Rückblick = Ausblick

Das Alte geht - das Neue kommt. Was es wohl bringen wird, das neue Jahr 2020? Der Rückblick aufs vergangene Jahr 2019 ist jedenfalls von gemischten Gefühlen geprägt. Denn manch Altes geht im Neuen weiter.

Präsident Manfred Jost
© Michael Kirsten

Die Bundesversammlung des Verbands Wohneigentum (VWE) in Berlin war, wie alle drei Jahre, sicherlich ein Höhepunkt in der Routine des Verbandslebens. Sowohl im öffentlichen als auch im internen Bereich zeigte sich ein moderner Verband in eindrucksvoller Geschlossenheit. Als die Verbraucherschutzorganisation der selbstnutzenden Wohneigentümer hat der VWE nach wie vor nicht nur die Interessen seiner Mitglieder im Fokus, sondern tritt vor allem für die Allgemeinheit ein, insbesondere um jungen Familien mit Kindern den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern, aber auch der älteren Generation den Verbleib im selbstgenutzten Wohneigentum zu sichern - und dies im Einklang mit Natur und Umwelt.

Präsidiumswahlen

Die Bundesversammlung brachte personelle Veränderungen mit sich. So wurden Rudolf Limmer (Bayern) als Bundesschatzmeister sowie Bernd Heuer (Schleswig-Holstein) und Gisela Hinderberger (Baden-Württemberg) neu ins Präsidium gewählt. Damit konnten die drei freigewordenen Plätze von Siegmund Schauer und Dr. Heinz Engelhaupt sowie dem in der vergangenen Legislatur verstorbenen Rudi Bauschke wieder besetzt werden. Siegfried Berger (Brandenburg), Wolfgang Szubin (Nordrhein-Westfalen), Peter Wegner (Niedersachsen) und ich wurden bestätigt. Die Einstimmigkeit bei diesen Wahlen war und ist einerseits für mich Gradmesser für die Zufriedenheit mit der Arbeit des Präsidiums in den letzten drei Jahren, andererseits aber kein Grund, sich nunmehr auszuruhen, vielmehr Ansporn für weiteren engagierten Einsatz.

Wohnungspolitischer Auftrag

So werden wir auch nicht sprachlos die Reform der Grundsteuer hinnehmen, sondern verstärkt auf die Bundesländer einwirken, Berechnungsmodelle zu wählen, die halbwegs gerecht sind und vor allem nicht zu einer überbordenden Bürokratie führen. Das Desaster, das wir seit der Föderalismusreform 2006 mit dem Steuersatz für die Grunderwerbsteuer erleben, den die Bundesländer selbst festlegen, darf sich nicht wiederholen. Bis dahin wurden bundesweit 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer berechnet, heute schwankt der Steuersatz je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Ein Goldesel für den föderalen Steuersäckl, doch für den, der Wohneigentum erwerben will, schmälert sie die Eigenkapitalquote. Bei der Grundsteuer gilt durch die Öffnungsklausel jetzt auch mehr Föderalismus. Dieser sollte aber diesmal zu einer kostensparenden Vereinfachung führen.

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Straßenausbaubeiträgen. In neun Bundesländern werden sie nicht mehr erhoben, als letztes kamen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hinzu. In den verbliebenen sieben Ländern, werden wir noch dicke Bretter bohren müssen - wir tun es. Mein Dank gilt den Gruppierungen vor Ort und in den Landesverbänden, ohne deren Engagement diese Entwicklung nicht stattgefunden hätte.

Bundeswettbewerb 2020

Vor uns liegt der 27. Bundeswettbewerb "Wohneigentümer - heute für morgen aktiv. Lebendige Nachbarschaft - gelebte Nachhaltigkeit". Bundesbauminister Horst Seehofer hat die Schirmherrschaft übernommen. Die Anmeldungen sind in der Bundesgeschäftsstelle eingegangen, die Jury ist gebildet, die Bereisung findet im Frühjahr statt. Die Siegerehrung wird im Herbst in Berlin sein, ich freue mich darauf!

Die "Leistungsschau" des VWE wird die Qualität des Wohnens im Eigenheim und die Lebensqualität zeigen, die daraus entsteht. So gestärkt wird auch in diesem Jahr mein Appell an die Politiker und Politikerinnen beim Bund, in den Ländern und den Kommunen gehen:
Schaffen Sie nachhaltige Rahmenbedingungen für ökonomische und ökologische Lebensräume, die familiengerecht sind. Denn die Familien und der Zusammenhalt der Generationen sind die Zukunft unserer Gesellschaft.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Angehörigen, unseren Freundinnen, Freunden und Gönnern viel Erfolg und Wohlergehen in 2020.
Bleiben Sie uns gewogen, zeigen Sie weiterhin das hohe Maß an bürgerschaftlichem Engagement in Ihren Gemeinschaften!

Manfred Jost