Gemüsegarten

Jetzt ist die richtige Zeit, selbst Jungpflanzen heranzuziehen. Frisches Grün beschert schon Gaumenfreuden: Frühlingskräuter wie Bärlauch, Kerbel und Sauerampfer schmecken am besten, wenn die Blätter noch zart sind. So schützt ihr den Gemüsegarten vor den Folgen des Klimawandels.

Bärlauch im Korb
Frühlingskräuter wie Bärlauch schmecken am besten, wenn die Blätter noch jung und zart sind.   © Pixabay

Das schützt vor Folgen des Klimawandels

Zum Schutz vor zunehmender Trockenheit rät es sich, vor dem Bestellen der Beete Komposterdein den Boden einzuarbeiten. Durch diese zusätzliche Humusgabe (3l/m²) speichert die Erde mehr Feuchtigkeit und hält das Regenwasser länger fest.

Eine weitere Möglichkeit ist der vermehrte Anbau von früh erntereifen Gemüsearten. Beispielsweise fällt bei Erbsen, Kohlrabi, Mairüben, Radies und dem breiten Sortiment an Salaten die Wachstumsphase mit dem höchsten Wasserbedarf in die Zeit, in der der Boden noch Feuchtigkeit aus dem Winter gespeichert hat.

Pflanzen, die tief wurzeln, können sich einen größeren Wasservorrat erschließen als Flachwurzler. Sämlinge sind im Vorteil, denn bei allen Gemüsearten reichen die Wurzel der an Ort und Stelle ausgesäte Pflanzen tiefer als die der Setzlinge.
Vorteile genießen auch Gemüsearten mit einer langen Pfahlwurzel wie zum Beispiel Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzeln und Wurzelpetersilie.

Aussaat

Die günstigen Wachstumsbedingungen im April sind ideale für Aussaaten. Zu den im März möglichen Aussaaten kommen Mangold, Mark- und Zuckererbsen, Rote Bete, Schnittsalat und Sommerzwiebeln hinzu. Denkt auch an Küchenkräuter. Die beliebtesten Würzkräuter in Deutschland sind Petersilie und Schnittlauch.

Es lohnt sich zusätzlich etwas Neues auszuprobieren. Einen Versuch wert sind u.a. Blattkoriander, Gartenkresse und Kerbel. Diese drei Kräuter sind Lichtkeimer, deren Samen nur leicht angedrückt, aber nicht mit Erde abgedeckt werden. Etwas wärmebedürftiger sind Bohnenkraut und Dill, deren Samen sicherer ab Mai keimen.

Die eigene Anzucht von Jungpflanzen ist gar nicht so einfach, denn die Sämlinge beanspruchen bestmögliche Wachstumsbedingungen. Besonders schwierig ist es, die optimale Temperatur mit der erforderlichen Lichtintensität in Einklang zu bringen. Wenn sich die Sämlinge zu langen, dünnen Pflänzchen entwickeln, ist sehr wahrscheinlich Lichtmangel die Ursache. Abhilfe schafft ein dichteres Heranrücken an die geputzte Fensterscheibe oder eine künstliche Belichtung mit einer speziellen, wachstumsfördernden Lampe.

Die Samen von Basilikum brauchen zum Keimen Licht und Wärme zwischen 15 und 18 °C. Die in Töpfe ausgesäten Samen werden nur angedrückt und dann vorsichtig mit der Brause gegossen. Als Schutz vor dem Austrocknen hat sich das Abdecken der Töpfe mit Haushaltsfolie bewährt.

Planzzeit

Es beginnt die Pflanzzeit für Kartoffeln, Kopfsalat, Knoblauch, Steckzwiebeln, Topinambur sowie vorgetriebene Puffbohnen (Vicea faba) und für mehrjährige Küchenkräuter. Unter dem Schutz von Gartenvlies gedeihen ab April auch Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Kopfkohl.

Wer Grünspargelmag, für den/die lohnt der Anbau im Garten. Ihr müsst lediglich bei der Anlage des Spargeldbeetes mehr Arbeit investieren, als bei normalen Gemüsekulturen. Danach ist das Spargelbeet pflegeleicht und kann 10 bis 15 Jahre lang genutzt werden - ohne nachzupflanzen. Im Gegensatz zum Bleichspargel entfällt das jährliche Auf- und Abhügeln. Ferner ist Grünspargel auch auf schweren Böden ertragreich und muss in der Erntezeit nicht täglich gestochen werden. Violett in der Farbe, aber sonst dem Grünspargel ähnlich, ist Purpurspargel.

Die optimale Pflanzzeit dauert von Anfang April bis Mitte Mai. Der Boden soll tiefgründig und humusreich sein. Heben Sie in der Mitte des 1,50 m breiten Spargeldbeetes einen 30 cm breiten und 20 cm tiefen Pflanzgraben aus und arbeitet in dessen Boden verrotteten Stallmist oder reichlich Komposterde ein. Im Abstand von 35 cm werden dann die einjährigen Setzlinge, mit ringsum ausgebreiteten Wurzeln, in den Pflanzgraben gelegt und mit Erde bedeckt. Wenn die ersten Triebe sichtbar werden, kann der Graben vollständig verfüllt werden.

Der Spargel braucht jetzt Zeit. Der volle Ertrag beginnt ab dem dritten Jahr. Dennoch ist eine Kostprobe im ersten Jahr nach dem Pflanzen möglich und eine moderate Ernte im zweiten Jahr.

Pflanzen schützen

Es geht wieder los! Nacktschneckenverlassen ihr Winterversteck und der Schneckennachwuchs schlüpft aus den Eiern. Fangen Sie rechtzeitig mit dem Absammeln der nachtaktiven Tiere an. Und harken oder rechen Sie die Beetoberfläche feinkrümelig, damit möglichst wenige Verstecke übrig bleiben. Ihre Verbündeten gegen Schnecken sind jetzt Igel, Amseln und Rotkehlchen.

Erntezeit

Die Erntezeit von Rhabarber dauert von April bis Ende Juni. Für die Begrenzung der Zeit gibt es zwei Gründe: Zum einen braucht die Pflanze Zeit zur Regeneration und zum anderen steigt im Sommer der Gehalt an Oxalsäure. Seit Kurzem gibt es auch Sorten, die keine Oxalsäure enthalten, wie beispielsweise `Livingstone`. Diese Neuzüchtungen können bis zum Herbst beerntet werden, brauchen aber zwischendurch Erholungsphasen, um Kraft für den kommenden Austrieb im Frühjahr zu speichern.

Bodenpflege

Wenn du möglichst bald reife Komposterde ernten möchtest, dann solltest du jetzt den Komposthaufen umsetzen. Das Durchmischen des Rohkompostes und die zunehmende Frühlingswärme beschleunigen die Rotte.

Wolfgang Roth

Newsletter abonnieren
Logo Gartenberatung.de
Der VWE-Garten-Newsletter
Tipps zum naturnahen Gärtnern
kostenlos, unabhängig & werbefrei, 1 x im Monat
Ihre Daten sind bei uns sicher. Wir nutzen sie nur für den Newsletter. Sie können sich jederzeit abmelden. Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.
Verband Wohneigentum e. V., junge Familie
Jetzt Mitglied werden!
Ihr Verband - Ihr Partner
Beratung. Information. Versicherung. Interessenvertretung.
Mitgliedsbeitrag bis zu 60 € im Jahr
Informationen zur Mitgliedschaft