Erinnerungen aus Berlin (West)Siemens-Siedlung-Spekte, Berlin-Spandau

6. November 2009



Vom Fall der Berliner Mauer im Herzen der Stadt im November 1989 haben wir – wie viele Millionen Mitbürger auch – durch die Berichte im Fernsehen erfahren. Die Bilder haben sich uns unauslöschlich eingeprägt.


So genannte „Mauerspechte“ pickten bereits kurz nach der Verkündung der Grenzöffnung etliche Löcher in die Betonteile am Ende der Falkenseer Chaussee und entfernten mindestens an acht Stellen Mauerplatten, wobei die DDR-Grenzer tatenlos zusahen. Diese Öffnungen wurden aber schnell wieder mit Stacheldraht verschlossen. Am Montag, den 13. November 1989 wurden im Bereich der Falkenseer Chaussee die Mauersegmente von DDR-Grenztruppen dann vollständig beseitigt und in den Abendstunden der Durchgang offiziell geöffnet.

Der Strom der Menschen aus dem benachbarten Landkreis – Fußgänger, Radfahrer und schließlich Autofahrer – gelangte durch ein dichtes Spalier von jubelnden Spandauern in den Berliner Bezirk, der ihnen Jahrzehnte versperrt gewesen war. Aber auch wir Spandauer nutzten die Gelegenheit, das bisherige Sperrgebiet in Augenschein zu nehmen, soweit das im Dunkeln möglich war. Wir Mitglieder des Siedlungs-Vorstands kamen gerade von unserem Kegelabend (bezeichnenderweise hieß die Kegeltruppe „Die Mauerblümchen”) und ließen uns von den Ereignissen gerne mitreißen.


An diesem Abend fielen sich wildfremde Menschen aus Falkensee und Berlin-Spandau freudetrunken in die Arme, stießen auf das historische Ereignis an und tauschten Adressen aus. Damals entstanden viele Freundschaften, die sich im Laufe der Zeit gefestigt haben. Wen wundert es, dass der Mauerfall gebührend gefeiert wird?
Jetzt, nach zwei Jahrzehnten des wiedervereinten Deutschlands, verblassen die Erinnerungen an die bedrückende, einst trennende Vergangenheit. Schauen wir nach vorn und freuen wir uns gemeinsam über unsere grenzenlose und schöne Heimat.

Ulrich Dieske
Vorsitzender der SG Siemens-­Siedlung-Spekte Spandau e.V.