Wohneigentumspolitik ist FamilienpolitikPolitischer Schwerpunkt auf dem Bundesverbandstag

1. Dezember 2007
Der Bundesverbandstag am 13. Oktober 2007 in Düsseldorf stand unter dem Motto „Wohneigentum ist familiengerecht“. Vor rund 250 Gästen aus Politik und Verbänden sowie den Delegierten des Verbands Wohneigentum eröffnete Alfons Löseke, der nach achtjähriger Präsidentschaft auf der anschließenden internen Delegiertenversammlung nicht mehr zur Wahl antrat, die Öffentliche Veranstaltung. Er begrüßte die Gastredner Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Staatssekretär Günther Kozlowski vom Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Joachim Erwin.

Präsident Alfons Löseke
Präsident Alfons Löseke   © (c) FuG
Mit seiner Begrüßung verband Löseke gleich die ersten Anmerkungen zu den wohnungspolitischen Möglichkeiten und Pflichten von Bund, Ländern und Gemeinden. Auf allen Ebenen müsse die junge Familie bei Bau und Erwerb von Wohneigentum unterstützt werden, ebenso wie die ältere Generation bei Erhalt und Modernisierung des Bestands. Er trug nach den Grußworten die Thesen des Verbands vor, in denen die aktuellen Positionen und Forderungen formuliert sind. (Sie finden sie hier: Thesen zum Bundesverbandstag 2007 ).

Teure Auflagen für Bestand
Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth
Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth   © (c) FuG
Karin Roth griff in ihrem Hauptreferat die wohnungspolitischen Thesen auf und strich auch ihrerseits die Bedeutung des Eigenheims für die Familie heraus. Sie erinnerte an die Wohnungsnot nach dem Krieg und den Aufbauwillen der Menschen. In diesem Zusammenhang dankte sie dem Verband Wohneigentum, vormals Deutscher Siedlerbund, für seine langjährige Arbeit, mit der er Bauwillige immer unterstützt hat. Besonders dankte sie auch Alfons Löseke für seinen langjährigen persönlichen Einsatz.

Ihre anschließende Frage: „Wie gehen wir mit Änderungen um?“ bezog sie vor allem auf die heute aktuellen Herausforderungen wie „Klimaschutz“ und „Energie-Effizienz“. Sie warb mit viel Nachdruck für die von der Regierungskoalition angekündigten Auflagen für Bauherren und Eigenheimbesitzer. Insbesondere die Siedlungen der 50er, 60er und 70er Jahre seien energetisch nachzurüsten. Dies diene der Erfüllung internationaler Verpflichtungen Deutschlands im Klimaschutz und erhalte zugleich den Wert der Immobilie.

„Wer soll das bezahlen?“, so fragte Löseke in seinem Schlusswort. Eine Sanierung im Sinne der Regierung erfordert schnell einen fünfstelligen Betrag. Selbst Optimisten rechnen mit fünfzehn bis zwanzig Jahren, bis sich die Investition amortisiert hat. Löseke erinnerte an die junge Familie, die meist dabei sei, Kredite abzubezahlen. Der Erwerb von Wohneigentum würde noch teurer als er – auch wegen zahlreicher Steuern und Abgaben – ohnehin schon sei. Und auch Rentner würden sich oft schwertun, solche Beträge flüssig zu machen. Mit einer Neuverschuldung zu einem Zeitpunkt, zu dem man eigentlich das mietfreie Wohnen genießen wolle, habe niemand rechnen müssen.

Löseke wiederholte seine Forderung aus den Thesen: Die Politik solle auf freiwillige Investitionen setzen und diese durch spürbare und einfach zu erlangende Zuschüsse fördern.

Gemeinwohl und Ehrenamt
Staatssekretär Günter Kozlowski
Staatssekretär Günter Kozlowski   © (c) FuG
Günter Kozlowski hatte in seinem Grußwort zuvor auf das Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen hingewiesen. Er wisse, dass sich Wohneigentümer in der Kommune, in der sie wohnen, langfristig engagieren. Dies trage zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Die Landesregierung bemühe sich, die niedrige Quote des Wohneigentums in dem bevölkerungsreichen Bundesland zu heben und die Unterstützung auch nach sozialen und familienpolitischen Kriterien auszurichten.

Kozlowski dankte dem Verband Wohneigentum und ganz persönlich Alfons Löseke, dem ehemaligen Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, für den ehrenamtlichen Einsatz zugunsten der Eigenheimer. Der Präsident habe ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement gegeben.

Horst Tiefenbach, Stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Nordrhein-Westfalen, hatte in seinem Grußwort die Ausführungen des Präsidenten tatkräftig aus Landessicht untermauert. Für die Zusammenarbeit des Verbands mit Land und Kommunen warb er anhand eines praktischen Beispiels, einem Modellprojekt in Hamminkeln-Mehrhoog. In der Siedlungsanlage „Zur Alten Schule“ soll das Wohnen für Jung und Alt, familiengerecht, barrierefrei und gemeinschaftsbezogen realisiert werden. So kann der alte Siedlergedanke in den heutigen Zeiten Gestalt annehmen.

Oberbürgermeister Joachim Erwin
Oberbürgermeister Joachim Erwin   © (c) FuG
Wie Kozlowski hatte auch Oberbürgermeister Joachim Erwin das Wohneigentum als politisches Ziel bezeichnet und die kommunalen Maßnahmen beschrieben. Zur weiteren fruchtbaren Kooperation mit dem Verband Wohneigentum erklärten sich alle drei Politiker bereit. In diesem Zusammenhang verwies Frau Roth auf den vom Bundesbauministerium neu initiierten wohnungspolitischen Dialog, zu dessen erster Zusammenkunft im Herbst auch der Verband Wohneigentum eingeladen ist.

Ue