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Basel II: DSB fordert faire Bedingungen bei Krediten für HäuslebauerDer Deutsche Siedlerbund mahnt transparente Vergabekriterien an und warnt vor Verteuerung der Baukredite

11. August 2003
In einem Interview für den MDR hat der Deutsche Siedlerbund – Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum e.V. (DSB) heute vor den drohenden Nachteilen für künftige Bauherren gewarnt. Nach allem, was bisher über den Inhalt von Basel II bekannt geworden ist, bahnen sich für Bauwillige schwierige Zeiten an. Vor allem für junge Familien gerät der Traum vom eigenen Haus ins Wanken, wenn – wie geplant – statt individueller Beratung und maßgeschneiderten Finanzierungsplans ein sogenanntes Scoring mittels schematisierter Faktoren den Zuschlag für Kredit gibt oder verweigert.

Der Eigenheimbau ist immer auf Kredit angewiesen. Die Bauherren können die notwendige Fremdfinanzierung auf eine solide Basis stellen, wenn sie seriös und umfassend beraten werden. Dreh- und Angelpunkt ist Inhalt und Transparenz des Bauherren-Scoring. Der DSB fordert die Baufinanzierer auf, die Bonitätsprüfung für den Kunden nachvollziehbar zu machen. Es muss gerade den Schwellenhaushalten möglich sein, ihre Zahlungsfähigkeit und –willigkeit zu belegen, gegebenenfalls über eine starre Checkliste hinweg.

Es kann nicht angehen, denjenigen die teuersten Kredite zu verkaufen, die am wenigsten Eigenkapital einsetzen können. Vielfach schaffen junge Häuslebauer erst mit Einsatz der „Muskelhypothek“, also durch Eigenleistung und Nachbarschaftshilfe, ihr Familienheim. Diese Leistung und Leistungsbereitschaft muss in der Risikoabschätzung der Bank berücksichtigt werden. Hier geht es nicht um kurzfristigen Konsum und Ratenkredite für schnell verbrauchte Güter, sondern um die Schaffung langlebiger Werte. Die Motivation, sich für ein eigenes Haus in der sonstigen Lebensführung eine Zeit lang einzuschränken, entspringt einer Haltung, die gesellschaftlich überaus wünschenswert ist. Dies zu fördern und den Bevölkerungsgruppen mit geringerem Einkommen bzw. „schlechtem Risiko“ eine Chance zu geben, sich und ihren Familien einen Raum freier und verantwortungsvoller Gestaltung zu erarbeiten, muss auch der Wirtschaft angelegen sein.

Im Zusammenhang mit Basel II sollten die Baufinanzierer und Banken überlegen, wie sie die Qualität der Finanzierungsberatung verbessern. Natürlich sollen Bauwillige nicht über ihre Verhältnisse hinaus investieren und sich in eine absehbare Zwangsversteigerung manövrieren. Doch sollten die Kunden fairerweise in die Lage versetzt werden, die Möglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen. Die Vergleichbarkeit der Konditionen ist daher eine weitere Forderung des DSB.

In letzter Zeit wächst der wirtschaftliche Druck auf den Einzelnen, nicht nur aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, sondern vor allem durch die Verunsicherung der Bürger hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen: drohende Streichung der Eigenheimzulage, Diskussion um Vermögens- und Erbschaftsteuer, Grunderwerbsteuer, Erhöhung kommunaler Abgaben. Nun sollte alles getan werden, dass keine weitere Barriere aufgebaut wird, sondern mit einer die sozialen Aspekte berücksichtigenden Modifikation die Nachteile von Basel II rechtzeitig vermieden werden. Um so besser können die darin enthaltenen positiven Wirkungen Platz greifen.

dsb

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