Wohneigentum stärken heißt Wohneigentümer stärkenBundesgeschäftsführerin Petra Uertz zu der Konferenz „Wohneigentum stärken - Perspektiven für Städte und Gemeinden“

Die Bundesregierung will das selbstgenutzte Wohneigentum stärken. Warum? In einer Tagungsreihe, die durch Städte in der ganzen Republik reisen wird, sollen Argumente für Eigentumsbildung und Eigentumsförderung diskutiert werden. In der Auftaktveranstaltung am 24. November 2011 in Fulda hieß das Unterthema denn auch „Gesellschaftliche Perspektive für Städte und Gemeinden“.

Die Referenten und Diskussionsteilnehmer der Tagung „Wohneigentum stärken - Perspektiven für Städte und Gemeinden". In der Mitte: Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVBS. Erste von links: Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin Verband Wohneigentum.   © DV
In einem großen Konsens waren sich Wohnungspolitiker vom Bund, dem Land Hessen der Stadt Fulda sowie Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung und kommunaler Behörden mit den Verbänden der Wohnungswirtschaft und des Siedlungswesens einig: Selbstgenutztes Wohneigentum gibt dem einzelnen wirtschaftliche Sicherheit und Gestaltungsfreiheit; es stützt die Familie und deren soziales Engagement in Nachbarschaft und Gemeinde; es ist Basis für eine besondere Teilhabe der Bürger an einer aktiven Entwicklung ihrer Stadt und ihrer Siedlung.
Kontrovers wurde und wird hingegen die Frage diskutiert: Wie will die Bundesregierung das Wohneigentum stärken – und wo? Geld zur Förderung fließt nicht mehr so wie noch vor Zeiten, auch wenn es weiterhin einige Töpfe und Förderanlässe gibt wie z.B. die Einbindung des Wohneigentums in die Altersvorsorge („Eigenheimrente“) oder die Programme der KfW, nicht nur zur Sanierung, sondern auch zur Schaffung von selbstgenutztem Wohneigentum.

Ausschlaggebend sind aber die örtlichen Gegebenheiten: Qualität und Preis von Bauland, Infrastruktur, Arbeitsmarkt. Es gibt wenige wachsende und mehr schrumpfende Regionen. Diese Feststellung verführt so manchen, eine „Rückkehr in die Städte“ zu propagieren, da dort die Infrastruktur kostengünstiger erhalten werden könne. Dabei wird vergessen, dass keineswegs alle Bewohner auf dem Lande, insbesondere der Dörfer und Kleinstädte, aus den Städten ausgewandert sind. Ebenso wenig wird klar wie „Stadt“ definiert wird. In dem Zusammenhang ist es höchst erfreulich, dass sich das BMVBS, an seiner Spitze Bundesminister Ramsauer, mit Sonderprogrammen um die Entwicklung des ländlichen Raums bemüht und die Gemeinden und deren Vernetzung untereinander fördert.

Kostengünstige Infrastruktur und ressourcenschonendes Wohnen und Leben muss weiterhin in gewachsenen Siedlungen möglich sein, gleich ob in größeren Städten oder auf dem Land. Hier zu moderieren und zu fördern ist eine Aufgabe, an der sich der Bund beteiligen muss. Bei der Umsetzung des Ziels, geschaffene Werte, Heimat und sozialen Zusammenhalt zu stärken, müssen allerdings die Bewohner umfassender durch die Kommunen eingebunden werden – sich aber auch in die Pflicht nehmen lassen. Stadt- und Siedlungsentwicklung scheitert, wenn ideale Konzepte die konkreten Wohnwünsche, die meist Wohnbedürfnisse sind, nicht berücksichtigt. Schließlich sind es nicht Immobilien, sondern Menschen, die unterstützt werden müssen. Auch durch finanzielle Förderung ihrer eigenen Anstrengungen. Auch durch Reduzierung von Belastungen durch Gebühren und Steuern – aber dies wäre Thema einer weiteren Veranstaltung der Reihe „Wohneigentum stärken“.

Ue

Zusammenfassung

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