Pflanzen steht der Winterstress bevor
Tipps für Garten und Balkon von Elmar Mai
Vor dem Wintereinbruch beginnt das Aufräumen im Garten. Hecken, Sträucher und Bäume werden von den Gartenfreunden mit neuem Schnitt für die nächste Saison in Form gebracht. Während heimische Pflanzen recht widerstandsfähig sind, macht so manche Frostnacht den mediterranen zu schaffen. Pflanzenexperte Elmar Mai verrät, wie Sie Ihren Garten winterfest
Bei allen Baumarten können jetzt im November überschüssige Triebe entfernt werden. Wer allerdings mehr wegschneiden will, um beispielsweise die Form deutlich zu verändern, sollte sich vorher bei Baumschulen oder Gärtnereien informieren. Denn für die verschiedenen Baumsorten gelten unterschiedliche Regeln.
Sträucher und Rosen sollte man erst im Frühjahr stutzen, um Frostschäden zu vermeiden. Nur kranke Blätter müssen jetzt entfernt werden, wenn sie beispielsweise an Rosenrost leiden. Damit die Krankheit nicht weiter verbreitet wird, gehören die Blätter nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll. Auch Stauden müssen noch nicht zurückgeschnitten werden. In den vertrockneten Stängeln finden nützliche Insekten einen Platz zum Überwintern. Die luftgefüllten Stängel bilden außerdem ein natürliches Wärmepolster.
Rasen sehr spät mähen
Die Überwinterung einer Rasenfläche wird primär von zwei Faktoren beeinflusst: der Witterung und dem allgemeinen Pflegezustand des Rasens. Die Witterung ist ausschlaggebend für den letzten Mähtermin, der manchmal sehr spät liegen kann. Außerdem strapaziert die Witterung den Rasen durch eine lange Schneedecke genauso wie durch kalte, trockene Winde über einer schneelosen Fläche. Direkt kann man keinen Einfluss darauf nehmen, aber der Rasen lässt sich indirekt durch eine regelmäßige Pflege kräftigen und gegen den Winterstress widerstandsfähig machen.
Vor dem Wintereinbruch ist er gründlich von Schnittgut und Laub zu befreien. Beides würde die Graspflanzen bedecken und bei der hohen Feuchtigkeit in dieser Jahreszeit zu Fäulnis führen. Solange die Gräser noch wachsen, können sie wie sonst auch gemäht werden. Für die Überwinterung sollten die Gräser eine Schnitthöhe von etwa fünf Zentimetern haben. Unmittelbar vor einem bevorstehenden Frost ist das Mähen zu unterlassen. Im Winter ist es ratsam, den Rasen möglichst wenig zu betreten. Denn jeder Schritt auf gefrorenem Gras zerstört die Rasenpflanzen.
Kübelpflanzen lange draußen lassen
Kübelpflanzen sollten so lange wie möglich im Freien stehen bleiben. Das macht sie widerstandsfähig und reduziert den Schädlingsbefall. Robuste Arten wie Zwergpalme, Oleander, Olive und Feige können fast bis null Grad draußen bleiben. Andere wie der Hibiskus sollten stets bei über zehn Grad warm stehen.
Kübelpflanzen dürfen nie zu nass draußen stehen, weil der gewässerte Topfballen zu Wurzelfäulnis führen kann. Je weniger man schneidet, um so besser ist es. Aber um Platz zu sparen, kann man vor dem Einräumen die Pflanzen leicht zurückschneiden und ein Drittel des im Sommer entwickelten Triebes einkürzen.
Sonne und Wind trocknen aus
Pflanzen, die draußen überwintern, müssen vor Sonne und Wind geschützt werden, damit sie durch diese äußeren Einflüsse nicht austrocknen. An einem sonnigen Wintertag, mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, können Blätter durch die Sonneneinstrahlung Wasser verdunsten, ohne dass die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden Wasser nachliefern. Am besten ist ein Sonnenschutz aus einer Strohmatte und eine dicke Mulchdecke aus Laub, die durch Koniferenzweige zusätzlich geschützt wird.
Je nach Anforderung der Pflanze bieten sich als Winterquartiere Gartenhäuser, unbeheizte Wintergärten, Garagen und Treppenhäuser mit Temperaturen bis zehn Grad an. Tropische Pflanzen lieben es auch wärmer. Je dunkler und kühler die neuen Räumlichkeiten sind, um so trockener sollten sie gehalten werden. Die Pflanzen verdunsten dann weniger und stellen je nach Temperatur ihr Wachstum ein. Geringe Luftfeuchtigkeit kann zu braunen Blattspitzen führen.