Was für ein Jahr 2020!

Zum Jahreswechsel 2019/20 hatte ich mir fest vorgenommen, den in meiner ersten Amtszeit eingeschlagenen Weg der Erneuerung und Modernisierung des Verbands Wohneigentum Schritt für Schritt konsequent fortzuführen.

Präsident Manfred Jost
© Lentner/FuG

Dies bedeutete für mich zunächst einmal, die in den ersten drei Jahren angebahnten Kontakte in die Politik, in die Verbändelandschaft zu verstetigen, neue Pressekontakte zu knüpfen, den Verband insgesamt medial zu verankern, ihn interessanter zu gestalten. Dabei sollten selbstverständlich die parallel laufenden Aufgaben und Projekte wie beispielsweise der Bundeswettbewerb 2020 nicht vernachlässigt werden.

Nachdem mein Freund Harald Kraußhaar den Landesvorsitz im Saarland übernommen hatte, war eine weitere Voraussetzung dafür geschaffen, mich mit aller Kraft dem Bundesverband widmen zu können.

Doch dann kam Covid-19. Häufig wechselnde und teils widersprüchliche Informationen erreichten uns und machten es mir anfangs sehr schwer, alles richtig einzuordnen und entsprechend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

Fragen über Fragen. Sollten wir, konnten wir in dieser Situation überhaupt unseren Bundeswettbewerb veranstalten - und wenn ja, wie war die geforderte Sicherheit zu gewährleisten. Die gleichen Fragen ergaben sich für die Durchführung und Beteiligung an Sitzungen, Besprechungen und Meetings.

Es ist dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verband und Verlag zu verdanken, dass wir alle diese krisenhafte Zeit bisher so positiv überwunden haben. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es für alle - mich eingeschlossen - nicht einfach war, einander plötzlich nicht mehr Face-to-Face, sondern via Internet gegenüber zu sitzen, Themen über Bildschirme abzuarbeiten und Diskussionen zu führen. Die Digitalisierung hatte uns fest im Griff, ermöglichte dadurch aber auch, dass wir unseren 27. Bundeswettbewerb durchführen konnten. Deshalb gilt mein persönlicher Dank unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Bundesgeschäftsstelle, dem Verlag, der Kollegin und den Kollegen im Präsidium, aber auch den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern in den Landesverbänden, die uns bei neuen Herausforderungen stets geholfen haben.

Im April konnten wir unsere Kompetenzteams wieder installieren, die dann mit ihrer Arbeit begannen. Die Jury des Bundeswettbewerbs machte ihren virtuellen Rundgang durch 15 Gemeinschaften, die Siegergemeinschaften wurden ermittelt. Die Siegerehrung ist für den 3. Dezember virtuell geplant, mit einer Videobotschaft von Staatssekretärin Anne Katrin Bohle aus dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

Regelmäßig nahm der Bundesverband digital an Sitzungen und Besprechungen teil. Wir beteiligten uns unter anderem an der Diskussion zum Gebäudeenergiegesetz und zum Wohnungseigentumsgesetz. Auf Vorschlag der SPD-Bundestagsfraktion waren wir als Sachverständige im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages vertreten. Positiv ist: die SPD hat aufgrund unserer Stellungnahme auf eine Änderung des eingereichten Gesetzentwurfes gedrängt, und diese Änderungen sind mit der abschließenden Beratung des Gesetzentwurfs umgesetzt worden. Das freut uns. Wir werden in die laufende Legislaturperiode weiter die Interessen der selbstnutzenden Haus- und Wohneigentümer einbringen, auch und insbesondere im Wahljahr 2021.

Liebe Mitglieder, wir, die Verantwortlichen im Verband Wohneigentum, stellen uns den Herausforderungen dieser schwierigen Zeit. Als Präsident darf ich Ihnen alles Gute für das kommende Jahr wünschen. Vergessen Sie nicht, weiterhin umsichtig zu sein und sich und andere zu schützen. Ich danke all unseren Mitgliedern für ihre Treue zum Verband, all den Ehrenamtlichen, ohne die es kein Verbandsleben geben würde, sowie den hauptamtlichen Kräften, den Geschäftsführerinnen und den Gartenberatern für ihre Arbeit.

Bleiben Sie gesund!

Ihr
Manfred Jost