GEMA soll günstiger werdenNeue Tarife ab 2013 ­geplant

Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird. Dieser alte Spruch hätte bislang den Zusatz haben müssen: und zahlt kräftig an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz GEMA. Doch die neuen, ab 2013 geltenden Tarife sind nicht nur einfacher zu verstehen, sondern für Gemeinschaften, die eine Veranstaltung organisieren, auch erheblich günstiger.

Aktuell wird eine hitzige Debatte über die geplanten Tarifänderungen geführt, die die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ab 1. Januar 2013 einführen will. Tatsächlich wird das Hotel- und Gastgewerbe auch stark in Mitleidenschaft genommen. Für die Mitglieder des Verbands Wohneigentum sind die neuen Tarife jedoch ein Vorteil. Denn mit komplizierten Rechenmodellen und Vergütungssätzen soll ab nächstem Jahr Schluss sein. Die Tarifanpassung führt bei nahezu allen Veranstaltungen mit geringen Raumgrößen und moderatem Eintritt zu deutlichen Vergünstigungen. Die neuen Tarife berechnen sich je 100 m2 Raumgröße und je 1 Euro Eintrittsgeld.

Rechenbeispiele

Eine Eigenheimer-Gemeinschaft veranstaltet ein Sommerfest und hat hierfür ein Festzelt mit Live-Musik angemietet. Bei einem kleineren Zelt von 100 m2 und 0 bis 2 Euro Eintritt werden ab nächstem Jahr Mindestgebühren von 23,54 Euro (brutto) fällig. Nach dem alten Tarif hätte die Gemeinschaft bereits bei 2 Euro Eintritt 50,89 Euro an die GEMA zahlen müssen. Nimmt die Gemeinschaft zukünftig 3 Euro Eintritt, so zahlt sie bei dieser Zeltgröße 32,10 Euro. Bislang sind es noch 68,48 Euro.

Es gilt also die Regel: Je höher der Eintritt und je größer der Veranstaltungsraum, umso höher wird zukünftig auch die GEMA-Abgabe. So belaufen sich bei einer Zeltgröße von 250 m2 und 0 bis 2 Euro Eintritt die Gebühren auf 70,62 Euro. Bislang kosten die Abgaben bei 2 Euro Eintritt stolze 161,77 Euro (brutto). Ab 3 Euro Eintritt zahlt die Gemeinschaft ab nächstem Jahr bei dieser Zeltgröße 96,30 Euro GEMA-Gebühren. Nach dem momentan gültigen Satz sind es noch 206,24 Euro.

Erst wenn man einen Eintritt ab 9 oder 10 Euro nimmt, werden die Kosten in Zukunft deutlich höher.

Bei Veranstaltungen, die im Freien stattfinden – zum Beispiel Nachbarschafts- oder Straßenfeste – errechnet sich die Veranstaltungsfläche vom ersten bis zum letzten Stand (Länge) sowie von Hauswand zu Hauswand (Breite). Mit berechnet wird die gesamte Straßenfläche einschließlich der Gehwege oder Plätze.

Vergünstigungen

Wie bisher gibt es Veranstaltungen, für die unter bestimmten Voraussetzungen Nachlässe beantragt werden können. Dazu zählen unter anderem Benefizveranstaltungen, Kinder- und Seniorenveranstaltungen oder Aufführungen von Amateurtheatern. Viele Landesverbände haben bisher eine Gruppenvereinbarung mit der GEMA, von der die Gemeinschaften profitieren. Bei Interesse erkundigen Sie sich bei Ihrem Landesverband.