Unzeitgemäße InstrumenteGrunderwerb- und Grundsteuer

Seit dem 1. Januar 2012 gilt in Schleswig-Holstein ein Steuersatz von 5 Prozent bei Grunderwerb. Am 1. März zieht Rheinland-Pfalz nach. Um ganze 1,5 Prozent erhöhen beide Länder ihren Satz und reihen sich damit in den unsäglichen bundesweiten Trend ein. Familienfreundlichkeit sieht anders aus.

Gerade in Zeiten finanzieller Unsicherheit preisen Fachleute das Eigenheim als solide Investition und Altersvorsorge. Auch die noch niedrigen Zinsen unterstützen dies. Da wirkt das zeitgleiche Steigen der Grunderwerbsteuer deplatziert.

Schon seit Langem moniert der Verband Wohneigentum, dass die Grunderwerbsteuer ein unzeitgemäßes Instrument ist – weder angepasst an die soziale noch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Da aber eine Abschaffung der Steuer, so die Hauptforderung des Verbands Wohneigentum, langfristig nicht in Sicht ist, tut eine Reform dringend not.

Entlastungen nötig

Eine Möglichkeit sieht der Verband Wohneigentum darin, die Grunderwerbsteuer wenigstens bei einem zweiten Eigentumserwerb nur insoweit zu erheben, als beim Kauf einer neuen Immobilie gleichzeitig ein vorher besessenes Haus veräußert wird. Die Steuer würde in diesem Fall nur für den übersteigenden Teil fällig, das bedeutet wenn die neue Immobilie mehr wert ist als das neue Haus. Damit würde also nur der Wertzuwachs besteuert. Auf diese Weise würde ein früherer Einstieg in die Eigentumsbildung gefördert und die gerade in jüngeren Jahren notwendige Flexibilität hinsichtlich eines Ortswechsels aufgrund der Arbeitsmarktsituation berücksichtigt. Familien, die jedoch gerade erst dabei sind, sich durch den Kauf ihres ersten Eigenheims eine Existenz aufzubauen, sollten zusätzliche Entlastungen erfahren.

Weiterer Reformbedarf

Nicht nur die Grunderwerbsteuer ist ein unzeitgemäßes Instrument, das dringend angepasst werden muss. Auch die laufende Grundsteuer, die mittels kommunaler Hebesätze in klammen Zeiten Geld in die Stadtkassen spülen soll, wäre dringend zu reduzieren, um die Bürger zu entlasten.

Im vergangenen Jahr beriet die Finanzministerkonferenz der Länder über drei mögliche Reformmodelle: ein Verkehrswertmodell, ein wertunabhängiges Modell und ein gebäudewertunabhängiges Kombinationsmodell. Doch die Beratungen stagnieren.

Kh

Steuerspar-Tipps

Wie Sie bei der Grunderwerbsteuer doch noch ein wenig sparen können, lesen Sie bitte hier .