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Hilfe für HelfendeAngehörigen-Pflege gut vorbereiten

01. Februar 2009. In der Kindheit sind die Eltern die heimlichen Helden: allwissend und unbesiegbar. Aber selbst Eltern sind nur Menschen und auch sie werden älter. Eines Tages ist dann plötzlich alles anders: Der einst starke Vater, die stets aktive Mutter werden zum Pflegefall und brauchen nun die Hilfe ihrer Kinder. Doch häusliche Pflege ist nicht einfach zu bewältigen. Daher gründeten Hannelore und Friedrich Volkenborn von der Siedlergemeinschaft Bockum-Hövel in Hamm vor 15 Jahren den Gesprächskreis „Pflegende Angehörige“.

Hannelore und Friedrich Volkenborn: seit 15 Jahren unermüdlich im ehrenamtlichen Einsatz.

Menschen, die sich um alte oder erkrankte Angehörige kümmern, werden gerne als „der größte Pflegedienst der Nation“ bezeichnet. Schätzungen zufolge leben rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause, bei ihren Familien. Und das bedeutet nicht selten Schwerstarbeit für die Pflegenden. Dennoch erhalten sie erschreckend wenig Unterstützung vom sozialen System. „Fast acht Jahre haben wir mit Gleichgesinnten gekämpft, bis Krankenkassen pflegenden Angehörigen endlich Maßnahmen zur Kur und Gesundheitsförderung bewilligten“, erzählt Friedrich Volkenborn. Seit gut einem Jahr ist dies nun möglich – nicht zuletzt ein Erfolg der Volkenborns und ihres Gesprächskreises „Pflegende Angehörige“.

Als das Ehepaar Volkenborn 1994 den Gesprächskreis „Pflegende Angehörige“ gründete, war die Motivation vielfältig: „Vergesst mir die Alten nicht“, hatte Friedrich Volkenborns Vater kurz vor seinem Tod gemahnt. Und seine Bitte wurde gehört. Heute ist es Hannelore und Friedrich Volkenborn, inzwischen selbst schon 69 und 73 Jahre alt, ein Anliegen, „dass unsere Siedlerfreunde auch im Alter in ihren hart erarbeiteten Häusern und bei ihren Familien bleiben können.“ 30 Jahre lang kümmerte sich das Paar um nahe Angehörige – für die Dauer von rund zehn Jahren übernahm Hannelore Volkenborn sogar die Schwerstpflege des Vaters. Die beiden kennen also die Sorgen Pflegender.

Viel Verantwortung

Zu den Gruppen-Treffen, die das Ehepaar Volkenborn alle vier Wochen veranstaltet, kamen seit Gründung des Gesprächskreises mehrere tausend Besucher. Mit Themenabenden wie „Umgang mit Demenzerkrankten“ oder „Betreuungsrecht“, bieten sie dort, gemeinsam mit Medizinern und anderen Experten, wertvolle Hilfe für pflegende Angehörige. „Wir sind glücklich, dass uns so viele Fachleute unterstützen“, betonen die Volkenborns, die – wie die Referenten – rein ehrenamtlich arbeiten.

Denn so lobenswert die Bereitschaft, einen alten oder kranken Menschen in „Eigenregie“ zu pflegen auch ist, sollte man diese Verantwortung nicht unvorbereitet übernehmen. Verantwortung bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass man einen zum Teil oder sogar gänzlich hilflosen Menschen aufnimmt, der sich vollkommen und zu jeder Zeit auf seine „Pfleger“ verlassen können muss. Und das kann – bei aller Zuneigung für den Erkrankten – an die Substanz gehen. Körperlich wie emotional. Nur wer sich im Vorfeld bewusst macht, welche Herausforderungen auf ihn zukommen, kann auch effektiv helfen.

