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Energieausweis: Wahlfreiheit bei allen Wohngebäuden!Verband Wohneigentum e.V. baut auf Entscheidung des Bundesrates

Bonn, 6. Juni 2007. Der Bundesrat hat das letzte Wort: Wahlfreiheit für den Energieausweis auch für Wohngebäude bis zu vier Wohneinheiten oder nicht? Am Freitag, den 8. Juni 2007 steht im Bundesrat die entgültige Entscheidung an. Alfons Löseke, Präsident des Verbands Wohneigentum, hat klare Worte: „Wir wollen die volle Wahlfreiheit bezüglich der Art und Weise der Energieverbrauchsberechnung. Mit einem Zwang zum teuren bedarfsorientierten Ausweis wird noch kein Kilowatt Energie gespart.“

Der Verband Wohneigentum steht mit dieser Forderung nicht allein. Erfreulich ist, dass auch die Empfehlungen der Ausschüsse (Bundesrats-Drucksache 282/1/07) eine Änderung der Verordnung hin zur Wahlfreiheit fordern. Schließlich entspräche das, was in der Energieeinsparverordnung vorgesehen sei, nicht einer 1:1-Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie in deutsches Recht. In der EU-Gebäuderichtlinie wird die Festsetzung der Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes sowohl nach dem Verbrauch als auch nach dem Bedarf zugelassen.

Würde die Verordnung – entgegen den Empfehlungen der Ausschüsse – nicht angepasst, beträfe die Pflicht, den aufwendigeren Bedarfsausweis ausstellen zu lassen, Wohngebäude bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 errichtet wurden. Laut einer Erhebung von LBS Research sind rund dreiviertel aller Wohnungen bzw. Eigenheime (Eigentum und Mietwohnungen) in Deutschland älter als 30 Jahre. Bei den hiervon zirka 42 Prozent von selbstnutzenden Wohneigentümern unterhaltenen Immobilien dürfte das Verhältnis von Bauten vor zu Bauten nach 1978 ähnlich verteilt sein. Das heißt, im Falle des Verkaufs oder der Vermietung u.ä. wären dreiviertel der Wohneigentümer verpflichtet, einen teuren Bedarfsausweis ausstellen zu lassen.

„Ein Zwang muss doch nicht sein: Deutsche sind auch mündige EU-Bürger, für die Wahlfreiheit gelten muss!“ betont Löseke, Präsident des Verbands Wohneigentum, dem mit über 350.000 Mitgliedern größten Verband selbstnutzender Wohneigentümer bundesweit. Schließlich habe der Wohneigentümer unabhängig vom Energieausweiszwang ein hohes Eigeninteresse, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und darüber hinaus den Wert seiner Immobilie durch entsprechende Modernisierung zu erhalten. Deshalb appelliert der Verband Wohneigentum, nicht die deutsche Gründlichkeit siegen zu lassen und mehr umzusetzen als seitens der EU gefordert wird. Das Ergebnis muss sein: Wahlfreiheit bei allen Wohngebäuden!

V.i.S.d.P. Manfred Rosenthal, Verband Wohneigentum

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