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Wohnwünsche und barrierearmer KomfortErste bundesweite Umfrage - 1.040 Teilnehmer

Mehr als drei Viertel der in den eigenen vier Wänden lebenden Hausbesitzer wollen auch im Alter in ihrem Wohneigentum bleiben. Doch die notwendigen Wohnungsanpassungen spielen eine bislang zu wenig beachtete Rolle, so ein Fazit der ersten bundesweiten Meinungserhebung. Dafür befragte der Verband Wohneigentum in Zusammenarbeit mit dem Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) und dem Institut für Bauforschung Hannover e.V. (IFB) 1.040 selbstnutzende Eigentümern.

Die demografische Entwicklung zeigt die Notwendigkeit des Umdenkens: Schon 2030 werden 30 Prozent der Deutschen älter als 60 Jahre sein. Was bei der Wohnungswirtschaft bereits als Bedarfswandel für das Wohnen im Alter in den Fokus gerückt ist, lässt sich für die selbstnutzenden Wohnungseigentümer nur schwer erfassen. Doch diesen Veränderungspotenzialen muss bei einer Eigentumsquote von 43 Prozent und einem Anteil von 52 Prozent Wohneigentümern an der Bevölkerung stärkere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
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Meinungsbild

Wie wird auf veränderte Anforderungen an Wohnformen und Ausstattung reagiert? Wo liegen die besonderen Interessen von Eigentümern, welchen Anpassungsbedarf gibt es bei Bestandsgebäuden, welchen Informations- und Beratungsbedarf? Welche Anregungen sind für künftigen Neubau abzuleiten? Diese Fragen zielten auf ein umfassendes Meinungsbild der Wohneigentümer zu barrierearmem Wohnkomfort und zur Hilfe bei der Verwirklichung von Wohnwünschen im Alter.

Die Befragung der 1.040 selbstnutzenden Eigenheimer offenbarte ein differenziertes und dennoch den demografischen Trend bestätigendes Bild. Sie erlaubt Rückschlüsse auf Motivationen und Hemmnisse für Eigentümer, ihr Haus dem aktuellen oder künftigen Bedarf anzupassen.

Bequemes, langes Wohnen

Die wichtigsten Wünsche sind das bequeme Wohnen und möglichst lange Verbleiben im eigenen Hause. Deshalb wächst die Offenheit für technische und bauliche Anpassungen mit den dazugehörigen Investitionen.

Gefragt nach der Bereitschaft zur Gebäudeanpassung und Barrierereduzierung bestätigte ein Viertel der Befragten, eine solche innerhalb der nächsten ein bis vier Jahre ins Auge zu fassen, ein weiteres Viertel hat es bereits vollzogen. Jedoch hat die knappe Hälfte solche Anpassungen weder durchführen lassen noch geplant.
15 Prozent der Befragten würden auch mit externer professioneller Hilfe in ihrem Eigentum wohnen bleiben. Das Mehrgenerationenwohnen war nur für 6 Prozent eine Alternative. Allerdings können sich 37 Prozent vorstellen, wenn nötig, ins betreute Wohnen umzuziehen.

Gesundheitliche Gründe

In den befragten Haushalten leben 2.669 Personen, von denen bereits 517 mit gesundheitlichen Einschränkungen zurecht kommen müssen. 13 Prozent haben einen Grad der Behinderung – vor allem körperliche Beeinträchtigungen, aber auch Einschränkungen des Hör- und Sehvermögens oder der geistigen Fähigkeiten. Barrierearmer Wohnkomfort ist für sie die Chance zum langen Verbleiben in der eigenen Wohnung. Für jeden achten Befragten ist dieses Thema durch die Pflege von Angehörigen bereits relevant. Insgesamt hat das auch Auswirkungen auf das Netz und die Qualität von Betreuungs- und Unterstützungsangeboten im Umfeld.

Bauliche Barrieren

Rund zwei Drittel der Befragten bewohnen ihr Eigentum bereits seit mehr als 20 Jahren, ein gutes Viertel seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Notwendigkeit, Veränderungen im eigenen Haus zu planen, zeigt sich zunächst am Alter der Häuser. Zur Hälfte vor 1978 gebaut, wurde außer notwendigen Instandsetzungen und An- und Ausbauten kaum in die Gebäude investiert. Geringe Bewegungsflächen, steile Treppen und kleine Bäder setzen bauliche Barrieren für altersgerechtes Wohnen, die nur mit größeren Umbauten einschließlich veränderter Grundrisse zu bewältigen sind.

