KfW-40-Häuser Nur noch mit Siegel

Mai 2022

Das ging schnell. Nur drei Stunden nach dem Neustart des Programms EH/EG 40-Neubauförderung der Bundesförderung für Energieeffiziente Gebäude (BEG) am 20. April war der Topf auch schon wieder leer. Wie zur Beruhigung twitterte das Bundesbauministerium (BMWSB): "Ab morgen sind KfW-Anträge für die EH40/EG40-Neubauförderung mit modifizierten Bedingungen möglich." Modifizierte Bedingungen - konkret bedeutet das: Anträge für die Neubauförderung "Effizienzhaus 40" beider staatlichen Förderbank KfW können nur noch mit Nachweis eines Nachhaltigkeitssiegels gestellt werden.

Siedlung mit Neubauten
Die erfolgreiche Zertifizierung meldet die DGNB dem zuständigen Bundesamt, das eine Registrierungsnummer vergibt, mit dem die Förderung bei der KfW abgerufen werden kann.   © PantherMedia/Pixabay

Bislang galt: Alle Neubauten, die den KfW-Standard EH-40 erfüllten, bekamen Fördermittel. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit einer Bonusförderung für Plusenergiehäuser (KfW 40 Plus); für Häuser, die einen besonders hohen Anteil erneuerbarer Energien nutzen (KfW 40/EE-Klasse); und für Häuser, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen (KfW 40/NH-Klasse).

Das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" (QNG-Siegel) ist also bereits seit Mitte 2021 optionaler Teil der BEG-Förderung. Jetzt ist es verpflichtend: Nur noch "KfW-40-Effizienzhäuser der Nachhaltigkeitsklasse" bekommen BEG-Fördermittel. Die Förderung wird als Kredit mit Tilgungszuschuss gewährt, der maximale Kreditbetrag liegt bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Vom Kreditbetrag gibt es 12,5 Prozent als Tilgungszuschuss.

Voraussetzungen für die Förderung

Zum einen muss der Energiestandard eines KfW-40-Effizienzhauses eingehalten werden. Den Nachweis erbringt wie gehabt ein zertifizierter Energie-Experte, dessen Arbeit der Staat auch bezuschusst.

Zum anderen muss jetzt zusätzlich durch das QNG-Siegel die Nachhaltigkeit des Gebäudes nachgewiesen werden. Das Gütesiegel des Bundesbauministeriums wird durch akkreditierte Zertifizierungsstellen vergeben, beispielsweise durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Betrachtet werden dabei unter anderem die nachhaltige Materialgewinnung, der Primärenergiebedarf und der CO2-Ausstoß im Lebenszyklus des Hauses, die Verwendung schadstofffreier Baustoffe und die Barrierefreiheit.

Was ist zu tun (am Beispiel DGNB)?

Wer die Förderung bei der KfW beantragen möchte, muss das tun, bevor Lieferungs- und Leistungsverträge unterzeichnet werden. Das gilt auch für die Anmeldung bei einer Zertifizierungsstelle wie beispielsweise der DGNB.

Suchen Sie sich einen ausgebildeten DGNB-Auditor, der das Bauvorhaben im Planungs- und Bauprozess begleitet; Sie finden ihn online auf der DGNB-Homepage. Nach Abschluss der Maßnahme reicht der Auditor die Nachweise und Dokumente bei der DGNB ein. Gebäude, die den Prozess erfolgreich durchlaufen, erhalten zusätzlich zum DGNB-Zertifikat (möglich in den Qualitätsniveaustufen Bronze bis Platin; für die BEG-Förderung ist mindestens Silber erforderlich) das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" (möglich in den Stufen Plus und Premium; für die Förderung ist Plus ausreichend).

Die erfolgreiche Zertifizierung meldet die DGNB dem zuständigen Bundesamt, das eine Registrierungsnummer vergibt, mit dem die Förderung bei der KfW abgerufen werden kann.

Zu den Kosten

Für kleinere Wohngebäude liegen die Kosten für die Zertifizierung bei der DGNB zwischen 750 und 1250 Euro. Dazu kommen die Honorarkosten für die Auditoren, die im Rahmen der BEG-Förderung bezuschusst werden.

Wie geht es weiter?

Die Neuausrichtung der Neubauförderung läuft. Die beschriebenen Bedingungen gelten Stand Mai bis Ende 2022. Für Januar 2023 bereitet das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministeriums (BMWK) ein neues umfassendes Programm mit dem Titel "Klimafreundliches Bauen" vor. Das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Bauen" soll weiterentwickelt und dabei vor allem die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus gerückt werden. Die Einzelheiten werden derzeit erarbeitet. Katrin Ahmerkamp

Informationen zum nachhaltigen Bauen finden Sie online auf dem Portal "Nachhaltiges Bauen" des BMWSB. Dort kann auch die Broschüre "Gütesiegel Nachhaltiges Bauen. Neubau von Wohngebäuden" als PDF-Datei heruntergeladen werden, unter anderem finden sich in der Broschüre die akkreditierten Zertifizierungsstellen.