Endspurt beim Baukindergeld

Nur Familien, die bis zum 31. Dezember 2020 den notariellen Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung erhalten haben, können noch Baukindergeld beantragen. Der Verband Wohneigentum (VWE) spricht sich dafür aus dafür, diese Frist zu verlängern. "Coronabedingt sind bauwillige Familien in den vergangenen Monaten ausgebremst worden, die Zeit läuft ihnen weg", so VWE-Präsident Manfred Jost.

Zudem plädiert der Verband dafür, frühzeitig die Weichen für die grundsätzliche Verlängerung dieser familienfreundlichen Wohnförderung zu stellen. Jost: "Junge Familien müssen zuverlässig kalkulieren können. Und nach wie vor ist das eigene Häuschen die angestrebte Wohnform von Familien." Die Zahlen zeigten, dass die Förderung allen Unkenrufen zum Trotz die Zielgruppe junge Familien mit niedrigen bis mittleren Einkommen erreiche.

Symbolbild. Gezeichnete Familie in einem Herz, im Hintergrund sind Geldscheine
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Über eine grundsätzliche Verlängerung des Programms will die Bundesregierung erst in der kommenden Legislaturperiode entscheiden. Bis dahin soll die Wirksamkeit des Programms erneut bewertet werden, die Ergebnisse dieser Evaluation werden voraussichtlich im Sommer 2021 vorgestellt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP im Bundestag hervor.

Zunächst bleibt es also dabei, dass antragsberechtigte Familien noch bis Ende 2020 Zeit haben, einen Kaufvertrag oder eine Baugenehmigung einzureichen, um sich über einen Zeitraum von zehn Jahren einen jährlichen Zuschuss von 1200 Euro pro Kind zu sichern. Der Antrag selbst kann dann bis sechs Monate nach dem Einzug ins Eigenheim online bei der KfW gestellt werden, längstens bis zum 31.12.2023.

Wer bekommt Baukindergeld und wie wird es beantragt? Dazu finden Sie hier die Eckdaten und den Link zum KfW-Zuschussportal: https://www.verband-wohneigentum.de/bv/on224703

Mehr Wohneigentum schaffen

Mit dem im September 2018 eingeführten Baukindergeld will die Politik junge Familien und Alleinerziehende mit niedrigen und mittleren Einkommen beim Bau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum unterstützen will. Generelles Ziel ist es, mehr Wohneigentum in Deutschland zu schaffen.

NRW an der Spitze

Laut Bundesinnenministerium wurden bis Ende Mai 2020 genau 232 803 Anträge auf Baukindergeld gestellt, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen (49 746), gefolgt von Bayern und Baden Württemberg (jeweils mehr als 30.000). Bewilligt wurden bis Ende Mai 151 779 Anträge. Mehr als die Hälfte der Familien (145.117 Anträge) nutzt das Baukindergeld für den Kauf eines gebrauchten Eigenheims. Deutlich seltener wird die Förderung für ein neu gebautes Eigenheim beantragt (51.656 Anträge). Insgesamt 30.572 Anträge gingen bei der KfW für den Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung ein.

KA