Ein Viertel der Befragten wohnt in zwischen 1979 und 1994 errichteten Gebäuden, die sich bereits durch verbesserten baulichen Standard auszeichnen. Doch erst die Baualtersklasse ab 1995, in der 13 Prozent leben, hat einen zeitgemäßen Komfort.

Fast zwei Drittel der Eigentümer, so ein weiteres Umfrageergebnis, hat die Hauptwohnräume – vor allem Wohn- und Schlafzimmer – auf zwei Ebenen. Eine Umgestaltung zur Reduzierung von Barrieren wie die Verlagerung aller Wohnräume ins Erdgeschoss ist hier mit erheblichen Kosten und technischem Aufwand verbunden.

Eigene Investitionen

Befragt nach den Kosten, bestreitet der überwiegende Teil der Eigentümer altersgerechte Umrüstungen aus eigenen Mitteln. Nur 18 Prozent meldeten Finanzierungsbedarf an. Generell ist der Kreditanteil relativ gering. Das beruht gemäß den Erfahrungen des IFB unter anderem auf dem Ziel der Eigentümer, insbesondere bei Älteren, eine finanziell unbelastete Immobilie zu besitzen und an die Nachfahren zu übergeben. Nur 11 Prozent der Befragten haben Fördermittel beantragt, verbilligte KfW-Darlehen sind nahezu unbekannt.

Hinderungsgründe für barrierearme Anpassungen liegen allerdings nicht nur in konstruktiven oder materiellen Schwierigkeiten. Oft vermuten ältere Bewohner einfach Hemmnisse, die mit normalen Mitteln nicht zu beseitigen sind oder denen sie sich einfach nicht gewachsen fühlen.

Empfehlungen

„Barrierereduzierung heißt zunächst, den Wohnkomfort an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Gleichzeitig bedeutet sie eine Wertsteigerung des Hauses, das dann künftigen Marktnachfragen besser entspricht. Unsere Auswertung der Umfrage zieht dafür erste Schlussfolgerungen“, so Dipl.-Ingenieurin Heike Böhmer, Direktorin des IFB Hannover. Doch müssten Eigentümern dafür weitaus mehr Hilfen an die Hand gegeben werden.

Die Studie listet Handlungsempfehlungen auf, um der Notwendigkeit barrierearmer altersgerechter Umrüstung künftig besser gerecht zu werden. So müssen durch Bund und Länder Rahmenbedingungen einschließlich der Förderung durch Zuschüsse für barrierereduzierende Maßnahmen geschaffen werden, in die außerdem die Pflegekassen und Kommunen einzubeziehen sind. Innovative Technologien für barrierereduzierenden Umbau sollten gefördert werden. Auszubauen sind Netzwerke, die eine neutrale Beratung zur Umsetzung, Finanzierung und Förderung von altersgerechten Anpassungsmaßnahmen durch die Eigentümer anbieten.

Beratungsangebote

„Unsere Gemeinschaftsstudie hat gezeigt: Um Eigentümern ein langes Bleiben in ihrem Haus zu ermöglichen, sind neue Beratungsangebote dringend nötig“, konstatiert Peter Mauel, 1. Vorsitzender des Bauherren-Schutzbundes e.V. „Wir haben als Verbraucherschutzorganisation diese Notwendigkeit erkannt, bauen unsere Beratung unter diesen Gesichtspunkten aus. Der Beratungsbedarf wächst.“ Neben fachlichen Inhalten spiele dabei auch die fachübergreifende Kompetenz der Berater eine wesentliche Rolle, um Eigentümer zu motivieren.

„Wie wir vermutet haben, wird der eigene Bedarf nur selten gesehen, man behilft sich, solange es geht, statt frühzeitig über mögliche Erleichterungen nachzudenken“, resümiert Hans Rauch, Präsident des Verbands Wohneigentum. „Wir sind als Verband gefordert, Bewusstseinsbildung zu betreiben. Wohnungswirtschaft, Verbraucherverbände und staatliche Stellen, das heißt Bund, Länder und Kommunen, müssen hier an einem Strang ziehen. So genannte niederschwellige Beratungsformen, Angebote in der Siedlung und für das Haus müssen entwickelt werden.“

„Mit Anpassungsmaßnahmen im eigenen Haus und im Wohnumfeld älteren Menschen ein langes selbstbestimmtes Leben zu garantieren, darin liegen zum einen große Potenziale für die Gesellschaft, zum anderen neue Chancen für den Verbraucherschutz“, bestätigt Peter Mauel und umreißt damit ein Zukunftsfeld, sowohl für Politik und Gesellschaft als auch für die beiden Verbände.

Den Abschlussbericht der Studie können Sie hier herunterladen:

Die Presseerklärung zur Auswertung der Studie finden Sie hier .

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