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GenossenschaftenGemeinsam stärker

2012 ist das Internationale Jahr der Genossenschaften, ausgerufen von den Vereinten Nationen. Auch hierzulande erkennen die Menschen verstärkt die Vorteile des gemeinschaftlichen Wirtschaftens – wie es Siedlergemeinschaften von jeher tun. So schließen sich deutschlandweit immer mehr Wohneigentümer zu Energiegenossenschaften zusammen, investieren in Windkraft- oder Solaranlagen und profitieren gemeinsam.

Viele Wohneigentümer empfinden die überall entstehenden Wind- und Solarparks als akustische oder optische Beleidigung und befürchten einen Wertverlust ihrer Immobilie. Aber es gibt auch ganz gegenteilige Reaktionen: Immer mehr Hausbesitzer begrüßen die neu entstehenden Energieparks und sehen sie als Chance, mehrfach Gewinn zu machen. Denn durch ihre Beteiligung an einer Energiegenossenschaft unterstützen sie nicht nur den Klimaschutz und stärken -die regionale Wirtschaft, ihr Engagement zahlt sich auch finanziell für sie persönlich aus.

Gründungsboom

Die DZ Bank, die als Zentralinstitut für mehr als 900 Genossenschaftsbanken fungiert, beobachtet in den letzten Jahren einen „Neugründungsboom“. Allein in der ersten Jahreshälfte 2011 wurden 172 neue Genossenschaften gegründet – 28,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. „Fast die Hälfte aller neuen Genossenschaften entsteht aktuell rund um das Thema erneuerbare Energien“, so Michael Stappel, Volkswirt und Autor des Genossenschaftsberichtes.

Möglicher Grund für diese sprunghafte Entwicklung ist neben dem erstarkenden Klimabewusstsein der Menschen vielleicht auch die Finanzkrise. In einer Genossenschaft können sich Bürger und Gemeinden aktiv beteiligen, sind aber nicht – wie vielfach der Eindruck bei der Wirtschaft entsteht – den Entscheidungen Einzelner ausgeliefert. Das genossenschaftliche Modell vermittelt also Transparenz, das Gefühl des „Selbstversorgens“ – obschon die gewonnene Energie natürlich nicht direkt der Eigenversorgung dient, sondern ins öffentliche Netz eingespeist wird. Da es aber bei regionaler Versorgung bleibt, bleibt auch das Gefühl der Autarkie. Ein echter Gegenentwurf zu herkömmlichen Energieparks, hinter denen häufig rein wirtschaftlich handelnde Investitionsgesellschaften stehen.

Gewinnträchtig

Selbstverständlich sind Energiegenossenschaften kein rein idealistisches Modell. Oberstes Ziel ist es auch hier, mit seiner Investition Geld zu verdienen. Und die Rendite-Aussichten lassen sich durchaus sehen; im Schnitt liegen sie um die drei Prozent. Die im Herbst 2011 gegründete BürgerEnergie Siebengebirge eG spricht auf ihrer Internetseite sogar von einer angestrebten durchschnittlichen „Rendite (vor Steuern) auf das eingebrachte Eigenkapital von 5 bis 6 Prozent“. Die Beteiligung an einer Genossenschaft kann sich also auszahlen. Befürchtete Wertverluste der Immobilie würden dadurch mehr als kompensiert. Zumal es in Gebieten, wo sich die Bürger aktiv an den Energieparks beteiligen, wegen des hohen Ansehens der regionalen genossenschaftlichen Versorgung meist überhaupt nicht zu einem Wertverlust kommt.

Historisches Vorbild

Das Modell der Genossenschaften geht ursprünglich auf die Sozialreformer Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch zurück. Im 19. Jahrhundert erkannte Raiffeisen, dass die Armut der Landbevölkerung durch gemeinschaftliches Wirtschaften zu lindern sei: die Geburtsstunde der Raiffeisenorganisation, einer landwirtschaftlichen Einkaufsgenossenschaft, die auch eine gemeinsame Vermarktung der Ernte sowie verschiedene Spar- und Kreditmodelle vorsah. Zeitgleich gründete Schulze-Delitzsch genossenschaftlich organisierte Spar- und Konsumvereine, aus denen sich später die Volksbanken entwickelten.

Die heutige Form der Energiegenossenschaften ist also nichts anderes als die zeitgemäße und konsequente Fortführung eines seit rund 150 Jahren bewährten Erfolgsmodells. Ganz nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“ – ein Leitspruch, der Basis vieler Siedlergemeinschaften war und ist.
Infos zu bereits existierenden Energiegenossenschaften finden Sie auf der offiziellen Website des Internationalen Jahres der Genossenschaften .

Kh

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