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Energie sparen für die UmweltAber vorher richtig investieren

Was bietet die Bauindustrie an Möglichkeiten, um Energieeffizienz bei Neubau und Sanierung von Bestandsbauten wirkungsvoll umzusetzen? Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) präsentierte auf ihrer Jahresauftaktkonferenz am 29. Februar 2012 in Berlin das Thema „Zielgruppengerechte Effizienzlösungen“. Die Mitglieder des erst 15 Monate jungen Verbands diskutierten mit Vertretern aus Politik und Verbänden, dabei der Verband Wohneigentum, im Spannungsfeld des technisch Machbaren, des Finanzierbaren und des politisch Gewollten.

Mit einem politischen Akzent wurde die Tagung eröffnet: Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellte sich den kritischen Fragen des DENEFF-Vorsitzenden Carsten Müller zur aktuellen Debatte um die Verschärfung der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und die Ausstattung der Förderung durch den Bund. Planungssicherheit, so Scheuer, sei auch das Ziel des Bundesbauministeriums. Er vermeldete als Erfolg seines Ministeriums, dass die drohenden Kürzungen der KfW-Förderung auf 900 Mio. Euro abgewendet und dem Bundesfinanzministerium die Zusage der ursprünglich angesetzten Mittel von 1,5 Mrd. Euro abgerungen werden konnten.
Auch sonst zeigte sich Staatssekretär Scheuer eigentümerfreundlich: Anreize statt Investitionszwang, Vermeiden von Überforderung durch allzu strenge Auflagen, keine Pflicht zu „anlassloser“ Sanierung und alles in allem Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots.

Energie sparen

Der rote Faden der Vorträge war die Energieeffizienz, das heißt die Energieeinsparung, als Schlüssel zur Energiewende. Schon heute sei es technisch möglich, den Verbrauch in Industrie, Mobilität und eben auch beim Wohnen so zu reduzieren, dass weniger Strom produziert und entsprechend weniger Kraftwerke gebaut werden müssten. Dies wurde von Heinz Dürr, Aufsichtsratsvorsitzender der international aufgestellten Dürr AG, ebenso eindringlich dargestellt, wie von Professorin Claudia Kemfert, die für die Energieökonomie einen weiten Wirkungsbereich aufzeigte. Sie warb eindringlich für ein Energieministerium, in dem die verstreuten und kontrovers ausgeübten Kompetenzen zu bündeln seien. Die Förderung erneuerbarer Energien sei wichtig, genauso wichtig sei aber auch, die Potenziale der Energieeinsparung zu nutzen und zu erweitern.

LichtAktiv Haus

In drei Foren wurden zu verschiedenen Einsatzgebieten gute Beispiele aus der Praxis für zielgruppengerechte Energieeffizienzlösungen vorgestellt: für Industrie und Gewerbe, Öffentliche Hand sowie Privathaushalte und Wohnungswirtschaft. Im dritten Forum wurde das LichtAktiv Haus von Velux vorgestellt, dem der Verband Wohneigentum als beratender Partner verbunden ist. (Mehr dazu lesen Sie hier. )

Die rundum sanierte Doppelhaushälfte aus den 1950er Jahren, die in einer klassischen Siedlung in Hamburg-Wilhelmsburg steht, stellte Sebastian Dresse, Geschäftsführer von Velux Deutschland vor. Von der Planung bis zur Ökologiebilanz ist dieses alte Siedlerhaus ein gelungenes Vorzeigeobjekt. Der Haken daran: 460.000 Euro kostet die „Vollversion“, in der alle denkbaren Techniken und Materialien eingesetzt wurden. Aber auch die Kosten für weniger ehrgeizige Varianten sind mit 274.000 Euro und 140.000 Euro noch stattlich.

Auf dem Podium wies Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin Verband Wohneigentum, auf die Situation des gewöhnlichen Eigenheimbesitzers hin, der mit weitaus weniger Mitteln auf der Suche nach wirksamen Maßnahmen zur Energieeinsparung ist. Laut einer Umfrage, die der Verband zusammen mit dem Bauherren-Schutzbund und dem Institut für Bauforschung 2008 unternommen hat, werden für Modernisierung durchschnittlich 35.000 Euro ausgegeben, etwa 50 Prozent der Eigentümer gaben an, zwischen 5.000 und 25.000 Euro zu investieren. Dabei setzen drei Viertel der Hausbesitzer Eigenmittel ein. Dies zeige, dass eine Komplettsanierung der Ausnahmefall sei, die Einzelmaßnahme die Regel. Insofern wäre es praxisnäher, aus dem LichtAktiv Haus Module in Form von technisch sinnvollen Einzelmaßnahmen zu entwickeln. So könnte im Laufe der Zeit immer wieder ein Teil des Hauses angefasst werden. Als Orientierung, lobte Uertz das Velux-Haus, zeige dieser „Stern am Eigenheim-Himmel“ die Richtung des energiesparsamen Wohnens der Zukunft.

Praxisnähe wurde auch von den weiteren Forumsteilnehmern Michael Groß MdB (SPD) und Mirko Widlak, KfW, angesprochen und in der anschließenden Diskussion vertieft. Groß warnte vor überzogenen Auflagen beim Bestand und mahnte die Evaluation der EnEV 2009 an, bevor über Verschärfungen nachgedacht würde. Widlak stellte die aktuellen Förderprogramme der KfW vor, mit denen unter anderem Einzelmaßnahmen, aber auch Beratungsleistungen finanziell unterstützt werden. Dies sei gerade für Eigenheimbesitzer attraktiv.

Energetische Sanierung lohnt sich für ein behagliches Wohnen und für die Umwelt, doch nicht unbedingt für den Geldbeutel. Selbst bei weiter steigenden Energiekosten ist die planbare und spürbare Förderung der Energieeffizienz daher dringend notwendig.

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