Modelle lebenswerter NachbarschaftenSiegerehrung zum Bundeswettbewerb „Wohneigentum – heute für morgen“

Die Sieger im 25. Bundeswettbewerb „Wohneigentum – heute für morgen“, ausgerichtet vom Verband Wohneigentum, stehen fest. Schirmherr Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zeichnete die Preisträger aus. Die Verleihung fand am 28. Juni 2013 im Historischen Kassensaal der KfW-Niederlassung Berlin statt.

Der Schirmherr des 25. Bundeswettbewerbs „Wohneigentum – heute für morgen“, Bundesminister Dr. Peter Ramsauer, würdigte das Engagement der Teilnehmer und unterstrich die zukunftsweisenden Kriterien des Wettbewerbs.   © Verband Wohneigentum/M. Kirsten


Der vollständige Wettbewerbstitel „Wohneigentum – heute für morgen. Energieeffizient – Generationentauglich – Sozial engagiert“ verdeutlicht die Aufgaben, denen selbstnutzende Hauseigentümer gegenüberstehen. „Der Verband Wohneigentum ist überzeugt, mit dem Wettbewerb die wichtigen Handlungsfelder der Gegenwart und Zukunft des selbstgenutzten Wohneigentums und unseres Verbands anzusprechen. Auf das große Engagement der Teilnehmer sind wir stolz“, unterstrich Hans Rauch, Präsident des Verbands Wohneigentum.
Insgesamt 15 Hauseigentümer-Gemeinschaften aus ganz Deutschland präsentierten ihr individuelles Zukunftskonzept für eine lebenswerte, nachhaltig gestaltete Nachbarschaft. Ziel ist es, Quartiere zu schaffen, die auch weiterhin attraktiv für Bewohner aller Altersstufen sind. Schirmherr war Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer, dessen Ministerium den Wettbewerb finanziell unterstützt.

Aufgaben der Zukunft

In seiner Rede zur Preisverleihung betonte Ramsauer, dass der vollständige Wettbewerbstitel auch die Ziele seines Ministeriums versinnbildliche. So sei die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand unerlässlich für zukunftsweisendes Wohnen. In diesem Zusammenhang unterstrich der Minister, dass er das Scheitern der steuerlichen Absetzbarkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand immer noch bedauere. Allerdings habe er nach der mehr als einjährigen politischen Stagnation durch den Vermittlungsausschuss keinen anderen Weg gesehen, als die Debatte zu beenden. „Lieber zusätzliche 300 Millionen Euro jährlich über die KfW als gar kein Geld“, so Ramsauers pragmatische Begründung.

Tatsächlich sind die Energieeffizienz-Programme wichtige Posten im Portfolio der KfW, wie Hausherr Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe, in seinem Grußwort unterstrich.

Ein weiterer bedeutender Punkt finanzpolitischer und sozialer Arbeit ist die Schaffung altersgerechten Wohnraums. Schröder zeigte sich zuversichtlich, dass das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ aufgrund der demographischen Entwicklung und einer zunehmenden Sensibilisierung der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen werde. Obschon die – für ältere Menschen attraktivere – Zuschuss-Variante „uns von den Haushaltspolitikern ‚gemopst‘ wurde“, wie Bundesbauminister Ramsauer einräumte. Dies werde nicht den realen Ansprüchen der Bevölkerung gerecht. Für die Zukunft versprach er: „Ich werde dafür kämpfen, dass wir im Haushalt eine haushaltsverankerte Förderung des altersgerechten Umbauens bekommen. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht!“

Wohnraum schaffen

Raed Saleh, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, ging in seinem Grußwort verstärkt darauf ein, wie wichtig die Schaffung vor allem bezahlbaren Wohnraums sei. Dabei unterstrich er die besondere Situation in einem Ballungsgebiet wie Berlin. Trotz seiner persönlichen Wertschätzung von Wohneigentümern, verteidigte Saleh die geplante Erhöhung der Grunderwerbsteuer auf 6 Prozent angesichts der finanziellen Lage Berlins.

Zur Aufgabe, Wohnraum zu schaffen, versicherte Bundesminister Dr. Ramsauer, dass ihm dabei besonders die Eigentumsbildung am Herzen läge. So habe er sich für eine attraktivere Gestaltung des Wohnriesters eingesetzt und auch eine Wiederauflage der Eigenheimzulage in die Diskussion gebracht (wir berichteten, FuG 4/2013). Nicht zuletzt sei „eigenes Wohneigentum eine der besten Altersvorsorgen“.

Beispiele aus der Praxis

Den beispielgebenden Charakter des 25. Bundeswettbewerbs unterstrich Dr. Wolfgang Preibisch, Ministerialdirigent a. D. und Vorsitzender der Jury. In seinem Resümee wies er auf das eigentliche Ziel hin: „Eigenheim-Siedlungen sollen auch in Zukunft attraktive Wohn- und Lebensbedingungen bieten. Künftige Generationen sollen sich gern für ein Leben in den Siedlungen entscheiden.“ Die teilnehmenden Gemeinschaften übernähmen dabei eine Modell-Funktion, die zur Nachahmung anregen solle.

Impressionen

Die genauen Platzierungen und Fotos von der Siegerehrung finden Sie hier .

Die Jury kam zu dem Schluss, dass man um die Zukunft der besuchten Siedlungen nicht bangen müsse, diese positive Erkenntnis aber nicht ohne Weiteres auf alle Siedlungen in Deutschland übertragen könne. „Denn die Jury besuchte ‚die Schönsten im Lande‘. Diese sind oft auch durch ihre attraktive Lage bevorzugt. Sie liegen in Ballungsräumen oder in landschaftlich anziehenden Regionen. Daher ist es wichtig, die guten Beispiele der besuchten Siedlungen bekannt zu machen und überall im Lande immer wieder die Aspekte bewusst zu machen, auf die es bei der Weiterentwicklung ankommt.“

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Mehr Information

Die ausführlichen Begründungen der Jury zu den einzelnen Gemeinschaften trägt die Dokumentation zum 25. Bundeswettbewerb zusammen. Sie steht als PDF bereit unter: Downloads