Rückhalt ist wichtig

Wer sich ernstlich mit dem Gedanken trägt, die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, muss sich zunächst fragen, ob er selbst gesund genug dafür ist. Ist das der Fall, so raten die Volkenborns sich bei der eigenen Familie zu versichern, dass sie ebenfalls hinter der Entscheidung steht. Denn der Alltag aller im Haushalt lebenden Personen ändert sich fortan grundlegend. So ist eine eventuell notwendige 24-Stunden-Betreuung nicht von einer Einzelperson zu leisten und die Familienmitglieder werden sich abwechseln müssen. Aber auch Ausflüge oder Besuche werden seltener und bedürfen einer genaueren Planung. Je nach Grad der Hilfsbedürftigkeit wird sich vielleicht auch einer der Pflegenden beruflich umorientieren müssen.

Sieht sich die Familie jedoch in der Lage, die Pflege zu übernehmen, lautet die erste Aufgabe, Gespräche zu führen. „Zunächst muss natürlich der Angehörige selbst gefragt werden, ob er überhaupt von mir gepflegt werden möchte“, erinnert Friedrich Volkenborn. Ist dies geklärt, sollte man auch Kontakt mit Ärzten, Pflegern und einem Sozialdienst aufnehmen. Schließlich benötigen Pflegende professionelle Unterstützung bei der korrekten Versorgung ihrer Verwandten. Grundsätzlich ist eine gründliche Information über die Erkrankung des Angehörigen und dessen Bedürfnisse wichtig. Daher sollten sämtliche Kranken- und Behandlungsunterlagen angefordert und gut geordnet im Haushalt aufbewahrt werden. Wenn es der geistige Zustand des Pflegebedürftigen zulässt, sollte schnellstmöglich veranlasst werden, dass er, insbesondere bei Immobilienbesitz, mit Hilfe eines Notars eine Vorsorgevollmacht sowie eine Patientenverfügung verfasst.

Energien schonen

Hilfe kann nur leisten, wer selbst noch Energiereserven hat. Daher ist es wichtig, dass pflegende Angehörige ihre eigene Gesundheit nicht vernachlässigen. So darf man durchaus weitere Verwandte einbinden, die z.B. durch das Übernehmen von Besorgungsgängen oder Gartenpflege helfen können. Auch ist es keine Schande, den Patienten mal in eine Kurzzeitpflege zu geben und sich selbst eine Auszeit zu nehmen. Vielleicht mit Hilfe der seit einem Jahr möglichen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Von den hier gewonnen Kräften profitieren Betreuer wie Betreute.

Es lohnt sich

Hannelore und Friedrich Volkenborn wissen, dass die Pflege kranker Menschen anstrengend ist. Doch in Initiativen, wie dem von ihnen gegründeten Gesprächskreis „Pflegende Angehörige“ finden die Helfer praktischen Rat und Unterstützung. Und bei allen Strapazen: Der Moment, in dem der Hilfsbedürftige seinem Betreuer dankt, ihn anlächelt oder ihm nur durch einen leichten Druck der Hand zeigt, dass er weiß „jemand ist für mich da“, macht die Strapazen fast vergessen.

Praxistipp: Aktivität hilft

„Aktivierende Pflege“ heißt ein Credo der Volkenborns. Denn warum sollte z.B. ein demenzkranker Mensch gleich aufs Abstellgleis geschoben werden? Im Gegenteil profitiert er davon, wenn er einfache Aufgaben im Haushalt wie Kartoffelschälen, Blumengießen oder das Zusammenlegen der Wäsche übernehmen darf. So fühlt er sich nützlich und der pflegenden Familie kann die Hilfe Entlastung bringen. Gespräche, das gemeinsame – durchaus wiederholte – Ansehen oder Sortieren alter Fotos, einfache Spiele mit Karten oder eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ fordern den Geist.

Auch körperliche Aktivität wie begleitete Spaziergänge oder leichte Gartenarbeit helfen geistig verwirrten Menschen.

Bettlägerige Patienten hingegen profitieren von Besuchen, dem Hören bekannter Musik und Vorlesestunden. Wichtig ist vor allem, dass jegliche Beschäftigung mit dem Angehörigen geduldig und ohne Stress geschieht.

Kh

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