Fusion in Nordrhein-WestfalenGute Planung ist alles

Zum 1. Januar 2011 fusionierten die drei Regionalverbände Rheinland, Ruhr-Niederrhein und Westfalen-Lippe zum Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen – mit rund 135.000 Mitgliedern der stärkste Landesverband. Dem Zusammenschluss gingen viel Arbeit und Organisation durch die Vorstände und Mitarbeiter voraus.

Hans-Michael Schiller, Vorsitzender Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen.  

Schon lange, bereits seit den 1980er Jahren, gab es den Plan, aus den drei nordrhein-westfälischen Regionalverbänden einen gemeinsam agierenden, wirtschaftlich wie politisch starken Landesverband zu machen. Zum Jahresbeginn 2011 wurde diese Vision endlich Wirklichkeit – durch die Fusion der drei Regionalverbände Rheinland, Ruhr-Niederrhein und Westfalen-Lippe. Vorsitzender des Verbands Wohneigentum Nordrhein-Westfalen ist Hans-Michael Schiller, der schon dem Regionalverband Westfalen-Lippe vorstand. Neuer Geschäftsführer ist Thomas Hornemann, der zuvor die Geschäfte des Regionalverbands Rheinland leitete.

Ein wichtiger Grund für die Fusion war das rechtzeitige Aufhalten des Mitgliederrückgangs, mit dem viele Vereine und Verbände in Deutschland zu kämpfen haben. Außerdem ermöglicht ein geeinter Landesverband eine kürzere Entscheidungsfindung, schnellere Ergebnisse und mehr politische Durchsetzungskraft. Kurz: Die Kräfte können zielgerichteter gebündelt und sinnvoll für alle Mitglieder in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden.

Ein langer Weg

Thomas Hornemann, Geschäftsführer Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen.  
Zwar gab es bereits seit 1952 einen nordrhein-westfälischen Landesverband, dieser bestand als reiner Dachverband aber weitgehend nur „auf dem Papier“. Tatsächlich arbeiteten die drei Regionalverbände eigenständig. Die ersten Fusionsgedanken äußerte Albert Demtröder in den 1980er Jahren. Der damalige Vorsitzende des Regionalverbands Westfalen-Lippe und Präsident des Verbands Wohneigentum (damals Deutscher Siedlerbund) konnte sich jedoch nicht wirklich bei den drei Regionalverbänden durchsetzen, bestand doch damals ein erhebliches Konkurrenzdenken zwischen den Vorständen. Kontinuierlich wurden die Widerstände jedoch abgebaut und 1995 konnte unter Herbert Braun (zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender des Regionalverbands Rheinland und des Landesverbands Nordrhein-Westfalen) eine „Satzungskommission NRW“ einberufen werden.

Zwei Jahre später, 1997, stellte der Beschluss der Satzung des Landesverbands Nordrhein-Westfalen die ersten Weichen für die heute vollzogene Fusion. Danach bestand der dreiköpfige geschäftsführende Vorstand gleichberechtigt aus den Vorsitzenden der drei Regionalverbände. Außerdem wurde der „Arbeitskreis NRW“ unter dem Vorsitz von Hans-Michael Schiller berufen, der die zukünftigen Aufgaben der drei Regionalverbände, die Bündelung der Kräfte und eine engere Kooperation erarbeiten sollte. Seit 1999 führten die Regionalverbände unter der Leitung des Landesverbands NRW gemeinsame Seminare und Messeauftritte durch.

2001 forcierten Herbert Braun und Alfons Löseke, damals Vorsitzender des Regionalverbands Westfalen-Lippe sowie Präsident des Bundesverbands, die Fusionsbestrebungen. Zwar war ihnen kein sofortiger Erfolg beschieden, doch dank ihrer Bemühungen vertieften sich die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen den drei Regionalverbänden – wichtige Voraussetzungen für die heute vollzogene Fusion.

