Die Renten-Information richtig verstehen
Die Renten-Information ist so etwas wie der Auszug aus dem eigenen Renten-Konto. Jeder gesetzlich Rentenversicherte, der mindestens 27 Jahre alt ist und mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt hat, erhält sie.
Die Renten-Information bringt in erster Linie Klarheit in drei Punkten:
Auf Grundlage der Beitragsjahre bekommt man hochgerechnet, mit wie viel Altersrente man mit 65 Jahren rechnen kann.
Daneben bekommt man mitgeteilt, wie hoch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente aktuell ausfiele, wenn aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr arbeiten kann.
Mit der Renten-Information bekommt man den so genannten Versicherungsverlauf aufgelistet. Hier kann man kontrollieren, ob alle rentenrechtlichen Zeiten erfasst sind. Das sind die Zeiten, in denen man als Arbeitnehmer in die Rentenkasse eingezahlt hat.
Wie viel Rente gibt es?
Die Renten-Information nennt eine Prognose der Altersrente in drei Variationen: Ohne jede Rentensteigerung, mit einer jährlichen Erhöhung von 1,5 Prozent sowie einem Anstieg von 2,5 Prozent. Die jährliche Steigerung wirkt im System der gesetzlichen Rente wie eine Verzinsung bei einer Geldanlage. Außerdem bekommt man noch den aktuellen Wert der Renteneinzahlungen mitgeteilt. Das ist die Rente, die man bisher schon erreicht hat.
Die Hochrechnung der Altersrente ohne jede Rentenerhöhung ist eine zurückhaltende Annahme, die einen entsprechend niedrigen Betrag als Altersrente zur Folge hat. Seit 1995 sind die Renten in Westdeutschland jährlich im Schnitt um 1,06 Prozent gestiegen. Die ostdeutschen Renten stiegen viel stärker, bedingt durch den Anpassungsprozess nach der Wiedervereinigung. Die Hochrechnung mit einem jährlichen Anstieg von 1,5 Prozent ist schon recht optimistisch. Die jährliche Erhöhung von 2,5 Prozent gilt als unrealistisch.
Null-Runden in 2004 und 2005
Die Höhe der Renten orientiert sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter. Steigen diese, steigen auch die Renten. Allerdings werden zuvor der Riester-Faktor und der Nachhaltigkeitsfaktor abgezogen. Die beiden Faktoren machen im Jahr zusammen rund 1,3 Prozentpunkte aus. Das hat zur Folge, dass die Löhne und Gehälter um mehr als 1,3 Prozent im Jahr steigen müssen, damit auch die Renten angehoben werden.
So kommt es, dass die Renten 2004 und 2005 gar nicht angehoben wurden. Auch für 2006 wird nur eine sehr geringe Erhöhung erwartet. Die Renten können auch abgesenkt werden, wenn die Löhne und Gehälter fallen. Dies kam bislang aber noch nicht vor. Ein Rückgang der Löhne wäre ein Zeichen für eine schwere Krise in der Volkswirtschaft. Eine Rentenkürzung wegen des Riester- und des Nachhaltigkeitsfaktors kann es nicht geben. Die beiden Faktoren dürfen nicht zu einer negativen Rentenanpassung führen.
Berechnung der Altersrente
Der in der Renten-Information genannte Betrag der Altersrente, die man mit 65 Jahren erwarten kann, ist eine Prognose. Sie wird folgendermaßen berechnet: Zum einen wird der bisherige Versicherungsverlauf zugrunde gelegt. Zum anderen wird für die Zeit von heute bis zum Renteneintritt eine Hochrechnung auf Basis der vergangenen fünf Jahre dazugezählt. Es wird unterstellt, dass man künftig so viel Beitrag zahlt wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Zahlt man tatsächlich mehr ein, fällt die Rente höher aus als in der Renteninformation prognostiziert. Zahlt man tatsächlich weniger ein, fällt die Rente niedriger aus. In der Renten-Information findet man auch die Rente, auf die man bis jetzt tatsächlich Anspruch hat. Dieser Betrag fällt meist deutlich geringer aus als die Prognose für den Renteneintritt mit 65 Jahren und zeigt, dass man noch viele Beiträge einzahlen muss, um auf die prognostizierte Rente zu kommen.
Vorsicht vor der Inflation
Was man beim Aufbau der Altersversorgung immer beachten sollte, ist der Wertverlust durch die Inflation, wie er in die Renten-Information eingefügt wurde. Selbst niedrige Inflationsraten, wie sie seit einigen Jahren in der EU üblich sind, führen über längere Zeiträume zu erheblichen Wertverlusten.
In der Renteninformation wird ausgerechnet, wie viel 100 Euro bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren bei einer jährlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent noch wert sind. Wer beispielsweise in zwanzig Jahren in Rente geht, kann sich dann von 100 Euro nur noch so viel kaufen, wie heute mit 74 Euro. Liegt die Inflationsrate höher, ist das Geld in Zukunft noch weniger wert. So sind 100 Euro in zwanzig Jahren bei einer Inflationsrate von zwei Prozent nur noch 67 Euro von heute wert.
Achtung Versorgungslücke!
Mit der Renten-Information kann man die so genannte Versorgungslücke im Alter ausrechnen. Für das Geld, das im Alter fehlt, muss man selbst vorsorgen. Entweder mit einer Betriebs- oder einer Riesterrente oder mit einer privaten Geldanlage. Deswegen ist die Renten-Information vor allem für Jüngere wichtig. Ältere ab 55 Jahren erhalten zusätzlich die Renten-Auskunft mit konkreten Angaben zur bevorstehenden Rente.
Junge Menschen haben die Möglichkeit, durch lebenslanges Sparen eine zusätzliche Altersversorgung aufzubauen. Auf Basis der Renten-Information kann man kalkulieren, wie viel man zusätzlich vorsorgen muss. In der Renten-Information wird ausdrücklich auf die Möglichkeiten der staatlichen Förderung einer zusätzlichen Altersversorgung hingewiesen und auch Beratung angeboten.