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Mitglieder im Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e.V. genießen eine Reihe von Leistungen.

Weitere Details sowie alle Leistungen im Überblick finden Sie hier.


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In tausenden von Jahren, in denen der Mensch gezielt Pflanzen züchtet, anbaut und vermehrt, sind unzählige Sorten entstanden. Eine gigantische Artenvielfalt, meist speziell an das jeweilige Klima und den Boden angepasst. Allein von der Tomate gibt es weltweit mehrere tausend verschiedene Sorten. Doch diese Vielfalt, die als Kulturgut der Menschheit betrachtet werden muss, ist in Gefahr.

Hand mit Saatgut
Unser TIPP: Baut eigenes Gemüse aus samenfesten Sorten an, vermehrt es und verbreitet es weiter!   © Verband Wohneigentum/Görlitz

Nach Schätzungen von Experten sind bereits zwei Drittel dieser Sorten verschwunden. Dies ist die Folge eines veränderten Konsumverhaltens und einer veränderten Landwirtschaft. Diese setzt mehr und mehr auf wenige Hochleistungssorten.

Beim Saatgutkauf stößt man häufig auf die Bezeichnung F1-Hybride. Dies bedeutet, dass diese Sorte durch eine gezielte Kreuzung von Inzuchtlinien mit speziellen Eigenschaften hergestellt wurde. Der Vorteil dieser Hybriden: Die erste Generation aus Hybridsaatgut ergibt sehr ertragreiche und einheitliche Pflanzen, die meist sehr widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten sind. Der Nachteil: Diese Pflanzen lassen sich so nicht weitervermehren, da bei einer Aussaat aus Hybridpflanzen gewonnenem Saatgut völlig unterschiedliche Pflanzen herauskommen. Das Saatgut muss also jedes Jahr neu gekauft werden.

Dazu kommt die Entwicklung auf dem Saatgutmarkt: Viele Saatgutproduzenten wurden in den vergangenen Jahren von internationalen Agro-Chemiefirmen aufgekauft, der ursprüngliche Handelsname blieb aber bestehen. Für Kunden ist es so kaum noch nachvollziehbar, welche Firma hinter dem Saatgut steht. So teilen inzwischen die zehn größten Konzerne über 70 % des weltweiten Saatgutmarktes unter sich auf - Tendenz steigend. Die Folge dieser Entwicklung: Viele regionale, weitervermehrbare Sorten verschwinden zugunsten weniger Einheitssorten, bei denen man zum Nachkaufen (und letztendlich auch zum Konsum) gezwungen ist.

Dies ist eine Entwicklung, die inzwischen nicht nur viele Menschen in Gartenbau und Landwirtschaft kritisch sehen. Immer in der Gastronomie und Köche und Köchinnen interessieren sich für herkömmliche und lokale Sorten. Diese sind vielleicht nicht so ertragreich und massentauglich wie Hybridsorten, dafür bestechen sie durch einen einzigartigen Geschmack, sind an lokales Klima gewöhnt und anpassungsfähiger bei Veränderungen. Außerdem kann man solch ein Saatgut selbst weiter vermehren.

Was können Hobbygärtner*innen tun?

  • Wer wissen möchte, wer der tatsächliche Züchter einer bestimmten Sorte ist, kann das im Internet über die europäische Datenbank "Plant Variety Database" erfahren.

  • Pflanzensorten, deren Saatgut man selbst weitervermehren kann, sind sogenannte samenfesten Sorten . Händler, Züchter und Initiativen, die solche Samen verkaufen, finden sich im Internet gezielt nach "samenfestes Saatgut" oder "biologisches Saatgut" suchen.

  • TIPP: Baut eigenes Gemüse aus samenfesten Sorten an, vermehrt es und verbreitet es weiter!

  • Tauscht mit anderen Garteninteressierten und leistet damit einen Beitrag zum Erhalt der Arten- und Geschmacksvielfalt!

Sven Görlitz

Die Einspeisevergütung für Solarstrom kommt nicht in jedem Fall zuverlässig an. Der Verband Wohneigentum hat auf Rückmeldungen aus den Mitgliederreihen reagiert und eine Online-Kurzumfrage dazu durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung hat Bundesgeschäftsführerin Verena Örenbas im direkten Gespräch der Bundesnetzagentur vorgestellt.

