschaften. Last but not least meine wichtige Bitte: Beteiligen Sie sich mit Ihrer Gemeinschaft an den in 2019 stattfindenden Landeswettbewerben!

Alles Gute Ihr

Manfred Jost