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Was ist „Wohn-Riester“?Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge

01. Januar 2009. Rückwirkend zum 01. Januar 2008 wird der Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum gefördert. Grundlage ist das im Juli verabschiedete Eigenheimrentengesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge. Bekannt ist die neue Förderung auch unter „Wohn-Riester“: Der Bau, Kauf und die Entschuldung selbstgenutzten Wohneigentums, aber auch das genossenschaftliche Wohnen werden erstmals gleichberechtigt neben so genannten "Geld-Riester“-Verträgen in die steuerlich geförderte private Altersversorgung aufgenommen. Damit können alle Förderberechtigten bereits für das Jahr 2008 von den Zulagen und teilweisen Steuervorteilen nach dem Eigenheimrentengesetz profitieren.

Mit dieser Neuregelung ist das untaugliche „Entnahme-Modell“ durch ein klares und übersichtliches Altersvorsorge-Produkt, die „Eigenheim-Rente“, abgelöst worden. Förderfähig sind nach dem Eigenheimrentengesetz, wie bei allen anderen "Geld-Riester“-Verträgen, alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und Beamten. Seit dem 1. November 2008 bieten die ersten Bausparkassen und Banken hierzu zertifizierte Bausparverträge und Hypothekendarlehen an.

Altersvorsorge Eigenheim

Wer sich bisher entscheiden musste, ob er Ersparnisse für die Altersvorsorge oder für Wohneigentum zurücklegt, kann nun beides kombinieren. Damit können z.B. junge Familien, wenn sie zielstrebig in ein zertifiziertes Produkt für die eigenen vier Wände sparen wollen und weitere Mittel für eine steuerlich geförderte private Geldrente nicht zur Verfügung haben, jetzt bis zum Erwerb eines selbstgenutzten Wohneigentums und danach während der gesamten Tilgungsphase in den vollen Genuss der staatlichen Förderung kommen.

Mit dem neuen Eigenheimrentengesetz erhalten die Zulagenberechtigten nämlich sowohl während der Ansparphase, als auch während der Tilgungsphase ebenso hohe Zulagen wie alle sonstigen steuerlich geförderten privaten Altersvorsorgeverträge (Riester-Verträge) jährlich:

Jährliche Zulagen

  • 154 EUR Grundzulage für den Berechtigten (alleinstehend)

  • 308 EUR Grundzulage für Ehepaare

  • 185 EUR Kinderzulage je Kind (vor 2008 geboren)

  • 300 EUR Kinderzulage je Kind (ab 2008 geboren)

Dies gilt, wenn die Höchstbeträge (4 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommen, höchstens 2.100 EUR inkl. Zulagen) eingezahlt werden und die eingezahlten Beträge einschließlich der Förderbeträge und Zinsen für ein förderfähiges Objekt verwendet werden. Voraussetzung ist, dass das Objekt ab dem 01. Januar 2008 erworben bzw. bei Neubau bezogen worden ist. Junge Erwachsene, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 EUR, der zusammen mit der Grundzulage gutgeschrieben wird.

Zu beachten

Eine Besonderheit gilt für Altverträge: Zu Beginn der Auszahlungsphase (bei Rentenbeginn) kann das angesparte riestergeförderte Altersvorsorgeguthaben für die Entschuldung von selbstgenutztem Wohneigentum auch dann eingesetzt werden, wenn die Immobilie bereits vor 2008 angeschafft oder gebaut wurde.

Wie auch bei bisherigen Riester-Produkten kann ab bestimmten Einkommenshöhen der Sonderausgabenabzug höher ausfallen, als die zustehenden Zulagen. Ob die Zulage oder der Sonderausgabenabzug vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt durch eine „Günstigerprüfung“ im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung. Falls der Sonderausgabenabzug günstiger ausfällt, wird die Differenz zwischen der gezahlten Zulage und der Steuerentlastung im Einkommensteuerbescheid festgestellt und zusammen mit der Steuererstattung ausbezahlt oder mit Nachzahlungsbeträgen verrechnet.

Werden bisherige „Geld-Riester“ Verträge zum Bau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum verwendet, können alternativ bis zu 75 Prozent oder das komplette Kapital, also 100 Prozent, aus diesen Verträgen für selbstgenutztes Wohneigentum eingesetzt werden. Des Weiteren können auch Bausparverträge, die ab sofort nach dem Eigenheimrentengesetz abgeschlossen werden, nachträglich in andere Riester-Verträge umgewandelt werden, wenn wider Erwarten kein selbstgenutztes Wohneigentum angeschafft wird.

Achtung, wenn der Bausparvertrag ab 2009 von einem über 25-Jährigen abgeschlossen und Wohnungsbauprämie (WoP) beantragt wird, muss die Zweckbindung beachtet werden, ggf. muss die erhaltene WoP zurückerstattet werden.

Nachgelagerte Besteuerung

Wegen der grundsätzlichen Gleichberechtigung zu allen sonstigen Riester-Verträgen unterliegt auch die Eigenheimrente ab dem fiktiven „Auszahlungsbeginn“ der nachgelagerten Besteuerung nach dem Alterseinkünftegesetz. Der Beginn der „Auszahlungsphase“ und damit der Besteuerung kann individuell zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr (sinnvollerweise mit Beginn der Rentenzahlung) gewählt werden und endet immer mit dem 85. Lebensjahr. Die Erfassung der geförderten Einzahlungen, der staatlichen Zulagen und der unterstellten Verzinsung in Höhe von 2 Prozent jährlich erfolgt über ein Wohnförderkonto, das der Anbieter für den Kunden führt. Alternativ kann die nachgelagerte Besteuerung auch durch eine Einmalbesteuerung mit einem Abschlag von 30 Prozent abgelöst werden. Dies ist aber im Vergleich zur Versteuerung über die Zeit bis zum 85. Lebensjahr ungünstiger. Während der „Auszahlungsphase“ wird das Wohngeldkonto nicht mehr weiter verzinst, was einer weiteren Förderung gleichkommt: Der fiktiv zu versteuernde Jahresbetrag aus dem Wohngeldkonto bleibt während der gesamten Laufzeit unverändert.

Obwohl während der „Auszahlung“ keine Liquidität zur Auszahlung kommt, denn das Kapital wurde bereits in das selbstgenutzte Wohneigentum investiert, greift die nachgelagerte Besteuerung. Ob und in welcher Höhe tatsächlich Steuern zu zahlen sind, ist im Einzelfall sowohl von der Höhe des Wohnförderkontos, als auch von der persönlichen Einkommenssituation abhängig.

Gegenüber sonstigen Riester-Produkten (Geld-Riester) hat die Eigenheim-Rente zwei entscheidende Vorteile:

  • Das selbstgenutzte Wohneigentum ist Altersvorsorge mit Sofortwirkung. Die Eigentümer können es sofort genießen (lange vor dem Rentenalter darin wohnen).

  • Das selbstgenutzte Wohneigentum dient dem Vermögensaufbau für die Familie. Es ist ohne Einschränkung voll vererbbar (auch der steuerlich geförderte Anteil).

Hans Rauch

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