Ziergarten

Viele Menschen verbinden mit dem Wonnemonat das zarte Grün der sich entfaltenden Blätter sowie den Duft von Flieder (Syringia vulgaris-Hybriden) und Maiglöckchen (Convallaria majalis).

Maiglöckchen
Maiglöckchen: so duftet Frühling   © Wolfgang Roth

Blütezeit

Maiglöckchen bleiben in der Vase frisch, wenn sie gleich ins Wasser gestellt werden. Damit die Freude lange anhält, schneiden Sie im Garten nur Blütenstiele, an denen sich das erste Glöckchen einer Blütentraube geöffnet hat. Wenn ihr den Duft mit ins Haus nehmen wollt, stellt den Flieder sofort nach dem Schneiden tief in warmes Wasser. Die Stiele können das Wasser am Besten aufsaugen, wenn die Leitungsbahnen an der Schnittstelle offen sind. Daher ist der glatte Schnitt mit einem scharfen Messer so wichtig. Damit der Fliederstrauß lange hält, wählen Sie vollständig ausgefärbte Blütenrispen aus und streifen Sie die Laubblätter weitgehend ab.

Ebenfalls charakteristisch für den Mai ist Waldmeister (Galium odoratum), ohne den es die Maibowle nicht gäbe. Für die Zubereitung der Bowle wird der noch nicht blühende Waldmeister gepflückt, zu einem Strauß gebunden und nach dem Anwelken in die Flüssigkeit gehängt. Dosieren Sie den Waldmeister äußerst sparsam, denn der Wirkstoff Cumarin kann bei zu hoher Dosierung Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen. Waldmeister ist eine heimische Staude, die sich im Schatten von Gehölzen flächig ausbreitet. Er passt gut in naturnah gestaltete Gärten, in denen sein Ausdehnungsdrang nicht stört.

Pflege

Die früh blühenden Ziersträucher wie Forsythie, Kätzchenweide (Salix caprea) oder Schneeball (Viburnum) sollten gleich nach der Blüte zurückgeschnitten werden, damit sie im nächsten Frühjahr üppig blühen. Wenn ihr häufig, alle ein bis zwei Jahr schneidet, bleibt der Arbeitsaufwand überschaubar und die Ziersträucher entwickeln ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zuwachs und Altholz.

Mandelbäumchen (Prunus triloba) sind jedes Jahr an der Reihe, damit die Krone ihre Kugelform behält und zur Vorbeugung gegen die aggressive Pilzinfektion Monilia-Spitzendürre. Schneidet hier stark zurück. Es genügt, wenn nur ein Drittel der Zweiglänge stehen bleibt. Die dünnen Zweige werden ganz entfernt. Mit älteren, bisher selten geschnittenen Exemplaren etwas behutsamer umgehen. Aber auch die treiben zuverlässig aus dem mehrjährigen Holz wieder aus.

Zumindest bei den jüngeren Rhododendron-Sträuchern sollten die verwelkten Blütenstände herausgebrochen werden, damit sich die nachwachsenden Triebe gleichmäßig entwickeln können. Geht behutsam vor, denn die neuen Triebknospen sitzen dicht unterhalb der Blütenstände.

Pflanzzeit

Frisch gesetzte Stauden und Sträucher müssen bei ausbleibendem Regen öfter gegossen werden. Wenn ihr gießt, dann mit der richtigen Strategie: Lieber selten und durchdringend als immer wieder in kleinen Mengen, die nur die oberste Bodenschicht befeuchten. Die wassersuchenden Wurzeln verbleiben dann im Oberboden und erschließen sich nicht die tieferen, wasserreichen Schichten.

Es ist Pflanzzeit für Dahlien, Gladiolen und andere im Sommer blühende Blumenzwiebeln und Knollen. Auch Gräser und Stauden, die ihre Blütezeit noch vor sich haben, wachsen jetzt schnell an. Die Anzucht von Bartnelken (Dianthus barbatus), Goldlack (Erysimum cheiri), Königskerzen (Verbascum spp.), Marienglockenblumen (Campanula medium), Stockrosen (Alcea rosea) und anderen zweijährigen Pflanzen beginnt jetzt mit der Aussaat in Saatschalen oder Anzuchtplatten. Wenn die Sämlinge zu Jungpflanzen herangewachsen sind, werden sie ins Beet gesetzt, wo sie dann im nächsten Jahr blühen werden.

Weniger aufwändig ist das direkte Aussäen an Ort und Stelle, allerdings sind dann die heranwachsenden Pflänzchen vielen Gefahren ausgesetzt.

Rasenpflege

Der Mai und der September sind günstig, um einen lückenhaften Rasen auszubessern oder einen neuen anzulegen. Der an Ort und Stelle ausgesäte Rasen ist deutlich preiswerter als ein Rollrasen, der wie ein Teppich verlegt wird. Egal, für welche Art Sie sich entscheiden, zur Vorbereitung ist eine intensive Bodenbearbeitung unumgänglich.

Teichpflege

Wasserpflanzen, die in Körben im Gartenteich stehen, sollten etwa alle zwei Jahre umgepflanzt werden. Verwenden Sie dafür Wasserpflanzenerde und entsprechend größere Gefäße. Damit beim Einsetzen in den Teich keine Erde aufschwemmt, müssen die Wurzelballen zuvor gründlich gewässert werden.

Pflanzen schützen

Nicht nur bei Gartenpflanzen, auch beim Unkraut explodiert das Wachstum. Schwierig ist die Bekämpfung von Wurzelunkräutern. Selbst durch das Ausgraben möglichst vieler Wurzeln bleibt der Erfolg mäßig. Einfacher ist die Beseitigung von Samenunkräutern, wenn sie vor der Samenreife gejätet werden. Etliche Beikräuter sind nicht nur ein Ärgernis, sie werden auch zur Zubereitung von Wildspinat empfohlen: z.B. Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus), Vogelmiere (Stellaris media), Knopf- oder Franzosenkraut (Galinsoga parviflora).

Auf Dahlien, Zinnien, Studenten- und Sonnenblumen sind Schnecken besonders heiß. Wenn die jungen Pflanzen überleben sollen, brauchen sie wenigstens in den ersten Wochen Ihren schützenden Beistand. Wenn Sie kein Schneckenkorn streuen wollen, hilft nur allabendliches Absammeln.



Wolfgang Roth