Ein Einfamilienhaus mit Photovoltaik-Panelen auf dem Dach
Verzögerungen bei der Auszahlung der PV-Einspeisevergütung sorgen für Frust bei privaten Anlagebetreibern.   © Verband Wohneigentum

Wer mit der eigenen Photovoltaikanlage einen Beitrag zur Energiewende leistet, erwartet eine reibungslose Abwicklung. Die Realität sieht oft anders aus: Die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung fließt nicht immer zuverlässig. Um die Tragweite dieser Missstände zu erfassen, führte der Verband von Mitte August 2025 bis Anfang Februar 2026 eine Online-Kurzumfrage durch. Die Ergebnisse hat Bundesgeschäftsführerin Verena Örenbas der Bundesnetzagentur (BNetzA) in Bonn vorgelegt.

Umfrage zur Einspeisevergütung

An der Erhebung beteiligten sich 434 Haushalte. Das Fazit: Fast die Hälfte der Befragten kämpft mit erheblichen Verzögerungen. Doch nicht nur die Auszahlung stockt. Die Umfrage legte weitere von den Teilnehmenden beschriebene Knackpunkte offen:

  • Probleme bei Zählerwechseln, Betreiberwechseln oder Anlagenerweiterungen

  • schwer nachzuvollziehende Abschlagszahlungen und Abrechnungen

  • schlechte Erreichbarkeit der zuständigen Netzbetreiber bei Rückfragen

Viele Netzbetreiber vom Photovoltaik-Boom überfordert

In einem konstruktiven Austausch mit der Bundesnetzagentur Mitte März wurde über die Ursachen gesprochen. Die Regulierungsbehörde erklärte, dass der Solarboom der letzten Jahre viele Netzbetreiber schlicht überfordert habe. Probleme bei IT-Umstellungen oder auch nicht funktionierende Messsysteme hätten für Rückstaus gesorgt. Dabei gebe es natürlich Unterschiede, einige Netzbetreiber hätten die Probleme deutlich schneller gelöst als andere.

Anlagenbetreiber müssen Daten vollständig übermitteln

Gleichzeitig nahm die Behörde jedoch auch die Anlagenbetreiber in die Pflicht. Referatsleiter Peter Stratmann betonte, dass eine Auszahlung nur erfolgen könne, wenn alle Daten vollständig übermittelt sind (Zählerständen sowie technische und administrative Anlagendaten) und die Anlage im Marktstammdatenregister registriert sei. Er appellierte an die "Disziplin und Eigenverantwortung" der Verbraucher*innen.

Fälle schrittweise aufarbeiten

Bundesgeschäftsführerin Verena Örenbas bewertet den Austausch mit der Bundesnetzagentur als positiv. Die Behörde nehme die bestehende Problematik ernst. Man erwarte jetzt die schrittweise Aufarbeitung der Fälle und habe sich gegenseitige Unterstützung zugesichert.

Örenbas macht aber auch auf ein in dem Gespräch deutlich gewordenes Defizit aufmerksam: die Aufklärung über administrative Prozesse. "Es fehlt bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern offenbar an Klarheit darüber, welche Daten und Anmeldungen konkret erforderlich sind", bilanziert die Bundesgeschäftsführerin. Hier sieht sie auch die Netzbetreiber in der Pflicht, für Transparenz und eindeutige Informationen zu sorgen. Ah

Modell vor dem Aus?
Die Einspeisevergütung ist ein zentrales Instrument der Energiewende: Betreiber von Solar- oder anderen Erneuerbare-Energien-Anlagen bekommen Geld dafür, dass sie Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Diese Vergütung ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt und garantiert einen festen Preis pro Kilowattstunde, der abhängt vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme, Anlagengröße und der Entscheidung für das Modell Voll- oder Teileinspeisung. Doch die politischen Vorzeichen ändern sich: Nach Plänen der Bundesregierung soll die feste Vergütung für neue kleine Solaranlagen ab 2027 weitgehend abgeschafft werden. Stattdessen sollen Betreiber ihren Strom selbst vermarkten oder die Einspeisung begrenzen. Das kritisiert der Verband Wohneigentum mit Nachdruck und warnt vor einem Rückschritt bei der privaten Energiewende.



Katrin Ahmerkamp