Schließlich wurde es unausweichlich, über einen baldigen Zusammenschluss nachzudenken und diesen so bald wie möglich zu vollziehen. Die Vorstände der drei Regionalverbände sahen sich in der Pflicht, den Verband auf die neuen Anforderungen und die zukünftigen Wünsche der Mitglieder auszurichten, den Verband für die Zukunft zu stärken.
Seit 2007 wurden konkrete Fusionsgespräche geführt, 2008 begann eine neue „Satzungskommission NRW“ unter Vorsitz von Hans-Michael Schiller mit der Erarbeitung einer Satzung für die Zeit nach der Fusion. Im November 2009 präsentierte die Kommission ihren Abschlussbericht sowie sämtliche erarbeiteten Satzungsentwürfe. Anschließend wurde die „Kommission Fusion NRW“ unter dem Vorsitz von Alfons Löseke mit der Vorbereitung und Durchführung des Zusammenschlusses beauftragt.

Im Verlauf des Jahres 2010 schafften die Kommission sowie die Vorstände der drei Regionalverbände schließlich die juristischen Voraussetzungen für die Fusion, die im November 2010 durch die Delegiertenversammlungen in Rheinland, Ruhr-Niederrhein und Westfalen-Lippe genehmigt wurde.

„Die Verschmelzung der drei Regionalverbände in NRW ist also eher eine Vernunftehe“, so der neue Landesvorsitzende Hans-Michael Schiller. Dennoch ist er von dem Sinn und der Wirtschaftlichkeit der Fusion vollkommen überzeugt. Der Zusammenschluss der drei Regionalverbände zu einem starken Landesverband bündelt Kräfte und Ressourcen. Außerdem ermöglicht allein die Mitgliederzahl von rund 135.000 mehr politische Durchsetzungskraft. „Gut Ding braucht eben in manchen Dingen viel Weil“, resümiert Schiller.

Klug aufgestellt

Um den Grundstein für den Zusammenschluss zu legen, galt es vor allem, das Vertrauen zwischen den Vertretern der einzelnen Regionalverbände untereinander zu stärken. Befürchtungen, das mitglieder- und finanzstarke Westfalen-Lippe würde die Belange in den beiden anderen Regionen vernachlässigen und nur die eigenen Interessen vertreten, mussten zerstreut werden. Dies gelang durch die umsichtige Handlungsweise der Vorstände in den drei Regionalverbänden, die auf eine kontinuierlich engere und vertrauensvollere Zusammenarbeit bauten.

Ein Paradebeispiel für das vorausschauende und demokratische Vorgehen bei der Fusion ist die Zusammensetzung des neuen Vorstands. Alle drei Regionalverbände sind vertreten – proportional verteilt nach der Anzahl der in die Fusion eingebrachten Mitglieder:

1. Vorsitzender:

Hans-Michael Schiller (Westfalen-Lippe)

1. stellvertretender Vorsitzender:

Wolfgang Bock (Rheinland)

2. stellvertretender Vorsitzender:

Horst Tiefenbach (Ruhr-Niederrhein)

3. stellvertretender Vorsitzender:

Michael Dröge (Westfalen-Lippe)

4. stellvertretender Vorsitzender:

Wolfgang Szubin (Westfalen-Lippe)

5. stellvertretender Vorsitzender:

Winfried Abitz (Rheinland)

Schatzmeister:

Hans-Jochen Gerlach (Westfalen-Lippe)


Neuer Geschäftsführer der verbandseigenen Dienstleistungsgesellschaft NRW-Dienste GmbH ist Detlef Erm, der zuvor die Geschäfte des Regionalverbands Ruhr-Niederrhein leitete.

Mit der Fusion wurde die Geschäftsstelle des Verbands Wohneigentums Nordrhein-Westfalen nach Dortmund, in die Räume des bisherigen Regionalverbands Westfalen-Lippe, verlegt. Das technisch hervorragend ausgestattete Büro- und Konferenzgebäude im Himpendahlweg 2 symbolisiert anschaulich die Ziele des neuen, starken Landesverbands: eine wirkungsvolle, moderne Interessenvertretung der selbstnutzenden Wohneigentümer in ganz Nordrhein-Westfalen. Auch die erwarteten Einnahmen und der sich abzeichnende Mitgliederzuwachs belegen schon heute eindrücklich, dass der Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen für das noch junge 21. Jahrhundert gut aufgestellt ist.

Kh

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