Dachintegrierte PhotovoltaikanlagenErtragsteuer

Dachintegrierte Photovoltaikanlagen sind steuerlich genauso zu behandeln wie Aufdachanlagen, so das Bayerische Landesamt für Steuern (LfSt Bayern). Gleiches gilt für Blockheizkraftwerke.

Da durch Photovoltaikanlagen produzierter Strom in das Netz der Energieversorger eingespeist wird und der Betreiber durch die Einspeisevergütung Einnahmen erzielt, muss er diese versteuern. Er kann jedoch die Anschaffungs- und Wartungs-kosten steuerlich absetzen. Bei den weit verbreiteten Aufdachanlagen ist dies klar geregelt. Doch dank des technischen Fortschritts gibt es inzwischen auch Dach-ziegel mit eingebauten Photovoltaikmodulen, so genannte dachintegrierte Photo-voltaikanlagen deren steuerlicher Status bis vor Kurzem noch unklar war.

20 Jahre Abschreibung

Laut einer Verwaltungsanweisung des Bayerischen Landesamtes für Steuern (Aktenzeichen: S 2190.1.1-1/3 St32) vom August 2010 sind dachintegrierte Photo-voltaikanlagen ertragsteuerlich als selbständige, abnutzbare und bewegliche Wirtschaftsgüter zu betrachten und werden demzufolge steuerlich genauso behandelt wie Aufdachanlagen. Diese, wie auch die neueren dachintegrierten Photovoltaikanlagen, können über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben werden. Unerheblich für die ertragsteuerliche Behandlung ist, ob die Anlage direkt beim Bau des Hauses installiert wurde oder nachträglich im Zuge einer Dachsanierung.

Aufwendungen für die Dachkonstruktion werden nicht der Photovoltaikanlage, sondern dem Gebäude zugerechnet. Diese Kosten gelten entweder als Herstel-lungskosten oder Erhaltungsaufwendungen.

Des Weiteren sind für die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eine Sonderabschreibung (nach § 7g Abs. 5 Einkommensteuergesetz – EStG) sowie eine degressive Aschreibung (nach § 7g Abs. 2 EStG) möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Investitionsabzugsbetrag für die geplante Anschaffung der Photovoltaikanlage (nach § 7g Abs. 1 EStG) gebildet werden,
z. B. bei einer Bestellung einer Anlage in einem Jahr vor der Inbetriebnahme.

Blockheizkraftwerke

Außerdem teilte das LfSt Bayern mit, dass die ertragsteuerlichen Voraussetzungen für dachintegrierte Photovoltaikanlagen ebenso für Blockheizkraftwerke gelten. Dies ist neu, denn bisher wurden Blockheizkraftwerke als unselbständige Gebäudeteile betrachtet, wenn die erzeugte Energie (Strom und Wärme) zum größten Teil im Gebäude verwendet wird.

Kh