Wohnen statt SiedelnGeben Sie Ihrem Verband einen zeitgemäßen Namen!

März 2004
Bei Jubiläen wird es besonders deutlich: Der Deutsche Siedlerbund stammt aus einer Zeit, in der das „Siedeln“ eine Lebensform war, die weniger Betuchten die tägliche Versorgung erleichterte. Die Reden zu runden „Geburtstagen“ von Siedlergemeinschaften berichten oft von Anfängen in bitterer Not, sei es während Wirtschaftskrisen, sei es in Nachkriegszeiten. Die „Aufbau“-Phasen werden geschildert, in denen sich Bauwillige zusammenfanden, um gemeinsam Gruppensiedlungen zu errichten. Die recht großen Grundstücke dienten auch der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse, einschließlich der Kleintierhaltung.

Seitdem hat sich vieles geändert. Wer spricht noch von seiner „Siedlerstelle“ statt von seinem Eigenheim oder Haus? Wer hält noch eine Ziege und Hühner, um notgedrungen den Speisezettel aufzubessern? Wer verzichtet auf Zierrasen, Terrasse und Blumenrabatten, um eine möglichst große Fläche für den Gemüseanbau zu gewinnen? Die „Kleinsiedlung“ ist längst aus der Realität und dem offiziellen Sprachgebrauch – auch aus den Gesetzen – verschwunden. Aus dem Programm zum Lebensunterhalt ist das selbstgestaltete Wohnumfeld, der Rückzugsort nach der Arbeit, der naturnahe Erholungsraum geworden. Die Lebensumstände der Familie, der Kinder und der älteren Generation haben sich grundlegend gewandelt, die Bedürfnisse auch.

Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen

Der Deutsche Siedlerbund – Gesamtverband für Haus- und Wohneigentum e.V. – hat diesen Änderungen Rechnung getragen. Die Aufgabe bleibt: Schaffung und Erhalt des Wohneigentums – aber stets im Blick auf die sich ändernde Gesetzeslage, die wirtschaftliche Entwicklung und die neuen Bedürfnisse und Fragen der Mitglieder und Interessenten. Das, was den Verband ausmacht, sein Profil, muss für die Zukunft taugen, damit er auch künftig die Interessen der Wohneigentümer wirksam vertreten kann.

Der Verband – das sind nicht nur die gewählten Repräsentanten wie das Präsidium, die Landesvorstände, die Delegierten der verschiedenen Gremien, das sind an erster Stelle die Mitglieder. Sie, die Sie den Verband als Einzelmitglied oder als Mitglied einer Siedlergemeinschaft tragen, Sie wissen, was Sie von Ihrem Verband erwarten.

Der Name „Deutscher Siedlerbund“ knüpft an die Situation von vor 70 Jahren an. In der Öffentlichkeit stößt der althergebrachte Begriff des Siedelns seit einigen Jahren zunehmend auf Unverständnis. Die gewandelten Inhalte, das moderne Wohnen im Eigentum, werden mit ihm nicht ausgedrückt.

Unsere Frage an Sie: Wie soll der Verband zukünftig heißen?

Das Präsidium ruft alle Mitglieder zu einem Wettbewerb zur Namensfindung auf. Die Bedingungen sind hier: Gesucht: ein neuer Verbandsname erläutert. Machen Sie mit!