Pflanzen reisen mit Pass

Koffer mit EU_Flagge
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Im internationalen Jahr der Pflanzengesundheit macht das Julius Kühn-Institut (JKI), das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, auf den neuen Pflanzengesundheitspass aufmerksam. Er soll die Verbreitung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten eindämmen.


Nicht nur Touristen, auch Pflanzen müssen bei Reisen innerhalb der EU nun einen Pass vorweisen. Seit Dezember 2019 gilt diese Pflicht auch für Zimmer-, Garten- und Balkonpflanzen sowie für Pflanzenteile und Saatgut bestimmter Arten. Zu erkennen sind diese Pässe an der aufgedruckten EU-Flagge und der Aufschrift "Pflanzenpass/Plant Passport".

Die Informationen auf dem Pflanzenpass richten sich an Kontrolleure und Behörden. So können sie den Weg der Pflanze durch die EU bis zum Ursprungsland und zum Erzeugerunternehmen nachverfolgen. Beim Kauf über Internet- oder Versandhandel muss der Pass die Ware bis zum privaten Käufer begleiten.

Nur Pflanzen, die unter pflanzengesundheitlichen Aspekten untersucht und an denen keine Schädlinge festgestellt worden sind, erhalten den Pflanzenpass. Im Fokus stehen dabei Schädlinge, die in der EU nicht heimisch sind oder potenziell große Schäden an Pflanzen verursachen. Dazu zählen beispielsweise Insekten wie der Asiatische Laubholzbockkäfer, der auch gesunde Laubbäume befällt, oder Xylella fastidiosa, das Feuerbakterium, das in Süditalien dem Olivenanbau bereits schwer zugesetzt hat. Die Passpflicht soll verhindern, dass solche Schädlinge in die EU eingeschleppt werden und sich ausbreiten können.

Dabei sind auch private Gartenfreunde ist gefragt. Oft entdecken Klein- und Hobbygärtner einen eingeschleppten Schädling in ihrem Umfeld oder an zugekauften Pflanzen als erste. Ein solcher Fund muss umgehend dem zuständigen Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes gemeldet werden: https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/ansprechpartner.html

Das Pendant zum Pflanzenpass in der EU ist im internationalen Handel das Pflanzengesundheitszeugnis.

Quelle: JKI