Sie haben die Wahl!

September 2021

Am 26. September findet die Wahl zum deutschen Bundestag statt. Die aktuellen Prognosen deuten auf eine spannende Wahlentscheidung. Auf die zukünftige Bundesregierung warten große Aufgaben.

Verkehrsschild mit der Aufschrift Bundestagswahl
© PanterMedia / vschlichting
Gilt es doch, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Zukunftsfähiges Wirtschaften muss dabei die demografische Entwicklung einrechnen. Das Ausscheiden der Generation "Babyboomer" aus dem Arbeitsleben, bringen weitere - auch finanzielle - Herausforderungen mit sich. Zum Glück werden wir immer älter. Dies bedeutet aber auch, dass immer weniger Menschen die sozialen Lasten unserer Gesellschaft tragen.

Hinzu kommen die Auswirkungen und Herausforderungen des Klimawandels. Bislang hat sich die Politik diesbezüglich nicht viele Lorbeeren verdient, ist selbst den von ihr eingegangenen Verpflichtungen nur zögerlich nachgekommen. Aber die Ausgangslage hat sich verändert: intensive Hitzespitzen, dramatische Starkregenereignisse und Unwetter, die regelmäßig wiederkehren und ein großes Ausmaß an Zerstörung und Leid mit sich bringen. Wir haben es gerade erlebt.

Der Klimawandel ist auch hierzulande spürbar. Darauf reagiert die EU mit ihrem Regelwerk der "Renovation Wave". Auch das Bundesverfassungsgericht und das nachgebesserte Klimaschutzgesetz des Bundes haben nunmehr Eckpunkte gesetzt, die verbindliche Maßnahmen bis zum Jahr 2050 (Klimaneutralität in Europa) bzw. auf nationaler Ebene bis 2045 mit sich bringen werden. Das wird nicht kostenlos gehen. Was bieten hier die zur Wahl stehenden Parteien im Sinne des Gemeinwohls?

Was heißt das für uns selbstnutzende Wohneigentümer und Wohneigentümerinnen? Die Pandemie hat uns mit Homeschooling, Homeoffice usw. gezeigt, wie wichtig geschützte Rückzugsorte für die Menschen und die Gesellschaft sind: Wie wohltuend es ist, mal in den eigenen Garten gehen zu können - mag er noch so klein sein -, durchzuatmen und sich an Flora und Fauna zu erfreuen. Spätestens dann erkennt man, dass die Entscheidung die richtige war, sich ein eigenes Heim zu schaffen und dafür über Jahrzehnte zu sparen und Hypotheken zu zahlen.

Wohneigentümer*innen haben einiges zu schultern. In den kommenden zehn Jahren sollen durch energetische Sanierungen im Gebäudebestand rund 45 Prozent seiner aktuellen Treibhausgasemissionen eingespart werden. Doch das Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Neben neuen Ausgaben stehen altbekannte Kostentreiber, wie die Kaufnebenkosten zum Beispiel, die ausufernde Grunderwerbsteuer, die Grundsteuer mit ihrem föderalen Flickenteppich oder die in einigen Bundesländern existierenden unsozialen Straßenausbaubeiträge. Politik muss vielleicht mühsame, kleine, aber eben effektive Schritte gehen.

Eine nachhaltig auskömmliche, finanzielle Förderung insbesondere für junge Familien zum Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums gibt es leider nicht, zumal das Baukindergeld auslaufen wird. Dabei spielt Wohneigentum nicht nur eine wichtige Rolle bei der individuellen Vermögensbildung, sondern trägt zur Vermeidung von Altersarmut bei. Was plant die Politik künftig?

Der Verband Wohneigentum hat die wohnungspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen, die in unserem Beirat vertreten sind, nach ihren wohnungspolitischen Zielsetzungen befragt. Sie finden diese und die Wahlprüfsteine des VWE außerdem auf unserer Homepage.

VWE-Präsident Manfred Jost
Manfred Jost, Präsident Verband Wohneigentum (VWE)   © Lentner / FuG-Verlag
Nehmen Sie am 26. September Ihr Recht wahr und gehen Sie zur Wahl! All denen, die noch nicht so richtig entschieden sind, wer Ihr Kreuz bekommen soll, empfehle ich den Wahlomat 2021 der Bundeszentrale für politische Bildung zu nutzen, den Sie seit Ende August im Internet finden. Und wer die Möglichkeit hat, spreche mit unseren Wahlprüfsteinen in der Hand die Kandidaten vor Ort an.

Manfred Jost