Neue Homeoffice-Pauschale

Februar 2021

Bislang galt: Nur wer zu Hause ein eigenes Arbeitszimmer hatte, konnte seine Kosten dafür von der Steuer absetzen. Mit der neuen Homeoffice-Pauschale ändert sich das.
Jetzt können auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in den heimischen vier Wänden am Esstisch oder in der Arbeitsecke arbeiten, bis zu 600 Euro im Jahr absetzen.

Frau im Homeofice
Pro Arbeitstag im Homeoffice lässt sich eine Pauschale von fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings höchstens 600 Euro im Jahr.   © PantherMedia / Hannes Eichinger

Berechnung der neuen Pauschale

Pro Arbeitstag im Homeoffice darf ein Arbeitnehmer eine Pauschale von fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings höchstens 600 Euro im Jahr. Das entspricht 120 Tagen Homeoffice: Auch wer 130 oder 150 Tage von zu Hause arbeitet, darf nicht mehr als 600 Euro absetzen.

Die Homeoffice-Pauschale wird in den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (auch bekannt als Werbungskostenpauschale) eingerechnet. Der liegt bei 1.000 Euro. Arbeitnehmer, die ihre Steuererklärung abgeben, erhalten diesen Arbeitnehmer-Pauschbetrag automatisch: Denn der Staat geht davon aus, dass jeder Arbeitnehmer Kosten hat, die ihm durch seine berufliche Tätigkeit entstehen.

Entscheidend: Höhe der Werbungskosten

Hatte ein Arbeitnehmer im Jahr Werbungskosten von beispielweise 500 Euro und war mindestens 120 Tage im Homeoffice aktiv, darf er bei seiner Steuererklärung 1.100 Euro als Werbungskosten angeben (500 Euro Werbungskosten + 600 Euro Homeoffice-Pauschale = 1.100 Euro). Das heißt: Kommt der Arbeitnehmer mit seinen tatsächlichen Werbungskosten und der Homeoffice-Pauschale auf einen Betrag von über 1.000 Euro, darf er diesen in der Steuererklärung eintragen. Und wenn er schon alleine mit seinen Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro überschreitet, darf er die Homeoffice-Pauschale von 600 Euro noch zusätzlich geltend machen. Beispiel: 1.200 Euro Werbungskosten + 600 Euro Homeoffice-Pauschale = 1.800 Euro

Allerdings muss der Arbeitnehmer seine tatsächlichen Werbungskosten nachweisen können. Diese Nachweise sollten Arbeitnehmer im Homeoffice bereithalten:

> eine Bescheinigung des Arbeitgebers, in welchem Zeitraum er von zu Hause aus gearbeitet hat.
> eine möglichst präzise Aufzeichnung, wann das Homeoffice genutzt wurde. Hier bietet sich eine Tabelle mit Datum, Anzahl der Stunden und genauen Uhrzeiten an.

Wichtig: Je länger der Arbeitsweg eines Arbeitnehmers ist, umso mehr steigen die Chancen, dass er - trotz Homeoffice - über die 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag kommt. Deshalb sollte jeder, der an seiner Steuererklärung sitzt, seine Pendlerpauschale genau nachrechnen und mit der Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag summieren.
Quelle: Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. / Ah